Category Archives: Wahrnehmung

Wenn Orte und Personen unverrückbar mit Assoziationen verbunden sind

Manche Leute haben von Anfang an keine Chance bei Niklas und manche verscherzen es sich mit der Zeit mit ihm. Er kann manchmal sehr nachtragend sein und manche Personen sind dauerhaft bei ihm "unten durch". Auch bestimmte Orte meidet er, als würde dort ein Ungeheuer auf ihn warten. Es bedarf dann schon einer ganz besonderen Anstrengung diese Verknüpfung "Ort - schlecht"  oder "Person - schlecht" wieder aufzuheben.   Negative Assoziationen verbunden mit Orten Es gibt Plätze oder Weiterlesen [...]

Autismus – eher ein Zuviel als Zuwenig an Gefühlen – der Mythos von der Empathielosigkeit

"Ihr Sohn ist ein frühkindlicher Autist wie er im Buche steht", sagte einst ein Psychiater zu uns Eltern. Was auch immer er für ein Buch meinte und was genau darin steht, es ist tatsächlich so, dass Niklas, was den Autismus angeht, auffälliger nicht sein könnte. Nach nur wenigen Augenblicken ist jedem klar, dass es sich bei ihm um einen behinderten jungen Menschen handelt. Das kann ein Vorteil sein, weil niemand jemals davon ausgeht und von ihm erwartet, dass er sich normal zu verhalten habe. Weiterlesen [...]

Time-Out ist nicht gleich Time-Out

In einigen Einrichtungen wie zum Beispiel Kindergärten und Schulen gibt es sie, die Time-Out-Maßnahmen und die Time-Out-Räume. Manche umgibt eine Aura der Bestrafung und manche sind einfach reizarme Rückzugsbereiche. In Gesprächen mit anderen Eltern stelle ich immer wieder fest, dass der Begriff "Time-Out" sehr unterschiedlich besetzt ist. Im Grunde sollte eine "Time-Out-Maßnahme" nichts anderes bedeuten, als eine Auszeit zu nehmen, sich zurückziehen zu können, um sich zu erholen. Weiterlesen [...]

Stimming – was ist das eigentlich?

Paul sitzt im Wartezimmer und wippt mit dem Oberkörper hin und her. Dabei wedelt er mit den Händen, hält sich die Ohren zu und macht bei jeder Berührung von Rücken mit Stuhllehne ein kurzes "hm". Seine Mama Julia sitzt neben ihm und weiß, dass er wegen des Termins beim Arzt nervös ist. Dazu kommen die fremden Menschen im Wartezimmer, die ihn verunsichern und die jetzt erst recht starren, weil Paul sich so komisch verhält. Aber Julia weiß, dass sie Paul bei seinem Stimming nicht unterbrechen Weiterlesen [...]

Wenn das eigene Kind einen Meltdown hat…

Erschöpft sitze ich am Fußende des Bettes. Niklas döst vor sich hin. Ab und zu öffnet er die Augen und ich denke: Bitte nicht wieder anfangen zu schreien, bitte nicht. Seine Augen schließen sich wieder und er atmet langsam und stetig ruhiger. Ich nehme noch sehr vorsichtig die Ruhe an, rechne nach wie vor mit allem, lausche in die Stille, höre seinem Atem zu und bin dankbar dafür, dass der Spuk ein Ende hat. Für heute. Dieser "Spuk" war ein Meltdown - einer der sich sehen lassen kann Weiterlesen [...]

Als Pilger unter Geiern – oder – unser aller Reise als Fremdlinge

Zurück von unserer Reise möchte ich noch ein paar Gedanken anschließen und außerdem hatte ich Euch im Beitrag "Ellas Blog von Tour - auf Pilgerbrücken und in Geierschluchten" ja noch ein Geier-Bild versprochen 😉 Schaut mal, hier kreist einer über uns in der Schlucht. Wie Haie im Meer sieht das aus, wenn sie zu mehreren auftauchen, irgendwie unheimlich.   Als wir nach Nordspanien aufbrachen, war uns gar nicht bewusst, dass wir sehr oft die bekannten Pilgerwege nach Santiago Weiterlesen [...]

Gastbeitrag: Warum das Essen mit den Fingern eigentlich ganz schlau ist

Yvonne ist Logopädin und Mutter eines kleinen Sohnes von vier Jahren. Er hat bisher die Diagnose "Wahrnehmungverarbeitungsstörung" und befindet sich aktuell in der Autismus-Diagnostik. Zum Thema "Essen und Wahrnehmung" hat Yvonne mir einen tollen Gastbeitrag geschickt. *** Warum das Essen mit den Fingern eigentlich ganz schlau ist... von Yvonne Ich möchte gerne über ein Thema aus der Rubrik "Wahrnehmung" schreiben, das viele - ja fast alle - von uns kennen und das doch irgendwie so alltäglich Weiterlesen [...]

Autismus und Geduld – einfach mal öfter bis zehn zählen

Ich hatte schon an anderen Stellen darüber geschrieben und auch im "Buch zu Ellas Blog" etwas darüber veröffentlicht: Manchmal sollten wir Eltern und Bezugspersonen einfach erstmal innerlich bis zehn zählen, bevor wir die nächste Frage oder Aufgabe stellen. Das wurde mir erst gestern wieder bewusst. Es ist nämlich gar nicht so einfach, das umzusetzen, wenn man in unserer schnelllebigen Zeit aufwächst und mittendrin herumwuselt. In manchen Situationen muss es auch wirklich schnell gehen, Weiterlesen [...]
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