Category Archives: Wahrnehmung

vom Trösten

Ein Kind trösten zu dürfen, ist etwas Schönes. Das nachlassende Schluchzen und das Sich-Anschmiegen, das Ruhiger-werden. Natürlich meine ich damit Situationen, die nicht so tragisch sind, in denen es sich um einen blauen Fleck, eine Schramme oder eine verpasste Fernsehsendung handelt. Wie fühlt es sich an, wenn das Kind sich nicht trösten lassen will? Das bekam ich in den ersten zehn Jahren mit Niklas oft zu spüren, denn er schluchzte dann alleine vor sich hin und ich konnte auch nicht Weiterlesen [...]

Marys Geschichte – „Es ist gut so, wie es ist – eben anders gut“

Mary ist Autistin. Ihre Diagnose bekam sie mit 26 Jahren. "Ich habe sie erhalten und mich erst einmal gar nicht weiter damit beschäftigt. Ich wußte gar nichts über das Thema Autismus", schreibt sie in ihrem Blog. Erst nach drei bis vier Jahren konnte sie die Diagnose für sich annehmen. *** Marys damaliger Lebensgefährte hatte immer wieder erwähnt, dass sie anders sei und zu einem Psychiater gehen solle, um das abklären zu lassen. Dieser stellte dann nach ausgiebigen Tests die Diagnose Weiterlesen [...]

mit deinen Augen

Ein Blick von unten hinauf in eine Palme. Ist es "richtig" und "wahr" wie ich und Du diese Palme sehen? Oder ist Wahrheit nicht die Summe aller möglichen Perspektiven und Wahrnehmungen? Es gibt verschiedene Arten "wahr"-zu-nehmen, etwas als "wahr" zu begreifen. Und daher ist die Wahrheit eine komplexe Angelegenheit ohne feste Grenzen - zusammengesetzt aus verschiedenen Wahrheiten und nicht nur aus der einen Wahrheit bestehend, die eine vermeintliche Mehrheit definiert. Dieser enge Zusammenhang Weiterlesen [...]

Das Jenseits, die Enterprise und die Welt der Autisten

Menschen tendieren schon immer dazu, etwas, das sie nicht verstehen, auf eine Ebene zu verlagern, auf die sie keinen Einfluss haben. Auch Dinge, die noch wenig erforscht und mysteriös sind, finden in „fernen Welten“ statt. Das Jenseits, die Enterprise und „die Welt der Autisten“ – was haben sie gemeinsam?   Jonas liegt in der Hängematte, wedelt mit den Händen und summt leise vor sich hin. „Jonas, schau mal, Kerstin ist zu Besuch gekommen“, spricht ihn seine Mutter an. Er Weiterlesen [...]

Formen von Geräuschüberempfindlichkeit

Kürzlich hatte ich auf „Ellas Blog“ einen Beitrag zum Thema „Autismus und Misophonie“ veröffentlicht. Abgegrenzt wurde das Phänomen der „Misophonie“ dabei gegen die Themen „Hyperakusis“ und „Phonophobie“. Was es damit und außerdem mit einem „Tinnitus“ und einem sogenannten „Recruitment“ auf sich hat, soll nun hier erklärt werden. Hyperakusis Grundsätzlich versteht man unter „Hyperakusis“ eine Überempfindlichkeit gegenüber Schall, der eine normale Lautstärke Weiterlesen [...]

Autismus und Misophonie

„Aber Niklas ist ja selber laut. Warum sollen wir dann nicht mit dem Löffel klimpern?“, fragt mich der kleine Max und spricht damit aus, was sich schon manch einer gedacht hat. Denn so ist es in der Tat – für Niklas sind manche Geräusche unerträglich, obwohl sie gar nicht so laut sind wie andere Geräusche, die er zum Teil sogar selber fabriziert. Das ist erstmal schwer zu verstehen. Wenn man sich mit dem Thema „Misophonie“ beschäftigt, wird es klarer.   Was ist Misophonie? Das Weiterlesen [...]

Die Sache mit dem Essen – Autismus und die Gourmetküche

Das Thema Ernährung und Essen spielt sicher bei vielen Familien mit autistischen Kindern eine große Rolle. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es hier große Unterschiede gibt. Bei Niklas waren die Probleme im Baby- und Kleinkindalter größer als jetzt: er hatte aufgrund seiner Hypotonie (Mangel an Muskelstärke) eine sehr geringe Würgereizschwelle. Das führte dazu, dass Vieles von dem, was er als Milch oder Brei zu sich nahm, gleich wieder ausgebrochen wurde. Es war nicht einfach, Weiterlesen [...]

Gastbeitrag: Kaufst du schon oder rennst du noch?

Vielen Dank an die Mutter, die uns an dieser Erfahrung und ihrem Fazit teilhaben lässt. Gastbeitrag: Ich weiß nicht mehr genau, was mich auf die Idee brachte, meinen autistischen Sohn Felix mit zu Ikea zu nehmen. Vielleicht, weil er gerne Hotdogs isst, die Naschtheke liebt oder das nordische Design mag? Er war müde von der Schule und wollte nur widerwillig mit – da hätten schon mal gleich alle Warnsignale bei mir blinken sollen. Und bei der Ankunft auf dem übervollen Parkplatz sowieso... Aber Weiterlesen [...]
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