„Wie ein Fisch mit kaputter Flosse unter Haien“ – wenn Autismus-Diagnosen in der Schule abgesprochen werden (Gastbeitrag)

Heute veröffentliche ich den Gastbeitrag einer verzweifelten Mutter, die mich anschrieb, um ihre Not loszuwerden. Vielleicht könnt Ihr mit Zuspruch und Verständnis helfen.

Quelle: pixabay, User Rollstein

Gastbeitrag von Anne:

Mein Sohn hat eine Autismus-Spektrumstörung. Leider möchte seine Schule ihm seine Rechte verwehren. Er bekommt weder einen anständigen und greifenden Nachteilsausgleich noch einen Förderplan.

Wir suchten Hilfe bei der Schulaufsicht, doch diese lässt uns seit eineinhalb Jahren im Stich. Der Schulleiter darf tun, was er will, aber er will nichts für Inklusion tun. Alle Gelder, die für Sonderschullehrer, Schulassistenz, etc. fließen, werden nicht für unseren Sohn genutzt! Seine Probleme werden völlig ignoriert, seine Diagnose nicht ernst genommen.
Wir werden als schlechte Eltern dargestellt und beim Elternabend wurde öffentlich gesagt, unser Sohn sei schuld daran, dass es keine Ausflüge gebe, er sei schuld, dass die Klassenlehrerin krank wäre….etc. Daraufhin wurden wir von anderen Eltern gebeten, dass unser Sohn die Schule verlassen möge.
Alle Aktivitäten scheinen darauf abzuzielen, dass wir freiwillig die Schule verlassen.

Wir suchten Hilfe bei einer Beratungsstelle für Inklusion, die die Situation unseres Sohnes beurteilte, ohne ihn überhaupt kennengelernt zu haben.
Die Einschätzung der Schule wurde übernommen, nach der unser Sohn keine Schulbegleitung und keinen Nachteilsausgleich brauche.

Unser Sohn wurde wegen Legasthenie zurückversetzt. In der nächsten Klasse meinte die Lehrerin trotz Diagnose: „Er hat nichts“ und „manche Eltern besorgen nur Diagnosen, um das oppositionelle Verhalten des Kindes zu entschuldigen.“
Das war eine Diskriminierung und völlige Missachtung.
Weil wir uns das nicht gefallen ließen, flog unser Sohn aus der Klasse. Die neue Lehrerin wollte nichts mit uns Eltern zu tun haben und er wurde wegen Mobbings von Mitschülern angeblich zu seiner eigenen Sicherheit vom Unterricht und von einer Schulübernachtung ausgeschlossen.
Mit zwei weiteren Lehrern lief es gut, allerdings wurde ihnen durch den Schulleiter der Kontakt zu uns untersagt.

Nun soll unser Sohn endgültig Schule wechseln. Er ist in der dritten Klasse und hatte bereits sechs Klassenlehrer. Ich denke, es reicht!
Warum sollte es woanders besser laufen? Wer gibt uns die Garantie dafür?
Warum können Diagnosen einfach abgesprochen werden?
Warum wird man der Verantwortung gegenüber einem autistischen Kind nicht gerecht?
Wo ist die Inklusion?
Warum bekommen wir keine Unterstützung von den Stellen, die für inklusive Beschulung eintreten sollten?
Warum darf man uns Eltern so schlecht behandeln?
Darf man Eltern von Mitschülern gegenüber so schlecht über ein anderes Kind sprechen?

Darüber vergessen alle, dass unser Sohn ein Mensch ist, der Gefühle hat und mitbekommt wie viele Menschen ihn offen ablehnen. Er ist ein liebevoller Junge und immer bemüht das Richtige zu tun. Er hat gute Noten und strengt sich mächtig an, um dazu zu gehören. Klar sagt er auch mal doofe Sachen, welcher Zehnjährige nicht?
Sein Problem, nicht in die Gruppe zu finden, wird durch die vielen Wechsel nur noch verstärkt. Selbst seine Spezialthemen, wie sie viele Autisten haben, sucht er danach aus, was ihn in die Gruppe lässt…wie Minecraft oder Fortnite.

Obwohl wir unseren Sohn immer gefördert haben, ihm die Umgebung so einrichteten, wie er das z.B. wegen seiner Überempfindlichkeit gegen Gerüche braucht, werden wir als schlechte Eltern beschimpft.
Wie kann das sein, wenn ich mich doch einfach nur für die Bedürfnisse meines Kindes einsetze?
Für meinen Sohn ist es schlimm, aber auch ich als Mutter halte diese massive Ungerechtigkeit nicht mehr aus! Niemand hat etwas Gutes über mein tolles Kind zu sagen. Müssen wir wirklich bis vor Gericht ziehen, damit er nicht mehr diskriminiert wird?

Mir fehlen die Worte, um auszudrücken, wie verletzt und schockiert und wütend ich darüber bin, was diese sogenannte Inklusion sein soll. Man kann doch nicht einen Fisch mit kaputter Flosse unter Haie packen und dann ganz doll die Daumen drücken, dass es funktioniert…….

Anne

Liebe Anne, gerne veröffentlich ich Deinen verzweifelten Hilferuf. Deinen Namen habe ich Deinem Wunsch entsprechend geändert, alle anderen Namen auch weggelassen, damit niemand auf Euch schließen kann. Es gibt leider auch andere Familien, die Eure Erfahrungen teilen und ich verstehe Deine Wut und Verzweiflung und wünsche Euch von Herzen, dass Ihr endlich an Menschen geratet, die die Diagnose Deines Sohnes akzeptieren und ihn so unterstützen, wie er das braucht.
Alles Liebe, Silke alias Ella

Zum Weiterlesen:
Kein Platz im Schulsystem – und die Eltern stehen Vorwürfen gegenüber

Nicole und ihr autistischer Sohn finden die richtige Schule

zur Broschüre: Autisten besser verstehen lernen – Ideen und Anregungen für die Schule

51 comments

  • Melanie

    Liebe Anne,
    Das klingt ganz furchtbar schlimm,
    Und ich kenne die Verzweiflung wenn die Mächtigen ihre Macht missbrauchen…es ist furchtbar. Nimm ihn aus der Schule. Lass ihn krank schreiben…
    Und recherchiert ein bisschen über die möglichen anderen Schulen…vielleicht könnt ihr doch Kontakt zu den Lehrern bekommen die euch helfen wollen?
    Eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die schulleitung wäre vielleicht auch eine Möglichkeit….
    Ich drücke euch die Daumen…
    Grüße Melanie

    • Anne

      Hallo liebe Melanie,

      in der Tat, tat Corona uns sehr gut, die Pause und fröhliches Lernen zu Hause war echt nett und man merkte auch, wie es unserem Sohn besser ging.

      Nach Corona sind die Mitschüler nun netter, wir fanden eine super Schulbegleitung und der Klassenlehrer mag unseren Sohn sehr….
      Er hatte in der Jahren Schule nun 6 Klassenlehrer, zwei verschiedene Schulen….ein Wechsel wäre nur mit sehr viel Fahrtzeit verbunden möglich….
      Und ich frage mich, was das jetzt für das eine Jahr noch soll…

  • Silvia aus Oberhausen

    Ich bin fassungslos. Und werde beim lesen wütend, kann mir die Verzweiflung der Eltern vorstellen.
    Vielleicht sollte man sich an die Presse wenden…
    Erinnert mich an einen Lehrer, der zu meinem Sohn, zu dem Zeitpunkt 17, Höhere Berufsfachschule, im Beisein seiner Integrationskraft sagte:

    „Es würde ja alles für Inklusion getan, aber er (mein Sohn) würde durch sein Verhalten alles torpedieren und kaputt machen. Er wäre ja intelligent. Wenn er sich jedoch nicht in das System einfügen könne, gehöre er auf eine Behindertenschule mit einer 1 zu 1 Betreuung.“

    Dies war mit ein Grund, warum mein Sohn sich kurz vor seinem Abschluss verweigerte, die Schule jemals wieder zu betreten. Dieser Lehrer war kein Einzelfall.

