Category Archives: Wahrnehmung

Fynn ist Autist: „Musik und Stille würden mich wirklich glücklich machen.“

Kugelschreiber auf Blatt Wie es Autisten in einer reizüberflutenden Schulumgebung gehen kann, zeigt diese eindrücklich beschriebene Innensicht von Fynn. Herzlichen Dank auch nochmal an dieser Stelle, lieber Fynn, für Deine Zeilen. Sie helfen, besser zu verstehen. Gastbeitrag von Fynn, 16 Jahre alt, Autist und hochbegabt: "Stell dir vor, dass du in deiner ersten in der Oberstufe relevanten Mathearbeit sitzt. Aufregung macht sich breit und du fängst an zu zittern. Bis hier nicht sehr ungewöhnlich, doch es geht Weiterlesen [...]

Autismus und Wahrnehmung: „Nein, meine Mütze mag ich nicht!“

Schal und Handschuhe

Jetzt ist es wieder soweit – die Temperaturen draußen haben Werte erreicht, bei denen man normalerweise (!) Mütze, Schal und Handschuhe anzieht. Nicht so bei meinem Sohnemann.

Die Mütze „quetscht meinen Kopf“, schrieb Niklas einmal und ich besorgte verschiedene Modelle, die meiner (!) Meinung nach nicht quetschen konnten, sondern eher schon wieder so labberig waren, dass man tatsächlich darauf verzichten konnte.
Die Handschuhe „jucken bienenstark“ schrieb er ein anderes Mal und ich Weiterlesen [...]

vom Trösten

zwei Teddybären

Ein Kind trösten zu dürfen, ist etwas Schönes. Das nachlassende Schluchzen und das Sich-Anschmiegen, das Ruhiger-werden. Natürlich meine ich damit Situationen, die nicht so tragisch sind, in denen es sich um einen blauen Fleck, eine Schramme oder eine verpasste Fernsehsendung handelt.

Wie fühlt es sich an, wenn das Kind sich nicht trösten lassen will?

Das bekam ich in den ersten zehn Jahren mit Niklas oft zu spüren, denn er schluchzte dann alleine vor sich hin und ich konnte auch nicht wirklich Weiterlesen [...]

Leserbrief: „… es kommt drauf an, was an Geräuschen noch dazu kommt…“

Liebe Silke, lieber Leserinnen und Leser von "Ellas Blog",

der Beitrag "Autismus und Misophonie" gefällt mir richtig gut. Er fasst so gut zusammen, was ich täglich als Autistin erlebe. Ich möchte nur noch eine Kleinigkeit aus eigenem Erleben hinzufügen, weil sie so wichtig ist und andere es vielleicht ebenso empfinden.

Manche Geräusche kann ich durchaus aushalten, obwohl sie tendenziell unangenehm sind. Dann kommt es darauf an, was noch hinzu kommt. Bei manchen Kombinationen ist es dann so Weiterlesen [...]

Autismus und Entwicklung hin zu mehr Selbstregulation

Im Beitrag "Wie man Wutanfälle und Meltdowns auseinander hält" hatte ich darüber berichtet, dass beide Formen der Zusammenbrüche bei Niklas Anfang dieses Jahres mit 17 Jahren einen (vorläufigen) Höhepunkt erreichten. Sowohl Reizüberflutung als auch wütende Episoden wechselten sich ab und konnten nicht immer gut auseinandergehalten werden. Das hat sich ein wenig verändert. Quelle: pixaba, User PublicDomainPictures, vielen Dank! Niklas' Entwicklung hin zu mehr Selbstregulation Eine Weiterlesen [...]

Wie man Wutanfälle und Meltdowns auseinander hält

Frustration und Trotz führen zu Wutanfällen, Reizüberflutung möglicherweise zu einem Meltdown.Wie kann man diese Zustände jeweils auseinanderhalten und wie geht man am besten mit seinem tobenden Kind um? ©Quelle pixabay, User geralt, vielen Dank! Über Frustration und Trotz zum Wutanfall Wutanfälle treten meistens dann auf, wenn die Dinge nicht so laufen, wie man das gerne hätte. Das kann in ganz unterschiedlichen Konstellationen passieren. Kleinkinder bekommen Weiterlesen [...]

Eine Autistin beschreibt: „Nach einem Overload…“

Salome (Name geändert) ist 27 Jahre jung und Asperger-Autistin.
Mit der Bitte um Veröffentlichung schickte sie mir eine Beschreibung ihrer Gedanken und Gefühle nach einem Overload.
Ich stelle ihre Zeilen sehr gerne online, um anderen AutistInnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, und um das Verständnis von Außenstehenden zu vergrößern.

Text von Salome:

"Wenn alles zu viel wird... Eigene Filter nicht funktionieren... Das Selbstpflegedefizit bzgl. Entscheiden offensichtlich wird...
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Wenn Orte und Personen unverrückbar mit Assoziationen verbunden sind

gemalter Kopf mit Filmstreifen

Manche Leute haben von Anfang an keine Chance bei Niklas und manche verscherzen es sich mit der Zeit mit ihm. Er kann manchmal sehr nachtragend sein und manche Personen sind dauerhaft bei ihm "unten durch".
Auch bestimmte Orte meidet er, als würde dort ein Ungeheuer auf ihn warten.
Es bedarf dann schon einer ganz besonderen Anstrengung diese Verknüpfung "Ort - schlecht"  oder "Person - schlecht" wieder aufzuheben.

Negative Assoziationen verbunden mit Orten

Es gibt Plätze oder auch Situationen, Weiterlesen [...]

