Rückblick auf ein bewegtes Jahr mit vielen Veränderungen

am Nisser in Norwegen

„Entspannung entsteht, wenn man Veränderung zulässt.“

Das ist ein Satz, der in meinem Zimmer an einer Pinnwand hängt. Ich schaue immer mal wieder darauf, setze mich in meinen gelben, gemütlichen Sessel am Fenster und denke darüber nach, was er mir am jeweiligen Tag sagen könnte (also der Satz, nicht der Sessel ;-).
In diesem Jahr hat er mich sowohl beruflich, als auch privat begleitet, sich auf meine Arbeit und auf persönliche Weichenstellungen ausgewirkt. Heute möchte ich euch an einigem davon teilhaben lassen.

Ach ja, ich möchte keine Zitate klauen, der Satz ist nicht von mir. VerfasserIn ist mir allerdings nicht bekannt, ergänze ich gerne, wenn es jemand von euch weiß.

Veränderungen sind manchmal echt schwer

Über manche Veränderungen freuen wir uns, fiebern ihnen richtig entgegen, aber andere Dinge halten wir auch ganz fest, damit sie ja nicht vorübergehen oder irgendwie anders werden. Ich glaube, das kennen wir alle. Und genauso geht`s mir natürlich auch.

Wenn wir Veränderungen erfahren oder zulassen, bewegen wir uns meistens erstmal wieder auf neuem Terrain, fühlen uns womöglich etwas unsicherer als zuvor. Gleichzeitig ist da Euphorie zu spüren, positive Aufregung , weil wir neugierig oder hoffnungsvoll nach vorne sehen. Es ist ein Hin und Her an Gefühlen und daher nicht in jeder Lebensphase willkommen. Denn dieses Auf und Ab kostet auch Kraft, da ist es manchmal bequemer, einfach so weiterzumachen, wie bisher.

Wenn wir ohnehin schon ungefragt mit Veränderungen zu tun haben, die uns überhaupt nicht gefallen, dann stoßen wir meistens nicht noch zusätzlich etwas Neues an. Das würde unsere Ressourcen übersteigen. Manchmal merken wir aber auch erst hinterher, dass wir uns zu viel zugemutet haben und rennen voraus, bis wir merken, dass uns die Puste ausgeht. So ein Exemplar bin ich zum Beispiel, aber ich arbeite daran, dass es besser wird.

Das ist ein Sammelsurium an Gedanken dazu und sicherlich fallen dir noch weitere Aspekte ein, es ist nicht vollständig, was ich hier schreibe.
Was hat es aber mit meinem persönlichen kleinen Jahresrückblick zu tun? Das verrate ich jetzt, ein Stück weit jedenfalls, ohne die allzu persönlichen Themen ;-)

Welche Veränderungen dieses Jahr für Ellas Blog gut geklappt haben

Eine sehr wichtige Neuerung war für mich, dass ich im Februar diesen Jahres Facebook verlassen habe.
Mit damals 14000 Followern erklärten mich einige für verrückt deswegen, aber ich habe es keine Minute bereut. Gründe waren der mangelnde Datenschutz, das Nichtausliefern von Beiträgen, der häufig rüde Umgangston auch hinter den Kulissen. Das wollte ich mir nicht mehr antun.
Genauer kannst du es hier nachlesen, ich hatte damals darüber geschrieben.

Wie gesagt, habe ich es keine Minute bereut. Diejenigen, die weiterhin daran Interesse haben, die Aktivitäten auf Ellas Blog mitzuverfolgen, kamen in meinen Newsletter und für die anderen waren meine Beiträge und Angebote ohnehin nicht passend. Ich selbst habe durch den Wegfall von Facebook viel Zeit gewonnen und deutlich weniger negativen Stress.
War also eine gute Veränderung, die sich nach wie vor positiv auswirkt.

Verbunden damit war die Aufwertung meines Newsletters. Auch das eine große Veränderung, da ich ihn vorher sporadisch schrieb und nun wöchentlich, wenn nichts dazwischen kommt. Auch beinhaltet der Newsletter jetzt deutlich mehr Informationen und mehr Einblick hinter die Kulissen von Ellas Blog. Es kommen regelmäßig neue Leserinnern und Leser dazu und ich freue mich über alle, die gerne mit dabei sind.
Besonders rührt mich, wenn mir Einzelne schreiben, dass sie schon jede Woche darauf warten und sich freuen, wenn Ellas Blog-Post bei ihnen eintrudelt und hin und wieder persönliche Einblicke darin zu lesen sind.
Auch diese ganz bewusste Veränderung hat sich gelohnt und wird weiter gepflegt werden. Wenn du ihn noch nicht bekommen solltest, kannst du dich HIER anmelden.

