Category Archives: Familienleben

Wir tragen uns immer weiter – vom tragen und getragen werden

Ich habe Niklas viele Jahre lang getragen. Zuerst trug ich ihn, weil er nicht laufen konnte. Das lernte er erst mit fünf Jahren, als er körperlich dazu bereit und gleichzeitig seine Motivation extrem hoch war – nämlich als er aufstand, um im Kindergarten dem Niklaus seinen Bart herunterzuziehen. Auch danach trug ich ihn noch häufig. Weil er schnell erschöpft war, weil sein Muskeltonus erschlaffte und weil er nicht mehr laufen konnte, wenn zu viele Reize auf ihn einwirkten. Die Konzentration Weiterlesen [...]

Interview mit Julia über ihre Bachelorarbeit zum Themenbereich Geschwister von Kindern mit Autismus

Julia hat eine Bachelorarbeit über die Beziehung von Geschwistern geschrieben, wenn ein Geschwister autistisch ist. Dafür hat sie Interviews geführt und ausgewertet. Ich bin von ihrer Arbeit, die ich lesen durfte, beeindruckt und habe ihr ein paar Fragen dazu gestellt: *** Wie bist Du auf das Thema für Deine BA gekommen? Hattest Du schon vorher mit autistischen Kinder und ihren Familien zu tun? Nach meinem Fachabitur habe ich ein soziales Jahr in einer Schule für behinderte Kinder gemacht. Weiterlesen [...]

Interview: Evas Familie hat einen Jungen mit Autismus adoptiert

Eva ist verheiratet, hat zwei leibliche Töchter und einen adoptierten Sohn. Matthis ist 15 Jahre alt. Er spricht nicht, kommuniziert über einen Computer und braucht vor allem Hilfe bei der Körperpflege und beim Essen. Er ist Autist. Evas Geschichte hat mich sehr berührt und ich freue mich, dass sie bereit war, mir einige Fragen im Interview zu ihrer Familie und der Adoption zu beantworten. *** Eva, wie kam es dazu, dass Ihr Matthis adoptiert habt? Matthis ist der Sohn meiner besten Weiterlesen [...]

vom Trösten

Ein Kind trösten zu dürfen, ist etwas Schönes. Das nachlassende Schluchzen und das Sich-Anschmiegen, das Ruhiger-werden. Natürlich meine ich damit Situationen, die nicht so tragisch sind, in denen es sich um einen blauen Fleck, eine Schramme oder eine verpasste Fernsehsendung handelt. Wie fühlt es sich an, wenn das Kind sich nicht trösten lassen will? Das bekam ich in den ersten zehn Jahren mit Niklas oft zu spüren, denn er schluchzte dann alleine vor sich hin und ich konnte auch nicht Weiterlesen [...]

Von unsensiblen und übergriffigen Fragen: „Und wann kommt das nächste Kind?“

„Wann kommt denn eigentlich Euer nächstes Kind?“ Schon wieder diese Frage und mein Bauch zieht sich zusammen. Ich weiß gar nicht, ob ich für ein weiteres Kind überhaupt noch genug Kraft habe, denkt Marion. „Der Abstand wäre jetzt perfekt. Bei uns haben sich zwei Jahre bewährt. Bei Ursula sind drei gut, sagt sie. Wenn Du jetzt schwanger wirst, sind es vier – wäre bestimmt auch noch super.“ Kann sie nicht endlich aufhören? Warum gehen immer alle davon aus, dass man mühelos Kinder Weiterlesen [...]

„Au-pairs“ und „Wohnen für Hilfe“ als Unterstützungsmodelle

Auf der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten muss man immer wieder kreativ werden. Bei uns hat sich über die Möglichkeit stundenweiser Betreuung per Familienentlastenden Dienst hinaus unter anderem auch das Konzept "Wohnen für Hilfe" bewährt. Kurz und knapp bedeutet das, dass ein/e Student/in oder Auszubildende/r mietfrei oder mit reduzierter Miete in der Familie lebt und dafür Hilfeleistungen erbringt - ähnlich wie mit einem Au-pair, nur etwas reduzierter, was die Bedingungen und Vereinbarungen Weiterlesen [...]

Manchmal ist man einfach traurig – und darf es auch sein

Dieser Brief von Lisa erreichte mich. Ich bin sicher, dass sie mit ihren Gefühlen und Gedanken nicht alleine ist. *** Ich bin manchmal so unendlich traurig, weil die Möglichkeiten meines Sohnes so eingeschränkt sind. Wenn ich davon lese, dass andere mit ihren Kindern ins Kino gehen, Eis essen, dass sie Computer spielen, Bücher lesen, spazieren gehen, gemeinsam am Tisch essen…. Das alles geht bei uns nicht. Mein Sohn macht nichts von alledem. Wir sind die ganze  Zeit nah an ihm dran, um Weiterlesen [...]

Mutter-Vater-Kind-Kuren – Interview mit dem Müttergenesungswerk

Das Müttergenesungswerk (MGW) hat 1300 Beratungsstellen und unterstützt bei Fragen rund um das Thema "Kurmaßnahmen". Vor einigen Jahren weitete das MGW seine Arbeit auch auf Väter und pflegende Angehörige aus. Die Geschäftsführerin Frau Anne Schilling beantwortete für "Ellas Blog" einige Fragen. *** Liebe Frau Schilling, was genau ist das Müttergenesungswerk (MGW)? Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Müttergenesungswerk (MGW) wurde 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des ersten Bundespräsidenten, Weiterlesen [...]
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