Category Archives: Aufklärung

Was ist eigentlich die Motivation für Ellas Blog?

"Silke, sag mal, was ist eigentlich deine Motivation für Ellas Blog?" Das werde ich wirklich häufig gefragt und ich bin jedes Mal sehr dankbar für die Frage, weil es mir die Gelegenheit gibt, immer und immer wieder mein WARUM zu hinterfragen. Das halte ich für unglaublich wichtig, gerade wenn man auch auf Social Media unterwegs ist. Ich habe mir damals mit meinem kleinen Autisten mehr Erfahrungen und Alltagstipps, komprimiertes Wissen, das von Menschen kommt, deren Leben mit dem ihres Weiterlesen [...]

Barrierefreiheit für Autistinnen und Autisten – Struktur, Reizreduzierung, Kommunikation, Rahmenbedingungen und mehr….

Meistens hat man beim Thema "Barrierefreiheit" bauliche und allgemein materielle Anforderungen im Blick, um Menschen mit körperlichen Behinderungen Teilhabe zu ermöglichen. Barrierefreiheit im Bereich Autismus beinhaltet vor allem sensorische und strukturelle Bedürfnisse, die es zu erkennen und zu erfüllen gilt. Weil Autismus keine körperlich sichtbare Beeinträchtigung ist, werden die Barrieren, mit denen AutistInnen im Alltag konfrontiert werden, von der Umwelt als solche meistens Weiterlesen [...]

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt – gemeinsam im Balanceakt Autismus und Aufklärung (Blogparade)

Lange habe ich darüber nachgedacht, welchen Beitrag ich bei der Blogparade der von mir sehr geschätzten Technikelfe beisteuern könnte. Meine Verbindung zu ihrem Blog liegt ausnahmsweise mal nicht im Thema Autismus begründet, sondern in der rein praktischen Tatsache, dass meine Angebote, wie Ellas Blog, die Onlinekurse, das Online-Mentoring und das neue Forum +plus+ natürlich auch immer einen technischen Background haben, der gepflegt und gehegt werden muss. Bei der lieben Sara alias Technikelfe Weiterlesen [...]

Warum ich statt von high- und low-functioning lieber vom jeweiligen Unterstützungsbedarf spreche

Es ist nicht immer einfach, eine eindeutige Zuordnung einer Diagnose innerhalb des Autismus-Spektrums zu treffen.Das ist einerseits gut so, denn das Einsortieren in Schubladen wie "frühkindlicher", "atypischer" oder "Asperger"- Autismus soll durch die Bezeichung Autismus-Spektrum aufhören, da es viele Überschneidungen gibt.Andererseits ist es oft einfacher für das Gegenüber, eine erste Vorstellung vom Autismus des anderen zu gewinnen, wenn eine dieser Zuordnungen als Anhaltspunkt gegeben Weiterlesen [...]

Von Pseudo-Augenhöhe – Du darfst mitreden, aber bitteschön nur bis hierhin und nicht weiter

Diese Situation kennt ihr bestimmt sehr gut. Man sitzt als Elternteil mit TherapeutInnen, ÄrztInnen, Lehrkräften oder anderen Fachleuten zusammen und bespricht ein Problem, das mit dem eigenen autistischen Kind zusammenhängt. Solange alle einer Meinung sind, ist alles gut. Sobald du als Elternteil die Dinge anders siehst, wird dir die Kompetenz abgesprochen. "Sie sind zu emotional. Außerdem haben Sie das nicht studiert. Sie können das nicht beurteilen." Vielleicht kennst du auch diese Situation. Weiterlesen [...]