Die nächste Veränderung war das Einführen der Online-Live-Seminare.
Das hat mir wirklich viel Spaß gemacht, mit euch direkt in Austausch zu kommen, über Detailthemen zu informieren und Praxistipps zu geben. Die Seminare wurden richtig gut angenommen und werden weitergeführt – allerdings mit einer weiteren Veränderung, weil sie aus meiner Sicht noch nicht optimal waren.

Die Live-Workshops werden in Zukunft noch mehr den Fokus auf Austausch, Praxis und Umsetzung legen. Basiswissen werde ich darin nicht mehr vermitteln, wobei Informationen selbstverständlich immer Bestandteil sind. Für die Basics und grundlegenden sachlichen Informationen sind die Onlinekurse da, die es schon viele Jahre lang auf Ellas Blog gibt. Die Workshops bieten dazu eine Vertiefung und Unterstützung für die Umsetzung im Alltag an.
Aus einer ersten Veränderung entsteht nun also eine weitere und für mich fühlt es sich sehr schlüssig an. Ich bin gespannt auf die weiteren Erfahrungen damit.
Das Konzept kannst du HIER nachlesen.

Eine weitere Veränderung: die Nachfrage von öffentlichen und privaten Arbeitgebern, die Leistungen im Bereich Autismus anbieten. Es freut mich sehr, dass ich aus meiner Perspektive zur Aufkärung beitragen kann, das betraf dieses Jahr z.B. Schulbegleitungen, Ergo- und LogotherapeutInnen, Lehrkräfte und Personen in heilpädagogischen Berufen.
Um die Möglichkeiten noch übersichtlicher zu halten, gibt es nun eine extra Seite dafür.

Verändert hat sich auch die Anzahl der Bücher, die es zu Ellas Blog gibt: inzwischen sind es vier. Dieses Jahr kam „Autismus im Kindergarten“ hinzu und es hat mir viel Freude gemacht, dieses Thema, das für mich persönlich schon lange zurückliegt, nochmal zu vertiefen.
Das Buch bedient quasi eine Nische in der Nische, aber nachdem mich bereits vorletztes Jahr und Anfang diesen Jahres immer wieder Personen aus dem Kita-Bereich und Eltern mit Kindergartenkindern nach einem solchen Buch fragten, setzte ich es schließlich um.
Mehr über die Entstehung kannst du HIER nachlesen.

Was sich privat verändert hat

Das Wohnprojekt von Niklas hat sich deutlich weiter entwickelt. Er hat inzwischen sechs AssistentInnen, die ihn im Wohnen unterstützen. Das hat deutlich spürbar seine Selbständigkeit gefördert und Raum für uns alle ermöglicht: Raum für Entwicklung, für Selbstbestimmung und Zutrauen.
Über das Thema Raum geben habe ich HIER genauer geschrieben.

Die individuelle Wohngestaltung kommt uns allen sehr zugute und ermöglicht im Sinne des BTHG mehr Selbstbestimmung und Selbständigkeit. Die Seminare zum Thema „Individuelles Wohnen mit dem Persönlichen Budget“ waren dieses Jahr regelmäßig ausgebucht, weshalb es in Kürze einen Onlinekurs dazu geben wird, der dann jederzeit in eigenem Tempo bearbeitet werden kann. Der Trend geht eindeutig hin zu individuellen Lösungen, die nicht unbedingt wie bei uns eine Einzellösung bedeuten müssen, sondern genauso gut selbstbestimmte und selbst gestaltete WGs sein können.
Über unser Wohnprojekt kannst du hier mehr lesen.

Eine große Neuerung war, dass wir uns unseren persönlichen Traum eines Ferienhauses in Norwegen erfüllten. Nach etwa 25 Jahren Urlaub in diesem fantastischen Land, wollten wir uns dort einen Rückzugsort schaffen, für uns, für die Familie, für Freunde und wenn ihr möchtet, auch für euch.
Uns war es wichtig, einen Ort zu finden, der ruhig ist, dennoch nicht zu verlassen, mit gut erreichbarer Infrastruktur und mit ausreichend Rückzugsbereichen. Als wir unsere „Hytte am Nisser“ das erste Mal sahen, waren wir sofort verliebt. Verliebt in dieses wunderbare Häuschen.
Einige von euch haben sogar schon ihren eigenen Urlaub bei uns gebucht, was mich sehr freut und ich wünsche euch jetzt schon eine unglaublich schöne Zeit dort.
Wer nochmal gucken möchte, gerne HIER.