    In mir kocht es schon wieder hoch, während ich das schreibe….

    Ich wünsche euch weiterhin starke Nerven…❤️ .

    Nützt alles nichts, ich vermute, ihr müsst nach einer anderen Schule schauen, die die Diagnose eures Sohnes ernst nimmt.
    Eventuell eine Integrationskraft beantragen?

    Überlegen, wie lange euer Sohn Pause von der Institution Schule braucht?
    Unser Sohn ist jetzt 6 Monate zu Hause. Ab dem 4. Monat haben wir gemerkt, dass er so langsam wieder „bei sich“ ist, viel ruhiger und entspannter wird.
    Nun ist er soweit, dass er ab Juli wieder etwas Neues beginnen kann.
    Fühlt euch ❤️lich gedrückt.

    • Anne

      Ich finde es unglaublich, wie viele studierte und privilegierte Menschen so absolut keinen Funken Mitgefühl und Feingefühl besitzen….wie kann das sein? Was fehlt im Studium, dass dermaßen viele Lehrer so argumentieren?

      Ich bin Krankenpflegerin und uns ging ein Pflegelehrer echt auf die Nerven, weil er oft gar nicht unterrichtete sondern bescheuerte Aufgaben stellte, die wir zu lösen hatten, als Klasse…er hat uns Menschlichkeit unterrichtet, Fähigkeiten zu diskutieren, Grenzen abstecken, gemeinsame Lösungen finden….So was müsste es auch für Lehrer geben….traurig und erschütternd!

  • Monika

    Liebe Anne.
    Willkommen in der Realität,der Inklusion.
    Du bist nicht allein.
    Man muss lange suchen und auch Glück haben,um an eine Schule zu geraten,die gewillt und angagiert ist,Inklusion um zu setzten.
    In der Tat würde ich mich ,nach einer anderen Schule umsehen.
    Dabei im Vorfeld klären um was es bei euch geht.
    Mit gewalt Inklusion einfordern,wenn an dieser Schule,der Fisch,vom Kopf her stinkt,wird nichts bringen.

    LG Monika

    • Anka

      Das hört sich absolut furchtbar an! Natürlich hast du recht, dass weder die Lehrer noch die Leitung der Schule sich so euch gegenüber und eurem Sohn verhalten dürfen.
      Ich glaube, sinnvoll wäre es, ihr sucht eine andere Schule! Vielleicht gibt es auch ein Internat, dass für ihn den richtigen Rahmen zum Lernen hätte? Dann wäre euer Suchumfeld größer.
      Wenn ihr das bewältigt habt, würde ich überlegen, ob ihr die Gremien der aktuellen Schule unter Druck setzt. Im Zweifel die Presse einschalten?
      Ganz viel Kraft wünsche ich euch!!

    • Anne

      Naja ich gebe mein Baby nicht her….ich wollte meine Kinder selbst groß ziehen, vermutlich würden wir jedoch für die Weiterführende Schule tatsächlich an einen Ort ziehen, an dem unser Sohn gedeihen kann….wobei unser Nachbarsjunge auch Autimus hat und es an seiner weiterführenden Schule wohl besser funktioniert….

      Übrigens hat unsere Grundschule über das Mädchen unserer Nachbarn ebenso drüber gebügelt, wie über unseren Sohn. Ein liebes, soziales und voll ehrgeiziges Kind, kam jeden Tag weinend nach Hause….vielleicht ist es gut diese missbräuchlichen Verhältnisse aufzusprängen…

      Vielleicht sollte man dem Stast klar machen, dass wenn eine Schulpflocht herrscht auch eine Sorgfaltapflicht mit unseren Schätzen garantiert sein muss…

      Liebe Grüße Anne

  • Kerstin

    Liebe Anne,

    ich kenne Ähnlichesaus der Grundschulzeit meines Sohnes.
    Er “ durfte“ theoretisch 90min pro Tag zur Schule – aber auch da wurden ständig Ausreden gefunden, warum es gerade heute nicht geht…..ich habihn also während der 3. und 4. Klasse fast ausschließlich zuhause unterrichtet.
    Was hilft, ist alles einzuklagen – ein guter Anwalt für Sozialrecht kann Wunder bewirken.
    So wurden zumindest vermieden, dass er als “ nicht beschulbar “ eingestuft wurde und er während der 4. Klasse regelmäßig am Gymnasium hospitieren durfte.
    Inzwischen hat er – er ist gerade 11 geworden- die 5. Klasse am Gymnasium sehr erfolgreich abgeschlossen, hat eine Fachfrau als Schulbegleiterin und der Schulleiter kümmert sich ganz hervorragend.
    Ich wünsche dir viel Kraft, diese dämliche Grundschulzeit zu überstehen.

    LG, Kerstin

    • Anne

      Liebe Kerstin,

      es tut mir leid, dass eure Grundschulzeit ebenso holprig gewesen ist.
      Eine Fachbegleitung haben wir beantragt, die Schule besteht jedoch darauf, dass unser Sohn keinerlei Hilfen benötigt….natürlich will das Jugendamt nicht zu viel bezahlen etc. Für das Jugendamt besteht also die Fachmeinung der Schule, unser Sohn hätte nichts und die Eltern wollten per Diagnose nur sein Verhalten entschuldigen! (EIN ZITAT DER KLASSENLEHRERIN)
      Eine Fachbegleitung wäre eben auch immer ein wenig Fachkritik, man könnte dann nicht mehr machen was man will…
      Anscheinend herrscht an dieser Schule sowas wie ein kollektives schlechtes Gewissen und ein Bewusstsein dafür, dass Misstände bestehen..z.B. werden Schüler, die Stören in eine „Oase“ gesteckt….jeder weiß dass das der Strafraum ist….es Oase zu nennen macht es nicht besser….
      Dann werden Schüler, die beim spendenlauf von ihren Eltern keine Spenden erhalten haben, an die Tafel für alle Sichtbar geschrieben…etc…
      Kinder, die verprügelt werden, und sich wehren werden genau so bestraft, wie die Täter!
      Eine Fachbegleitung würde all diese Machenschaften, die Kinder hinzunehmen haben, weil sie ihre Rechte gar nicht kennen, in Frage stellen können und eine Glaubwürdige Zeugin für die Misstände darstellen.

      Darum WILL die Schule keine Begleitungen….weil sie nicht die Macht über diese hätte…..
      Eine andere Erklärung will mir nicht einfallen!