Welche Fehler auch ich gemacht habe und was du vielleicht für dich daraus ableiten kannst

In das Leben mit einem autistischen Kind werden die meisten von uns ganz unmittelbar hineingeworfen. Entweder merken wir bereits von Geburt an, dass sich unsere Kinder anders entwickeln oder wir spüren im Laufe der Jahre, dass etwas anders ist. Auf jeden Fall ist "Autismus" etwas, mit dem wir uns plötzlich auseinandersetzen müssen. Niklas und ich in Norwegen Dabei ist vor allem die andere Entwicklung und das nach außen hin sichtbare Verhalten anfangs das, was uns und auch unserem Umfeld Weiterlesen [...]

Was ich mir am internationalen Tag der Pflege wünsche – mit und ohne Corona

Menschen mit TEAM Schild Am 12. Mai ist der internationale Tag der Pflege. Das Datum wurde in Gedenken an die britische Krankenschwester Florence Nightingale gewählt. Der 12. Mai war ihr Geburtstag im Jahr 1820. Sie hatte in ihrer Zeit maßgeblich dazu beigetragen, dass die Krankenpflege zu einem anerkannten Beruf werden konnte und setzte sich dafür ein, dass es Standards bei der Pflege einzuhalten gibt und diese bei der Ausbildung vermittelt werden. Florence erhielt selbst einige Auszeichnungen und die Florence-Nightingale-Medaille, Weiterlesen [...]

Über das Beurteilen von Leben, Herablassung und das Credo der Evidenz

Snnenlogo Das Thema Autismus steht vielerorts im Fokus, mal mehr, mal weniger. Über meine ehrenamtliche Vereinsarbeit, die Arbeit mit "Ellas Blog" und den direkten Kontakt mit Eltern, AutistInnen und Fachleuten bemerke ich stellenweise eine Tendenz, die ich äußerst problematisch finde. Da dies dazu führt, dass Eltern verunsichert und bedrängt werden, Autistinnen und Autisten Selbstbestimmung und Lebensqualität abgesprochen wird und Dialoge zwar geführt, aber andere Perspektiven dennoch nicht ernst Weiterlesen [...]

“Ach, hat er das wohl gerade verstanden?” – “Was will er denn jetzt von mir?” – vom richtigen Zuhören

"Kann sie das denn?""Hört sie mich?""Hat er das jetzt verstanden?""Ist er gefährlich?""Warum macht er das denn jetzt nicht?""Geht das eigentlich bald vorbei?""Hat er diesen Autismus schon immer?"... Habt Ihr diese Sätze auch schon gehört?Bestimmt viele von Euch, denn so wird es mir oft berichtet. Neulich erzählte mir eine Mutter von einer Familienfeier, bei der auch ihr autistischer Sohn dabei war. Er ist 22 Jahre alt, nichtsprechend und seit seiner Geburt bei Festen und Feiern seiner Weiterlesen [...]

Autismus und Stärken – was unsere Kinder auszeichnet

Post-its mit Wünschen Wenn man ein autistisches Kind hat, wird man von anderen ständig mit den Schwächen und Defiziten konfrontiert, die mit dem Autismus einhergehen können. Gutachten zu lesen, ist manchmal äußerst belastend, weil nur diejenigen Seiten des Kindes hervorgehoben werden, die nicht passen, an denen gearbeitet werden muss und die sogar gefährlich für andere Personen sein könnten. Das Herz von uns Eltern schlägt dann meist traurig vor sich hin. Natürlich wissen wir um die Schwächen unserer Weiterlesen [...]

Kathrin ist Autistin: “Sympathie und echtes Interesse sind enorm wichtig, um Autisten verstehen zu können.”

bunter Kopf Quelle: pixabay, User GDJ Gastbeitrag von Kathrin: Ich suche nach Mustern in meinem Gehirn, um meine Außenwelt besser verstehen zu können. Was bedeutet das genau? Viele Aussagen oder Sätze, verknüpft mit Bildern bleiben mir in Erinnerung. Diese Erinnerungen können sehr banal sein, so wie ein Straßenschild, eine Vase mit Blumen oder der Satz „Bitte nennen Sie Beispiele“. Ereignisse, die voneinander nicht abhängen, die aber ein gemeinsames Schlüsselwort enthalten, lösen bei Weiterlesen [...]