Autismus – eher ein Zuviel als Zuwenig an Gefühlen – der Mythos von der Empathielosigkeit

Kindergesicht

"Ihr Sohn ist ein frühkindlicher Autist wie er im Buche steht", sagte einst ein Psychiater zu uns Eltern.
Was auch immer er für ein Buch meinte und was genau darin steht, es ist tatsächlich so, dass Niklas, was den Autismus angeht, auffälliger nicht sein könnte. Nach nur wenigen Augenblicken ist jedem klar, dass es sich bei ihm um einen behinderten jungen Menschen handelt.
Das kann ein Vorteil sein, weil niemand jemals davon ausgeht und von ihm erwartet, dass er sich normal zu verhalten habe. Weiterlesen [...]

Stimming – was ist das eigentlich?

Mädchen mit Kopfschmerzen Paul sitzt im Wartezimmer und wippt mit dem Oberkörper hin und her. Dabei wedelt er mit den Händen, hält sich die Ohren zu und macht bei jeder Berührung von Rücken mit Stuhllehne ein kurzes "hm".Seine Mama Julia sitzt neben ihm und weiß, dass er wegen des Termins beim Arzt nervös ist. Dazu kommen die fremden Menschen im Wartezimmer, die ihn verunsichern und die jetzt erst recht starren, weil Paul sich so komisch verhält.Aber Julia weiß, dass sie Paul bei seinem Stimming nicht unterbrechen Weiterlesen [...]

Als Pilger unter Geiern – oder – unser aller Reise als Fremdlinge

Geier Zurück von unserer Reise möchte ich noch ein paar Gedanken anschließen und außerdem hatte ich Euch im Beitrag "Ellas Blog von Tour - auf Pilgerbrücken und in Geierschluchten" ja noch ein Geier-Bild versprochen ;-) Schaut mal, hier kreist einer über uns in der Schlucht. Wie Haie im Meer sieht das aus, wenn sie zu mehreren auftauchen, irgendwie unheimlich. Geierschlucht Pyrenäen Als wir nach Nordspanien aufbrachen, war uns gar nicht bewusst, dass wir sehr oft die bekannten Pilgerwege Weiterlesen [...]

Gastbeitrag: Warum das Essen mit den Fingern eigentlich ganz schlau ist

Kind schmiert mit Spinat Yvonne ist Logopädin und Mutter eines kleinen Sohnes von vier Jahren. Er hat bisher die Diagnose "Wahrnehmungverarbeitungsstörung" und befindet sich aktuell in der Autismus-Diagnostik. Zum Thema "Essen und Wahrnehmung" hat Yvonne mir einen tollen Gastbeitrag geschickt. Warum das Essen mit den Fingern eigentlich ganz schlau ist... von Yvonne Ich möchte gerne über ein Thema aus der Rubrik "Wahrnehmung" schreiben, das viele - ja fast alle - von uns kennen und das doch irgendwie so Weiterlesen [...]

Autismus und Geduld – einfach mal öfter bis zehn zählen

Ich hatte schon an anderen Stellen darüber geschrieben und auch in "den Büchern zu Ellas Blog" etwas darüber veröffentlicht: Manchmal sollten wir Eltern und Bezugspersonen einfach erstmal innerlich bis zehn zählen, bevor wir die nächste Frage oder Aufgabe stellen. Das wurde mir erst gestern wieder bewusst. Es ist nämlich gar nicht so einfach, das umzusetzen, wenn man in unserer schnelllebigen Zeit aufwächst und mittendrin herumwuselt. In manchen Situationen muss es auch wirklich schnell Weiterlesen [...]

Wann ist endlich wieder Herbst?

herbstlicher Wald Alle schwärmen vom schönen Wetter, freuen sich, wuseln in ihren Gärten und strömen auf die Straßen. Überall hört man, wie schön doch das Wochenende gewesen sei und dass es so super ist, dass endlich der Frühling und dann der Sommer kommt.Nun - bei uns ist das nicht so. Niklas tut sich schwer mit der Helligkeit. Heute wollte er nach der Schule sofort in sein abgedunkeltes Zimmer. Deutlich ist zu spüren, wie sehr ihm die Sonne, die Helligkeit und die sich damit verändernde Akustik draußen Weiterlesen [...]

Marys Geschichte – „Es ist gut so, wie es ist – eben anders gut“

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Mary ist Autistin. Ihre Diagnose bekam sie mit 26 Jahren.
"Ich habe sie erhalten und mich erst einmal gar nicht weiter damit beschäftigt. Ich wußte gar nichts über das Thema Autismus", schreibt sie in ihrem Blog.
Erst nach drei bis vier Jahren konnte sie die Diagnose für sich annehmen.

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Marys damaliger Lebensgefährte hatte immer wieder erwähnt, dass sie anders sei und zu einem Psychiater gehen solle, um das abklären zu lassen. Dieser stellte dann nach ausgiebigen Tests die Diagnose Autismus.
Nach Weiterlesen [...]

Autismus und Misophonie

Mädchen hält sich Ohren zu „Aber Niklas ist ja selber laut. Warum sollen wir dann nicht mit dem Löffel klimpern?“, fragt mich der kleine Max und spricht damit aus, was sich schon manch einer gedacht hat. Denn so ist es in der Tat – für Niklas sind manche Geräusche unerträglich, obwohl sie gar nicht so laut sind wie andere Geräusche, die er zum Teil sogar selber fabriziert. Das ist erstmal schwer zu verstehen.Wenn man sich mit dem Thema „Misophonie“ beschäftigt, wird es klarer. Was ist Misophonie? Das Weiterlesen [...]
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