  • Annette

    Hallo Anne,
    zuerst einmal: fühl dich umarmt und gedrückt. Ich weiß, wie schwer es ist, wenn man Schulleitern oder Lehrern/innen „auf die Füße tritt“. Auch wir hatten zu kämpfen mit dem System, Mobbing und schließlich Schulwechsel. Wir waren damals noch in der Diagnostik und hatten dementsprechend nichts in der Hand, um uns Unterstützung und Hilfe zu Holen. Ausser Schulpsychologischem Dienst, unserer Kinderpsychologin und letzendlich einem Anwalt für Schulrecht hatten wir keinerlei Unterstützung. Ich kann euch nur ans Herz legen, sucht Kontakt zur Autismusbeauftragten eurer Schulbehörde, holt den Behindertenbeauftragten eurer Stadt/Landkreis ins Boot. Beantragt eine Schulbegleitung nach $35a bei eurem Zuständigen Jugendamt für euer Kind. Das darf euch die Schule nicht absprechen. Wenn die Schule und das Kollegium so dermaßen gegen Inklusion ist, ist die Frage: hat euer Kind einen Freund in der Klasse? Lohnt es sich, auf biegen und brechen in dieser Schule zu bleiben? Wir haben uns damals für einen Wechsel entschieden auf eine kleinere Schule mit weniger Reizen. Dort hat es unser Sohn (dank sehr kompetenter Lehrerinnen und einer Schulleitung mit hervorragendem Leitungs- und Reflexionsvermögen) ohne Schulbegleitung geschafft, Freunde zu finden und im Schulalltag voll integriert zu sein. Auch da hatten wir mit Eltern zu kämpfen, die dachten ihre Kinder seien etwas besseres und unser Kind solle weg. Aber diesmal hatten wir eine Lehrerin, die ganz konsequent gegen Mobbing vorging und durch ihre gute Beobachtungsgabe sehr differenziert aufzeigen konnte, wer welchen Mist baut. Die Schule arbeitete sehr eng mit der Autismusbeauftragten zusammen und setzte Vorschläge für alle Schüler um. Schließlich gibt es in einer Klasse nicht nur diagnostzierte Kinder mit Problemen. Vieles, was unseren Autisten hilft, hilft auch Kindern mit anderen Aufmerksamkeitsproblemen. Ich denke, die Bereitschaft zur Reflexion und Zusammenarbeit mit Stellen, die Hilfe geben muss an der Schule vorhanden sein. Wenn das nicht der Fall ist, tut ihr eurem Kind keinen Gefallen, mit allen Mitteln dort zu bleiben. Scheut euch nicht, das Schulamt und das Integrationsamt einzuschalten. Notfalls mit Anwalt. Und ihr braucht ein „dickes Fell“….dieser Weg wird sehr steinig, aber er lohnt sich. Ich wünsche euch viel Kraft.

    • Anne

      Hallo liebe Annette,

      deine Antwort motiviert mich auf jeden Fall zum Kämpfen. Traurig genug, dass studierte und privilegierte Menschen, wie Lehrer es nötig haben beeinträchtigte Kinder zusätzlich zu benachteiligen.

  • Fischer

    Hallo, als erstes fühl dich ganz fest gedrückt und glaub mir du bist nicht allein… Bei einem Hilfeplangespräch in der Schule antwortete die Lehrerin … ,,Ich habe mal gegoogelt, das Verhalten hat nix mit Autismus zu tun“… was will man da noch zu sagen??? Sie hat also gegoogelt, so so…. Mein Sohn muss jetzt auch zum 2.mal die Schule wechseln.
    Vielleicht wäre ja Schule von zuhause aus das beste.
    Ich wünsche dir noch sehr viel Kraft.
    Du schaffst das, vielleicht nicht so wie andere das wollen/ erwarten aber du schaffst es so wie du es willst. Was/ Wen interessiert schon was andere wollen/ erwarten. Du machst das toll.

    • Anne

      Hallo Fischer,

      Ganz lieben Dank für deine Verständnisvollen Worte, das bedeutet mir sehr viel.
      Unsere Lehrer haben nicht mal gegoogelt….ständig beschwerte sich die letzte Lehrerin über das Sozialverhalten unseres Sohnes…er würde ja einfach mitspielen mit den anderen und dauernd Fragen ob er mitspielen dürfe. Er würde oft die Spiele nicht verstehen……HALLOHO ernsthafte beeinträchitigun in allen sozialen Bereichen steht sogar extra in den Diagnosen….tja wieder eine andere hat Rainman gesehen….und so sei unser Sohn ja gar nicht….🙈🙉🙊

      Unfassbar oder?

      Liebe Grüße Anne

  • Annett

    Liebe Anne,

    Mir lief ein schauder über mein Rücken. Bei meinen Sohn war es ähnlich. Die Eltern hatten Unterschriften gegen meinen Sohn gesammelt. Ich hatte mich für einen Schulwechsel entschieden und hatte Glück. Die neue Grundschule war super. Die Lehrerin hatte in ihrer Freizeit einen Lehrgang zum Thema Autismus gemacht. So hatte mein Sohn wenigstens zwei Jahre eine schöne Grundschulzeit. Leider ging das Theater auf der weiterführenden Schule wieder los. Mein Sohn verlässt nun gar nicht mehr das Haus und wird über die Web-individualschule beschult. Ich wünsche Dir und Deinem Sohn viel Kraft!

    • Anne

      Liebe Annett,

      traurig oder? Wie ist das um Himmels willen bloß die Möglichkeit, dass erwachsene, intelligente, studierte und aufgeklärte Menschen sich so geben können? Unfassbar.
      Und traurig, dass dein Sohn sich dermaßen zurückgezogen hat. Ich hoffe für euch, dass er irgendwann wieder aus seinem Schneckenhaus hervorkriecht.

      Ich bin sehr dankbar, dass unserem Sohn augenscheinlich das Aufgeben in den Genen fehlt. Wäre ich er, hätte ich mir längst die Decke über den Kopf gezogen und wäre nie wieder hervorgekrochen….er hat wirklich eine unerschütterliche Hoffnung und einen Glauben daran akzeptiert zu werden und bisher gibt er nicht auf.
      Mit seinem fröhlichen Charme konnte er seinen Klassenlehrer für sich gewinnen und langsam sogar einige in der Klasse.

      Homeschooling war ganz cool für uns, in der Coronazeit. Aber unser Sohn möchte soziale Kontakte, er möchte zur Schule und er möchte dazugehören. Alle Verletzungen haben noch nicht dazu geführt, dass er sich einigen möchte. Daher muss ich als Mutter allen Hass auf mich lenken und sein Schutzschild sein. Er möchte die Schule nicht wechseln, er möchte nicht wieder der Neue sein…..ich kann ihm nur den Rücken stärken, indem wir als Eltern alles dafür tun um seine Rechte durchzuboxen…

      Liebe Annett, ich wünsche auch dir viel Kraft und deinem Sohn Heilung für seine verletzte Seele/Psyche.

      Liebe Grüße Anne

  • Sandra

    Du bist kein Einzelfall, aber das macht es für Dich ja auch nicht besser! Es geht ganz vielen so. Deren Kinder seit Jahren nicht beschult werden und keinen kümmert es! Unser Sohn, Klasse 2, geht nun schon seit November 2019 nicht mehr zur Schule und seitdem kämpfen wir für sein Recht auf Bildung und Teilhabe. Inklusive habe ich mir auch anders vorgestellt! Er soll nun in eine Einzelbeschulung gehen. Mal sehen wie das wird! Schließt eine gute Rechtschutzversicherung ab und wechselt die Schule. Dort wird es nichts werden, da der Wille fehlt. DAS ist doch die Grundvorraussetzung das es gelingen kann. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Such dir eine gute Selbsthilfegruppe, dort findest Du Unterstützung und Leute denen es genauso ergeht. Man kann sich untereinander helfen.