Lisa: “Autistische Frauen kompensieren so gut, dass sie kaum auffallen. Auf Dauer macht das krank.”

Steinhaufen

Der Kontakt zu Lisa hat mich sehr beeindruckt. Sie ist Autistin und bekam erst spät im Erwachsenenalter ihre Diagnose. Der Grund dafür ist, dass sie viel kompensierte bis sie an ihre Grenzen und darüber hinaus kam. Im Interview erzählt sie aus ihrem Leben und klärt darüber auf, warum Mädchen und Frauen so oft als Autistinnen übersehen werden.

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Liebe Lisa, Du bist Autistin. Wie alt bist Du und seit wann hast Du Deine Diagnose?
Ich bin 35, fast 36 Jahre alt und habe meine Verdachtsdiagnose Weiterlesen [...]

Autismus ist keine beliebige Eigenschaft – warum man nicht ein bisschen autistisch sein kann

Spiralbild Kennt Ihr diese Sätze? "Ach, so ein bisschen autistisch bin ich auch. Lautstärke kann ich nicht mehr so ertragen wie früher." "Mein Kind ist auch manchmal so sonderbar. Vielleicht ist es auch ein bisschen autistisch." "Ich glaube, ich bin auch Autistin. Die Probleme, die Niklas mit großen Menschengruppen hat, habe ich auch." "Sind wir nicht alle ein bisschen autistisch?" Ich weiß nicht, wie es Euch damit geht, diese Äußerungen zu hören. Mich macht es ärgerlich und oftmals Weiterlesen [...]

Eltern von AutistInnen begegnen – eine Frage von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung auf mehreren Ebenen

Männchen in Kreisen Man kann es nicht oft genug betonen: das Autismus-Spektrum ist groß und vielfältig.Niemand kann von außen beurteilen oder gar bewerten, welche individuellen Bedürfnisse eine Autistin oder ein Autist hat. So kann es sein, dass einige AutistInnen mit Unterstützung, Struktur und Achtsamkeit gut leben können, andere aber einen nahezu dauerhaften Schutzraum benötigen, um mit den Reizen in ihrer Umwelt zurechtzukommen. Bei Niklas ist es zum Beispiel absolut undenkbar, dass er sich in einer Weiterlesen [...]

Wie ich mich fühlte, als wir zum ersten Mal andere Autisten wie Niklas trafen

Flipflops mit Getränk

Es ist ja schon eine Weile her, dass Niklas seine Diagnose erhielt - ziemlich genau 13 Jahre. Als uns der Kinderpsychiater mitteilte: "Frühkindlicher Autismus mit hyperkinetischer Begleitkomponente" war das für uns eine große Erleichterung. Es bedeutete einen Schlussstrich unter einer langen Suche nach dem "warum", endlich Antwort auf so viele Fragen. Wie ich mich noch dabei fühlte, steht ausführlich im Buch zum Blog beschrieben.

Der Arzt drückte uns gleich danach zwei Flyer in die Hand: einen Weiterlesen [...]

Empathie mal anders – die Ebene der aufklärenden AutistInnen und Eltern

Pictogramm mit buntem Kopf

Wenn wir über das Thema "Autismus und Empathie" sprechen oder lesen, geht es meistens darum, dass sich Autistinnen und Autisten angeblich nicht in die Lebenssituationen und Gefühlswelten anderer Menschen hineinversetzen können. Zu dieser Haltung, die vor allem Missverständnisse und Klischees bedient, hatte ich bereits im Beitrag "Autismus - eher ein Zuviel als Zuwenig an Gefühlen - der Mythos von der Empathielosigkeit" ausführlich geschrieben.

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Ich möchte an dieser Stelle die Aufmerksamkeit Weiterlesen [...]

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