Category Archives: Familienleben

Time-Out ist nicht gleich Time-Out

In einigen Einrichtungen wie zum Beispiel Kindergärten und Schulen gibt es sie, die Time-Out-Maßnahmen und die Time-Out-Räume. Manche umgibt eine Aura der Bestrafung und manche sind einfach reizarme Rückzugsbereiche. In Gesprächen mit anderen Eltern stelle ich immer wieder fest, dass der Begriff "Time-Out" sehr unterschiedlich besetzt ist. Im Grunde sollte eine "Time-Out-Maßnahme" nichts anderes bedeuten, als eine Auszeit zu nehmen, sich zurückziehen zu können, um sich zu erholen. Weiterlesen [...]

Wie geht man mit Schlafdefizit um? Interview mit dem Schlafforscher Dr. Weeß

Heute, am 21. Juni, ist der "Tag des Schlafes". Viele Eltern autistischer Kinder haben über Jahre und Jahrzehnte hinweg ein chronisches Schlafdefizit. Darauf, dass sich nach ein paar Jahren im Kleinkindalter ein allgemein verträglicher Rhythmus für die gesamte Familie einpendelt, warten viele vergeblich. Auf der Suche nach WissenschaftlerInnen, die erklären können, warum AutistInnen oftmals ein anderes Schlafbedürfnis oder einen anderen Schlafrhythmus haben, wurde ich leider nicht fündig. Weiterlesen [...]

Katrin im Gespräch über ihre Schwester und das GeschwisterNetz der Lebenshilfe

Katrin hat eine Schwester mit geistigen Einschränkungen, erzählt für "Ellas Blog" aus ihrem Leben und gibt anderen Geschwistern und Eltern Tipps. Außerdem berichtet sie vom GeschwisterNetz, das sie initiiert hat. *** Liebe Katrin, Du bist sehr engagiert im Bereich "Geschwister behinderter Kinder". Wie kommt das? Bist Du selbst ein solches Geschwisterkind? Ja, meine große Schwester ist geistig beeinträchtigt. Welche Einschränkungen hat sie? Meine Schwester ist aufgrund eines Sauerstoffmangels Weiterlesen [...]

Wir tragen uns immer weiter – vom tragen und getragen werden

Ich habe Niklas viele Jahre lang getragen. Zuerst trug ich ihn, weil er nicht laufen konnte. Das lernte er erst mit fünf Jahren, als er körperlich dazu bereit und gleichzeitig seine Motivation extrem hoch war – nämlich als er aufstand, um im Kindergarten dem Niklaus seinen Bart herunterzuziehen. Auch danach trug ich ihn noch häufig. Weil er schnell erschöpft war, weil sein Muskeltonus erschlaffte und weil er nicht mehr laufen konnte, wenn zu viele Reize auf ihn einwirkten. Die Konzentration Weiterlesen [...]

Interview mit Julia über ihre Bachelorarbeit zum Themenbereich Geschwister von Kindern mit Autismus

Julia hat eine Bachelorarbeit über die Beziehung von Geschwistern geschrieben, wenn ein Geschwister autistisch ist. Dafür hat sie Interviews geführt und ausgewertet. Ich bin von ihrer Arbeit, die ich lesen durfte, beeindruckt und habe ihr ein paar Fragen dazu gestellt: *** Wie bist Du auf das Thema für Deine BA gekommen? Hattest Du schon vorher mit autistischen Kinder und ihren Familien zu tun? Nach meinem Fachabitur habe ich ein soziales Jahr in einer Schule für behinderte Kinder gemacht. Weiterlesen [...]

Interview: Evas Familie hat einen Jungen mit Autismus adoptiert

Eva ist verheiratet, hat zwei leibliche Töchter und einen adoptierten Sohn. Matthis ist 15 Jahre alt. Er spricht nicht, kommuniziert über einen Computer und braucht vor allem Hilfe bei der Körperpflege und beim Essen. Er ist Autist. Evas Geschichte hat mich sehr berührt und ich freue mich, dass sie bereit war, mir einige Fragen im Interview zu ihrer Familie und der Adoption zu beantworten. *** Eva, wie kam es dazu, dass Ihr Matthis adoptiert habt? Matthis ist der Sohn meiner besten Weiterlesen [...]

vom Trösten

Ein Kind trösten zu dürfen, ist etwas Schönes. Das nachlassende Schluchzen und das Sich-Anschmiegen, das Ruhiger-werden. Natürlich meine ich damit Situationen, die nicht so tragisch sind, in denen es sich um einen blauen Fleck, eine Schramme oder eine verpasste Fernsehsendung handelt. Wie fühlt es sich an, wenn das Kind sich nicht trösten lassen will? Das bekam ich in den ersten zehn Jahren mit Niklas oft zu spüren, denn er schluchzte dann alleine vor sich hin und ich konnte auch nicht Weiterlesen [...]

Von unsensiblen und übergriffigen Fragen: „Und wann kommt das nächste Kind?“

„Wann kommt denn eigentlich Euer nächstes Kind?“ Schon wieder diese Frage und mein Bauch zieht sich zusammen. Ich weiß gar nicht, ob ich für ein weiteres Kind überhaupt noch genug Kraft habe, denkt Marion. „Der Abstand wäre jetzt perfekt. Bei uns haben sich zwei Jahre bewährt. Bei Ursula sind drei gut, sagt sie. Wenn Du jetzt schwanger wirst, sind es vier – wäre bestimmt auch noch super.“ Kann sie nicht endlich aufhören? Warum gehen immer alle davon aus, dass man mühelos Kinder Weiterlesen [...]
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