    • Anne

      Hallo liebe Sandra,

      es ist unfassbar schade, dass es so viele Betroffene gibt. Wir haben eine gute Anwältin und ich denke wir werden das Bundesland verklagen wegen vorenthaltener Teilhabe….

      Ich muss sagen unser Sohn läuft trotz allem ganz gut in der Schule. Wir konnten ihm mit einer besseren Schulbegleitung den Rücken stärken. Auch mit dem Sozialarbeiter, zu dem ich dann selbst wegen des Mobbings kontakt suchte konnten wir Maßnahmen erreichen. Es wurden Helfer in der Klasse ernannt, die unseren Sohn unterstützen sollen, wenn er Ablehnung erfährt….mit den Anführern des Mobbings wurde viel gesprochen um das zu beenden. Dem Schulleiter gefällt es jedoch überhaupt nicht, dass wir selbst aktiv wurden…

      Auch der Klassenlehrer mag unseren Sohn. Er hat Verständnis für uns als Familie.
      Der Schulleiter hatte allen Lehrern untersagt mit uns Kontakt zu haben (die Beziehungsebene verboten) Dank Corona konnten wir zu de neuen Lehrer trotzdem eine Bezihung aufbauen mit kleinen Videos, netten Briefen unseres Sohnes etc.
      Die Hausaufgaben mussten ja angenommen werden 😇

      Jede Situation ist eben Komplex….unser Sohn hatte schon 6 verschiedene Klassenlehrer, 2 Schulen….es reicht einfach…so kompliziert ist er gar nicht, dass man ihn rumschieben muss, wie eine Heisse Kartoffel…

  • Gerdes

    Liebe Anne,
    das hört sich ganz nach unserer “ Wunschschule“ für unsere Kinder an. Zum Glück hatte ich für unsere Autistische Tochter eine andere Schule gewählt, da ihre Einschränkungen zu „groß“ sind, als das diese Schule damit umgehen könnte und trotzdem mussten wir noch einmal wechseln, da die Rahmenbedingungen nicht passten. Unser Sohn ist zwar nicht autistisch sondern nur schwerhörig, aber wir haben das gleiche Drama gehabt. Am Ende hat mein Sohn sich komplett verweigert, da auch das Verhalten der Lehrer ans mobben gingen. Wir haben einen Schlussstrich gezogen und haben die Schule gewechselt. Wir haben hier aber auch das Glück ,das es eine Schule gibt die sich sehr für Inklusion einsetzt und schon einiges für Kinder mit Inklusionsbedarf ermöglicht hat. Er geht dort jetzt hin und ist glücklich, er wird auch nicht die Klasse wiederholen! Hat plötzlich kein extra Förderunterricht mehr und kann auch gut mithalten. Es gibt leider Menschen die Menschen einfach nicht so akzeptieren können wie sie sind und manche Lehrer wollen das die Kinder ihren Ansprüchen gerecht werden und werden dann alles daran setzen, einem Steine in den Weg zulegen. Ändern kann man da leider wenig und auch wenn es schon viele Wechsel für dein Kind sind, ich würde eine andere Schule wählen. Den dort werdet ihr nicht glücklich und dein Kind hat keine Chance. Wir sind nach dem Schulwechsel zur Diskriminierungsstelle der Stadt gegangen und haben unseren Fall geschildert. Wir haben über die alles an die Landesschulbehörde gemeldet. Leider haben wir noch keine Antwort bekommen. Ich rechne allerdings auch mit keiner! Da ich solche Vorfälle leider schon öfter gehört habe und es ist leider immer das gleiche Muster. Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute.

    • Anne

      Hallo Gerdes,
      Ich versteh das alles nicht, ist Menschlichkeit denn so selten geworden? Feingefühl und Empatie von Lehrern zu viel verlangt?
      Was könnten unsere Kinder alles erreichen mit diesen kleinen Eigenschaften und was wird an ihnen verkorkst nur weil man absolut ein Programm starr und fest durchziehen will?

      Ich habe als Kind meine Lehrer so bewundert und verehrt. Sie waren empatisch, menschlich und voller engagement. Was ist denn bloß passiert dass all das verloren gegangen ist?

      Die Schulbehörde ist involviert und diese wollte das Spiel der Schule mittragen. Wir haben dann die Obere Schulaufsicht und alle Beauftragten (Behindertenbeauftragte, Inklusionsbeauftragter und Antidiskriminierungsbeauftragte)
      Ins Boot geholt…nun scheint die Schulbehörde doch plötzlich die Inklusionsgesetze zu kennen 🥳

      Diese Muster kann man vermutlich nur über Klagen aufbrechen….denn mit der Behindertenrechtskonvention hat Deutschland unterzeichnet Inklusion gut umzusetzen! Sämtliche Gesetze sprechen für die Rechte unserer Kinder! Nebst verlängerten Zeiten bei Tests etc.
      Selbst die Bertelsmannstiftung hat eine Studie herausgebracht, die bestätigt, dass sich seit der Unterschrift der Behindertenrechte nichts oder zu wenig getan hat….das ist so, weil Kinder nicht selbst klagen können und viele Eltern weder das Geld noch die Kraft für Klagen haben…um so wichtiger ist, dass jeder, der die Kraft hat vor Gericht geht, sodass unmissverständlich klar gestellt wird, dass die Gesetzte nicht nur zum Schönstehen sind….

      Liebe Grüße Anne

  • Tina

    Liebe Anne!
    Ich bin absolut fassungslos!!!
    Lasst euch nicht entmutigen. Gibt es in der Nähe ein Autismus-Therapiezentrum? Wird dein Sohn bereits therapiert? Sucht euch Hilfe, es gibt diese!!!
    Bezüglich der Schule und des absolut unverschämten Schulleiters würde ich an die Öffentlichkeit gehen. Tageszeitung? Lokalradio, Lokalsender…..
    Unsere Tochter hat auch Autismus-Spektrumstörung. Wir haben durch ein Autismus-Therapiezentrum in unserer Nähe direkt Hilfe bekommen!
    Drücke euch ganz fest die Daumen!

    • Anne

      Hallo liebe Tina,

      ja, unser Sohn ist seit er 3 ist in Therapie und jetzt auch in einem Autismuszentrum.
      Die Schule fragte nach der 3. Sitzung ob der Autismus jetzt weg sei!🙊
      *kopfschüttel*
      Wir, als Familie sind gut aufgestellt. Er ist auch nicht annähernd so kompliziert, wie das Theater der Schule vermuten lässt.
      Für die Schule geht es um einen Machtverlust, oder besser den Machterhalt, denn sie wollen sich nicht sagen lassen, dass bei Mobbing der Schulsoziologe hinzuzuziehen ist….weil sie darauf nicht hörten, holte ich selbst den Soziologen ins Boot….der auch tolle Maßnahmen ergriff…jedoch wiederspricht das der Meinung der Lehrerin…er würde nicht gemobbt…

      Dann bekam er trotz lauter 1der, die er schrieb mur eine 2 im Zeugnis, weil er „nerve“ natürlich politisch ausgedrückt….wogegen wir uns wehrten….wenn die Klasse laut ist, ist unser Sohn eben auch laut, das nervt die Lehrer. Er weiß viel und kann nicht immer mit seinem Wissen an sich halten, auch das nervt die Lehrer. Aber autistisches Verhalten in die Benotung reinzuziehen ist eben nicht erlaubt….