am Nisser in Norwegen

Für mich war auch neu in diesem Jahr, dass ich nach 23 Jahren das erste Mal wieder 5 Tage am Stück mit meinem Mann alleine verreisen konnte. Das war möglich, weil das Wohnteam gemeinsam mit der Förderstätte alles abgedeckt hat. Wir waren sooo dankbar und haben es sehr genossen.
Darüber hinaus war es mir möglich, in Norwegen am Nisser eine komplette Woche alleine zu verbringen, dort das neue Buch fertig zu schreiben und eine längere Auszeit zu genießen. Luxus pur, aber wem sage ich das. Es hat sehr gut getan.

Es gibt ein paar weitere private Entwicklungen, die wichtig für mich sind, die an dieser Stelle aber zu persönlich werden. Nur vielleicht noch so viel: wann immer es möglich war, habe ich mir kleine Zeitinseln geschaffen und begonnen, regelmäßig zu meditieren. Kurze, regelmäßige Einheiten, die unglaublich gut tun.

Das möchte ich mir merken und mit ins neue Jahr nehmen

Ich durfte dieses Jahr lernen, dass es wichtig ist im Hier und Jetzt zu leben.
So häufig hängen wir Erinnerungen oder verpassten Chancen nach oder malen uns aus, wie die Zukunft sein könnte und was wir irgendwann dann…. machen werden.
Klar ist es gut, die Vergangenheit zu reflektieren und Pläne zu schmieden, aber das Leben findet hier und jetzt statt. Ich habe mir vorgenommen, mir das öfter bewusst zu machen.

Der Beitrag „Warum du nicht loslassen musst, aber Raum geben darfst“ ist nach für mich prägenden Erfahrungen entstanden. Schon lange fühlte ich mich mit diesem Loslassen extrem unwohl, seit ich von „Raum geben“ spreche geht es mir viel besser. Es ist, als hätte sich ein Knoten gelöst und seitdem gelingt es mir besser, mir nicht mehr allzu viele Sorgen zu machen. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass ich mich, was das Sorgen machen angeht, immer noch auf einem hohen Level befinde, aber es verändert sich was. :-)
Sehr berührt haben mich etliche Rückmeldungen zu diesem Beitrag von Eltern, die sich inspiriert, aber auch erleichtert fühlten und nun auch von „Raum geben“ sprechen möchten.

Eine schöne Erfahrung – und das möchte ich auch mitnehmen und nicht vergessen – war dieses Jahr, dass ich in mehreren Situationen erleben durfte, wie ich mich auf andere Mitmenschen verlassen kann. Zuletzt bei meiner nicht gerade unerheblichen Corona-Infektion, die mich völlig lahm gelegt hat. Das Netzwerk hat funktioniert, die Familie war da, an allererster Stelle mein Mann. Nicht dass ich das nicht vorher wusste, auf wen ich mich verlassen kann, aber es in einer extremen Situation zu erleben und dann zu reflektieren, hat das für mich nochmal deutlich unterstrichen.
Ich habe dadurch auch gelernt, dass ich auch mal Verantwortung abgeben darf.

Womit ich mich noch auseinandergesetzt habe

Zu einem Rückblick gehören natürlich noch mehr Aspekte, unter anderem, was nicht so gut geklappt hat oder auch, wie man eigentlich geschafft hat, was man verändern konnte.
Wenn du dir für dich auch ein wenig Zeit für all diese Gedanken nehmen möchtest, nutze gerne meine Vorlage, die du hier bis zum 16. Januar kostenfrei herunterladen konntest. Im Forum plus steht sie weiterhin zur Verfügung.

Und wenn du gerne auch in deine Visionen für 2023 einsteigen möchtest, dann komm gerne ins Forum von Ellas Blog. Dort werden wir im Januar mit einer Jahresplanung einsteigen und dies auch gemeinsam besprechen. Anschließend gebe ich monatliche Impulse zum Dranbleiben und Reflektieren, denn allzu oft vergessen wir leider unsere eigenen, guten Gedanken im Alltag schnell wieder. Wir wollen mal versuchen, ob das dieses Mal anders wird. Vielleicht bist du ja dabei. Steige jederzeit gerne mit ein.

Ausblick auf 2023

Ja, der darf natürlich nicht fehlen und der kommt im Januar.
Bis dahin bleibt gesund und habt einen schönen und vor allem friedlichen Jahresausklang.
Alles Liebe für euch,
Silke ♥

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