      Danke fürs Daumen drücken, ich drücke auch für euch.
      🙋‍♀️Anne

  • Severine

    Liebe Anne,
    Ich drücke dich jetzt Mal ganz dolle. Denn was ihr gerade durchmacht ist schlimm, leider Normalität in unseren ach so inklu* Gesellschaft. Es gibt viele Eltern die ähnliches durchmachen, so traurig es auch ist Pass auf deinen Sohn auf und auch auf dich. Sei vorsichtig ihn mit allem Kampf an der Schule zu lassen, anscheinend kommen die nicht klar in ihrer “ Pädagogik“ ich habe den Fehler gemacht auch alles zu versuchen um ihn die Teilhabe zu ermöglichen, leider habe ich zu spät reagiert nun ist mein Junge „kaputt“ … das diskriminierende system hat mein jungen psychisch und körperlich kaputt gemacht. Insofern ihr einen guten KjP habt besprich die Problematik mit ihm und nimm ihn so schnell wie möglich aus der schule raus. Die machen ihn nur noch kaputter. Eine längere Krankschreibung wird eventuell nicht möglich sein, das wird kein Arzt machen. Nimm dir einen guten Anwalt ( ganz wichtig) der dich rechtlich unterstützt vielleicht ginge es mit einer Freistellung vom Unterricht über längere Zeit. Dann könnt ihr euch etwas erholen und vielleicht findet ihr dann eine passende Lösung bzw. Schule die ihn so akzeptiert wie er ist. Da drücke ich dir die Daumen. Vielleicht ist eine webschule eine Option? Ansonsten bleibt halt wirklich nur noch das ruhen der Schulpflicht übrig. Das wird nicht leicht werden. Da brauchst du viel Durchhaltevermögen und Kraft. Leider ist unser System nicht auf Autisten eingestellt und man will es wohl auch nicht ändern 😡Das heißt für uns Eltern immer kämpfen und für unsere Kiddies einstehen.

    Wir machen selber gerade viel durch. Und das kostet sehr viel kraft, das ist nicht leicht denn Kraftreserven auftanken ist auch nicht so mehr so möglich wie vorher. Manchmal lohnt sich richtig hartnäckiges kämpfen und du wirst belohnt. Auch wenn man dabei viel aneckt. Aber es macht stärker.

    Euch auf jeden Fall viel Kraft und Durchhaltevermögen auf diesem beschwerlichen weg, wünsche ich dir.

    • Anne

      Hallo Severine,

      also mit dem Ruhen der Schulpflich bin ich nicht einverstanden, da unser Sohn (noch) keine derartige Verzeiflung plagt.
      Wir konnten ihm ein Schutzschild besorgen in Form einer Schulbegleitung, die wir selbst ausgesucht haben…wir halten engen Kontakt zu ihr. Das hilft unserem Sohn sehr.

      Dann mag der Klassenlehrer (in Vertretung seit fast einem Jahr) unseren Sohn sehr gerne. Fördert ihn und schaut auch bei Mobbing nicht weg.

      Tja der Schulleiter führt eben sein Machtkämpfchen auf. Das ist per Anwalt jedoch in den Griff zu bekommen, wie ich hoffe. Auch die Schulbehörde, die den Machtkampf erst mittig, konnte von uns eingedämmt werden, indem wir der gesamten Bundeslandesführung unsere Sicht nebst Beweisen lieferten. Auch alle Beauftragten bekamen unsere Mappe. Glaub mir, es ist möglich Bewegung in die Träge Maschinerie zu bekommen.

      Letzten Endes, wenn alle Eltern anfangen ordentlich Krach zu machen, wird etwas geändert werden müssen. Es gibt längst geltende Gesetze dazu, die werden eben nicht eingehalten…wir müssen das Einhalten eben einfordern für alle künftigen Generationen…

      Liebe Grüße Anne

  • Sani

    Erschütternd! Aber leider kein Einzelfall!
    Das kann doch nicht wahr sein das in dieser Schule alle ein Brett vor dem Kopf haben! Was sind das für Lehrer Persönlichkeiten die sich das Gespräch mit Eltern von der Schulleitung verbieten lassen???
    Gibt es dort einen Schulsozialarbeiter? Wo ist der Schulpsychologe? MSD? Dein Kind hat Rechte, ganz klar steht auf der Seite des Kultusministeriums welche Möglichkeiten der Nachteilsausgleich bietet. Was sagt das Schulamt dazu? Der/Die zuständige Schulrat/Schulrätin? Der Elternbeirat? Wenn diese Schule das Profil Inklusion hat, dann muss doch irgendwo ein Sonderpädagoge herum schwirren der zumindest das Wort Autismus mal gehört hat!Dreh den Spieß um! Was ist mit Datenschutz? Wie kommen die Lehrer auf die Idee Stimmung gegen dein Kind bzw eure Familie zu machen? Sie haben kein Recht dazu, dein Kind hat allerdings das Recht auf Bildung!!!
    Such dir Verbündete- du wirst welche finden.
    Wer ist der Träger ( Stadt/ Gemeinde) auch der Träger der Schule sollte wissen welche Zustände da herrschen! Scheue dich nicht diese Menschen anzusprechen kläre über die Missstände auf! Es ist zermürbend und traurig es kostet so viel Kraft und Nerven gegen dumme Ignoranz anzukämpfen, wenn du noch Kraft hast ,dann Kämpfe wenn es deinem Kind wichtig ist in dieser Schule zu bleiben. Wenn dein Kind auch keinen Sinn mehr sieht und nur noch weg will, dann wechselt in eine neue Schule.
    Ihr habt mein ganzes Mitgefühl!

    • Severine

      Liebe Sani,
      Ich weiß auch das das Verhalten der schule absolut das letzte ist😡. Aber erfahrungsgemäß stehen Schulämter immer hinter ihren Kollegen. Elternbeiräte bieten auch nur gespräche ( runden Tisch) an. Da wird sie gegen Mühlen laufen. Fakt ist das die Schule, und das ist nicht die einzige, Inklusion und Autismus. Nicht verstehen will. Bzw. Nichts verändern will. Und an die Öffentlichkeit würde ich auch nicht gehen denn da würde die Sache auf den jungen ausgetragen und das hilft ihm auch nicht womöglich macht es die Sache noch schlimmer. LG

    • Anne

      Liebe Sani,

      jetzt muss ich dich leider Desillisionieren. In unserem Bundesland gibt es sogar ein Autismuszentrum, das Schulen berät. Der Mitarbeiter sah unseren Sohn nicht mal an und begründete alles, was die Schule wollte!
      Dann das Förderzentrum versuchte zu vermitteln, jedoch sperrte sich die Schule völlig, erschien nicht mal zu Terminen UND ließ die Termine nicht mal in der Schule stattfinden!
      Wieder und wieder erwähnte das Förderzentrum wie sinnvoll ein Schulwechsel wäre. Vermutlich wegen der verbohrtheit des anderen Schulleiters.

      Keine dieser Einrichtungen ist Weisungsbefugt.

      Die Autismusbeauftragte meinte Wechsel wären für Autisten kein Problem, sie hätten ja keine Gefühle und würden keine Bindungen aufbauen! Wir beschwerten uns! Sie verdrehte unsere Worte und versuchte uns den Willen der Schule aufzudrücken. Wieder beschwerten wir uns.
      Daraufhin übernahm der Chef des Förderzentrums selbst den Fall.

      Dann der Schulsozialarbeiter, die Schule wollte ihn nicht involviert haben. Ich schrieb ihn letzten Endes persönlich an und bat ihm unserem Sohn zu helfen. Das tat er auch.

      Das Schulamt stand wie Sani so schön schreibt hinter der Schule. Wir haben großflächig unseren Fall mit beweisen in der Bundeslandesführung als Dienstaufsichtsbeschwerden verschickt….

      Wir haben eine Fr. Dr. Anwältin hinzugezogen… vor einer Woche war noch klar, unser Sohn sollte gegen seinen Willen umgeschult werden! Unser Handeln hat gebracht, dass die Schulaufsicht sich das nicht getraut hat. Die Entscheidung wurde bislang noch nicht getroffen, nur mit unserer Anwältin herumdiskutiert….

      Der Schulpsychologe erteilte uns zwei Körbe, er möchte dem Fall nicht bearbeiten! Ich habe ihm nun einen Flyer seiner Website gesendet und rot markiert, was er behauptet zu bearbeiten und inwiefern das auf uns zuträfe….wir sollen nun für einen Termin anrufen.. die Frage ist nur: Will ich einen Termin mit einem Typ, der offensichtlich nur das System schützen will?

      Der Elternbeirat, schöne Story! Wollte uns helfen, traf sich mit uns. War total verständnisvoll…tja, dann gab es einen Termin mit der Schule und dem Schulrat, danach wurde am Elternabend offen gesagt unser Sohn sei Schuld, dass die Lehrerin krank wäre, dass keine Ausflüge statt fänden, dass kaum Unterricht möglich sei….wir würden Lehrer fertig machen UND wir wurden offiziell gebeten die Schule zu verlassen! Mündlich und schriftlich…

      *seufz*

      Wir reichten den Brief der Elternvertreter als Dienstaufsichtsbeschwerde ein, mit den WhatsApp vor dem Termin….und verwiesen auf die Pflicht zur Verschwiegenheit …nun wurde bekannt gegeben dass beide Elternvertreter die Schule verlassen …..-krass-

      Man kann schon von einem komplettversagen sprechen….aber unser Sohn mag seinen Lehrer, seine Begleitung und kommt langsam in der Klasse an. Er Will nicht wieder der neue sein…in 3 Jahren Schule inzwischen 6 mal erlebt….

      Wir müssen irgendwie sehen wie wir ihn da schützen und durchschleusen können, wo er ist.

      Liebe Grüße Anne

  • Vera

    Es tut mir sehr leid, aber das war nur der Willkommensgruß in diesem System.
    Inklusion ist Illusion.
    Aber es gibt Wege. Nur gehören diese nicht in die Kategorie „Unterstützung“, sondern in die Liga „Kampf“.

    Was nicht gut läuft, wird beim Aushalten nicht schöner.
    Meine persönlichen Erfahrungen begannen im letzten Kindergarten Jahr. Eben der Vorbereitung auf die Schule.
    Weil ich alles verstehen möchte, habe ich viele Gespräche mit Erziehern und Lehrern geführt.
    Wir müssen begreifen, dass die Vorgaben Inklusion nicht zulassen können.
    Der Begriff steht im Raum, aber absolut niemand auf einer Regelschule, will das. Niemand ist korrekt geschult, niemand hat die zusätzliche Zeit und niemand erfährt Applaus.
    Lehrer die sich in diesem Bereich engagieren möchten, werden belächelt, ausgebremst, ausgelacht und von Kollegen missachtet.
    In jeder Schulform.
    Wenn da mal etwas klappt, sitzen andere Mechanismen dahinter.
    Zum Beispiel hat der Schulleiter selber ein autistisches Kind oder in der Familie.

    Mein Rat ist sehr hart.
    Schütze Dein Kind.
    Keine Versuche mit Lehrern auf seinem Rücken.
    Was Du erlebt hast passiert immer wieder.
    Und folgt aus genau einem Prinzip:
    Wenn Du etwas laufen lässt.
    Laufen lassen wir etwas dann, wenn wir vertrauen, unsere Rechte nicht bis ins Detail kennen, hoffen und warten.
    Ab jetzt bitte nicht mehr.
    Mein Sohn ist inzwischen 19 Jahre alt.
    Rückblickend haben wir viel zu viel laufen lassen.
    Der wirkliche Kampf erfolgte erst durch seinen Zusammenbruch mit 17 Jahren. Viel zu spät.

    Dein Sohn will lernen und hat sogar unter diesem Druck gute Noten. Das bedeutet keinesfalls, das es schon werden wird. Das bedeutet, dass er immer mehr Druck spürt und demnächst nicht mehr kann. Die Kunst ist aber, unsere Kinder nicht in die Not bringen zu müssen, sich vollkommen zu verausgaben.

    Ziel sollte jetzt sein, die maximale Information zu erlangen.
    Gesetze lesen, Inklusionsberater befragen, bei spürbarem Unwillen, Vorgesetzten kontaktieren.
    Einen Psychiater hinzu ziehen.
    Die Krankenkasse befragen, wegen Fehlzeiten.
    Deinen Sohn beurlauben, bis eine neue Schule gefunden ist.
    Hausarzt hinzu ziehen.
    Anwalt für Sozialrecht und Verwaltungsrecht beauftragen.
    Jugendamt informieren.
    Autismus Zentrum zu Hilfe nehmen.
    Einen Inklusionshelfer selbstständig suchen, Du hast freies Wahlrecht.
    Viele liebevolle Gespräche mit Deinem Sohn führen.
    Ihm nettes Arbeitsmaterial besorgen, damit er immer auf dem besten Lernstand ist, die Freude am Lernen behält und sich wertschätzen kann.
    Privatlehrer/liebevollen Nachhilfelehrer suchen, der einfach schöne Sachen mit ihm macht. Hierbei geht es um die Argumentation, eine Beschulung weiter zu führen und die Freude am Lernen zu behalten.

    Die bisherige Schule melden.
    Alles, was Du schreibst, ist laut Gesetz verboten!
    Fordere Dein Recht ein, mach Dich laut und unbequem.

    Ich weiß sehr genau, wie desillusioniert man dabei wird.
    Ich weiß aber auch, wie sehr Dein Kind es Dir danken wird.
    Und noch ein Rat:
    Suche Dir gute Gesprächspartner.
    Elterngruppen und auch einen professionellen Gesprächspartner, damit Du nicht einknickst und umfällst.
    Dabei habe ich zu lange gewartet.

    Und entwickel Gleichmut.
    Das ist nun mal so.
    Und zwar fast überall auf der Welt.
    Also, anpacken, Brust raus, Kopf hoch.
    Und es gibt sie, die Guten.
    Die Suche dauert nur manchmal.

    Ich wünsche Euch viel Glück, gute Nerven und viel Harmonie zu Hause. Lass Schule nicht zum Dauerthema werden.
    Das Leben ist viel zu schön!
    Besonders mit unseren Kindern.

    • Anne

      Hallo liebe Vera,

      wir werden kämpfen und wir werden unseren Sohn schützen…bei der letzten Lehrerin spürten wir, wie sehr sie ihren Unmut an ihm ausließ, daher behielten wir ihn zu Hause.
      Der Witz ist doch, dass sein Klassenlehrer ihn sehr mag und inzwischen auch uns als Eltern zu schätzen weiß.
      Unser Sohn merkt Gott sei dank Kontextblindheit auch oft einfach nicht, wenn einige Lehrer blöd sind…
      Seine Begleitung ist gut und in seiner Klasse schlägt er langsam Wurzeln. Wir werden alles tun um ihm das Wurzeln auch zu ermöglichen.

      Liebe Grüße Anne

  • Annemarie

    Schlimme Erfahrungen, die das Kind bereits in dem jungen Altern haben muss.

    Vielleicht hilft der Ausschnitt aus einem Beitrag ja hier weiter. Ursprünglich für seelische Gewalt im pädagogischen Bereich geschrieben.

    Alles Gute und viel Kraft dem Bub und seinen Eltern.

    “ … Wenn weder Leitung noch Träger tätig werden, kann als letzter Ausweg eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde, dem Landesjugendamt, helfen. Dazu können sich Eltern aus dem Sozialgesetzbuch auf den § 47 SGB VIII beziehen. Dort geht es um „Ereignisse oder Entwicklungen, die geeignet sind, das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu beeinträchtigen.“ Im schwersten Fall kann das nach § 48 SGB VIII Beschäftigungsverbote zur Folge haben. … “

    Quelle: https://www.rtl.de/cms/was-kann-ich-tun-wenn-mein-kind-in-der-kita-psychisch-misshandelt-wird-4423957.html

    • Anne

      Liebe Annemarie,
      das hilft uns sehr, haben wir auch unserer Anwältin so weiter gegeben….

      Unser Sohn hatte sich auch im Sport den Finger gebrochen. Er berichtete der Lehrerin von den Schmerzen, dann später setzte er sich übermannt von den Schmerzen hin, die Lehrerin kam und schickte ihn weiter abbauen, trotz seiner Schmerzen!
      Er weigerte sich, sie schickte die Schulbegleitung ihn zum Abbau zu bewegen. Den ganzen Tag ignorierte man seine Bitten um Hilfe!
      Die Hand war schwarz, als er nach Hause kam. Seine Schwester sah in der Pause auch wie Blau die Hand war. Die Lehrerin will nichts gesehen haben!

      Später ging sie nach unserer Beschwerde sogar zu Unserem Sohn uns beeinflusste ihn, nötigte ihn zu sagen, sie hätte alles richtig gemacht!

      DAS ist die Tagesordnung, in der unsere Kinder leben! Das ist Misshandlung!
      Und dein Paragraph passt da sehr gut.

      Danke

      Anne

  • Peggy

    Liebe Anne,

    wenn es ganz hart wir wende dich an Stoppt Mobbing u.a. An Carsten Stahl. Ich bin fassungslos über die mangelnde Empathie.

    Ganz viel Glück Euch.
    LG Peggy

    • Anne

      Liebe Peggy,
      Da habe ich tatsächlich drüber nachgedacht….allerdings muss das eine Schule wollen. Ich hab mit die Website schon angesehen….und die auch angeschrieben….das ist zum einen Teuer und zum Anderen WILL unsere Schule leider genau so bleiben, wie sie ist. Aber trotzdem super Idee

      Liebe Grüße Anne

  • Anne

    Wow, ich bin total Sprachlos, wie viel Zuspruch wir als Familie bekommen.

    Ganz lieben Dank dafür.

    Tja, was ist unser Resumè als Familie?

    Wir leben sehr Dörflich, daher wäre jede andere Schule für uns nicht machbar, auch weil unser Sohn die langen Busfahrten gar nicht zu leisten vermag.

    Das Frauenwahlrecht gab es ebensowenig geschenkt, wie die Sklaverei einfach so abgeschafft wurde. Wir werden ganz sicher Kämpfen und evtl sogar das Bundesland verklagen. Es ist für mich unbegreiflich, dass es so viele Betroffene gibt. Auch unser kleiner Sohn wird in drei Jahren auf die Schule gehen, bis dahin muss klar gestellt sein, dass an keiner Schule Inklusion eine Kann-Option ist, sondern eine Pflicht! Unser Kind ist in der 3. Klasse und hatte 6 Klassenlehrer! Zwei verschiedene Schulen. Und was vermittle ich meinem Kind, wenn er immer gehen soll, weil irgendwem irgendwas an ihm nicht passt? Der Klassenlehrer mag ihn! Die Schulbegleitung mag ihn, sogar Mitachüler beginnen ihn zu mögen, wenn man jede Wurzel gleich durchtrennt, sobald sie wächst, dann kann unser Kind ja niemals Wurzeln schlagen.

    Wir haben eine eigene Schulbegleitung besorgt, da zuvor auch das Thema sehr belastend war! Wir treffen uns mit ihr und sie hat Gott sei dank Null Toleranz für Mobbing, so konnten wir unserem Sohn ein wenig den Rücken frei schaufeln.
    Auch das Mobbing war Dank Corona kein Thema mehr, alle Kinder waren einfach froh, wieder gemeinsam spielen zu dürfen.

    Der Lehrer, der ersatzweise die Klasse übernommen hat, macht das sehr gut und mag unseren Sohn. Allerdings weiß niemand wie lange die Klassenlehrerin eben noch fern bleiben wird…?

    Wir haben eine super Anwältin, die sich gut mit dem Thema auskennt und sich richtig festgebissen hat.
    Die Schulbehörde winkt nun nicht mehr alle Entscheidungen des Schulleiters durch, das ist schon mal ein Etappensieg.
    Auch bewusst ist der Behörde, dass wir klagen werden, darum diskutieren sie gerade mit unserer Anwältin Rum, anstatt zu entscheiden. Einen Förderausschuss zu nutzen, nicht um das Kind zu fördern, sondern um es umzuschulen, weil der Schulleiter das Kind nicht möchte! War höchst illegal und nicht im Sinne des Gesetzes…

    Das Jugendamt war nicht mal eingeladen….wenn ich das mit dem Missbrauch lese, über das Sozialgesetzbuch, dann wird mir auch klar warum…

    Ganz sicher werden wir nicht einfach auf Menschenrechte verzichten und gehen. Wir kämpfen nicht nur für unseren wundervollen Sohn, wir kämpfen auch für die Familien, die nach uns kommen.

    Übrigens den Behindertenbeauftragten haben wir Kontaktiert, er will uns helfen. Auch die Antisiskriminierungsbeauftragte mischt sich nun ein.
    Die Autismusbeauftragte der Schule redete nur dem Schulleiter nach dem Mund und argumentierte für ihn. Sprüche wie :“Autisten bauen keine Bindungen auf und haben keine Gefühle, daher könne man ihn problemlos in eine andere Klasse versetzen“ waren nur einige der Argumente, die mir ihr Desinteresse am Wohl unseres Kindes bewies.

    Es bleibt aber unfassbar, dass studierte Menschen so handeln und sich damit völlig im Recht sehen. Unfassbar schmerzhaft.

    Liebe Grüße Anne

  • Birger

    Liebe Anne,

    das macht mich echt sprachlos. Ich bin selber Autist und in der ergänzenden unabhaengigen Teilhabeberatung der Stadt AG berate ich als Peer autistische Menschen und Angehörige sehr gerne. Ich wuerde ihnen sehr getn helfen und sie unterstützen. Meine Kontaktdaten sind birger.hoehn@lebenskuenstler-dresden.de oder telefonisch bin ich dienstlich unter 0351/65572960 zu erreichen (persoenlich in der Regel montags und donnerstags)

    Liebe Gruesse

    Bjrger

  • Rita

    Liebe Anne,
    auch unsere Tochter (Frühkindl. Autismus, 15) musste im Oktober die Schule wechseln. Sie wurde zwar nicht offensichtlich gemobbt, aber ihre mangelnde Fähigkeit zur Handlungsplanung wurde von den Lehrern als „erlernte Hilflosigkeit“ bezeichnet und somit indirekt als von uns Eltern verschuldet bezeichnet. An der reformpädagogischen Schule werde von den Schülern erwartet, sich ihre Lernmaterialien in gewissem Maß selbst auszuwählen. Die Geschäftsführung der Schule äußerte sich dann, dass wir mit der Zielsetzung eines Schulabschlusses für unsere Tochter vielleicht Erwartungen hätten, die unser Kind nicht erfüllen könne. Und diese Worte an einer Schule, die sich auf der Homepage und im pädagogischen Konzept die Inklusion auf die Fahnen geschrieben hat! Ich erwiderte, dass man einem Rollstuhlfahrer auch nicht das Glas Wasser auf den Schrank stellen würde, wenn er Durst hätte.
    Nach vielen Monaten in der Schwebe haben wir endlich eine neue Schule gefunden für unser Kind. Einhergehend mit schlimmen, völlig verzweifelten Tagen und Wochen, in denen meine Tochter mehrmals äußerte, nicht mehr leben zu wollen!
    Lasst euch nicht unterkriegen, wende dich an Beratungsstellen, Ärzte, Verbände u.s.w. – hör dabei auf dein Bauchgefühl bei den Ratschlägen, die du bekommst. Ich wünsche euch von Herzen, dass sich alles zum Guten wendet!

    • Anne

      Hallo liebe Rita,

      laut Bertelsmannstiftung hat sich seit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvetion mit den Auflagen der Inklusion kaum etwas getan. Dies gilt für alle Schulen, mit Inklusion aufbder Fahne und ohne!

      Es tut mir sehr leid, dass ihr das erlebt habt. Wir müssen eben die Einhaltung der Gesetzte einfordern….in einigen Jahren werden unsere Enkel uns danken….das Frauenwahlrecht gab es auch nicht ohne Aufstand…

      💙euch auch ganz viel Kraft und Mut und Durchhaltevermögen…

      Sollte deine Tochter keinen Abschluss bekommen, würde ich auf das vorenthalten von Inklusion und Bildung klagen!

      Es ist eben eine Zeit, in der wir für die Techte unserer Kinder Kraft aufwenden müssen. Aber die Gesetze sind längst auf unserer Seite…

      Ich wünsche auch dir von Herzen Kraft für dich und deine Maus

      Liebe Grüße Anne

  • Xy

    Liebe Anne
    Auch wir haben schwierige 2 Jahre hinter uns . Nachdem Wechsel in die Oberstufe bei der auch die Schule gewechselt werden musste. Er hatte einen Nachteilsausgleich den er von der früheren Schule mitgebracht hat , der auch übernommen wurde aber ein Großteil der Lehrer wollte sich nicht daran halten. Die Tutorin wollte seinen Autismus vor der Klasse kundtun was er nicht wollte, sie meinte damit würde das einfügen in die Klasse besser gelingen. Ich stellte mich auf die Seite meines Sohnes . Die SPZ Kraft stellte sich auf die Seite der Schule bzw. Redete jedem nach dem Maul. Die SB bekam Druck von der Tutorin , so dass sie auf dem Schulhof miteinander geschrien haben. Dann waren viele SB Wechsel. Er wurde krank , psychisch krank und die Lehrer waren furchtbar zu ihm. Dir neue SB war entsetzt wir die Lehrer ihn behandelten. Er wurde letztes Jahr trotzdem versetzt und wollte probieren den Stoff nachzuholen . Bei den Lehrern änderte sich nichts und die Klasse schloss ihn weiterhin aus . Eigentlich schlossen ihn alle aus , bis auf ein zwei Lehrer. Die Probleme gingen weiter . Ich hatte Angst er könnte sich was antun und er wurde krank geschrieben. Auch in dieser Zeit gab es verschiedene stark belastende Zwischenfälle seitens der Schule . Nach dem HPG wurde beschlossen dass er wieder in die Schule gehen kann aber ohne Benotung. Wir wollten in dieser Zeit eine andere Schule suchen aber wir fanden nichts passendes und die Lust aufs Lernen war ihm schon kurz nach Schulanfang vergangen. Anfang dieses Halbjahres sollte er wieder benotet werden. Von einem Tag auf den anderen . Ihm wurde der Vorschlag zur schulischen Fachhochschulreife unterbreitet. Er war oft sehr gestresst so dass er den Unterricht verlies. Und dann kam Corona . Nach anhänglichen organisatorischen Schwierigkeiten lief es immer besser. Besonders als der Präsenzunterricht in reduziertem Umfang wieder anlief . 4 Stunden an 4 Tagen die Woche waren genau die richtige Zeit für ihn. Er hat jetzt tatsächlich die Schulische Fachhochschulreife geschafft . Und ist laut Schulleiter der einzige der Abgänget mit Latinum.
    Er ist froh den Druck los zu sein . Ich bin auf der einen Seite froh aber auch traurig weil ich weiß wären die Lehrer von Anfang an besser auf ihn eingegangen hätte er locker sein Abi geschafft . Aber die haben noch nicht mal verstanden worum es überhaupt ging und was er braucht.
    Die zehn Jahre davor lief es echt super , ich konnte mir gar nicht vorstellen dass es so viele Schwierigkeiten geben kann. Ich bin der Meinung es liegt ganz stark an der Schulleitung und an den Lehrern.
    Übrigens haben sie „ vergessen „das Latinum für ihn fertig zu machen. Ich hab gleich angerufen und wir dürfen es jetzt extra abholen. Der Schulleiter meinte mein Sohn sei der einzige Abgänger mit Latinum darum wäre es untergegangen.
    🤨 kann man ihm glauben oder auch nicht.
    So unterschiedlich kann Inklusion sein.
    Zehn Jahre Empathie , Verständnis und Bemühungen.
    Zwei Jahre Steife Stecken und bloß keine extra Wurst trotz Nachteilsausgleich .

    • Anne

      Hallo XY,

      am traurigsten finde ich, wie schlimm die zwei Jahre die Psyche des Kindes einreißen kann…
      Ich finde es so traurig, wenn man Nachteilsausgleiche als Extrawurst empfindet….das ist doch bloß der Ausgleich, bei dem den besonderen Bedürfnissen Rechnung getragen wird, wie es so schön in dem Gesetz heißt.
      Das nicht gewähren eines Nachteilsausgleiches stellt automatisch eine Diskriminierung dar! Und doch stellen sich Lehrer und Schulen mutig hin und tun genau das!
      Wie kann das sein?

      Man kann das ABI nachholen….wenn ihr das denn wollt.

      Vielleicht bin ich ja eine unerbittliche Frau, aber ich würde auf Schadrnsersatz wegen der Vorenthaltenen Möglichkeiten Klagen…..wenn das Land allen Kindern den Schaden auszugleichen hätte, würde sehr schnell etwas passieren, die kosten will nämlich keiner tragen! Einem Kind ein Leben lang auszugleichen das Abitur nicht geschafft zu haben mangels Nachteilsausgleiches….teuer teuer…

      Liebe Grüße

      Anne

  • Xy

    Hallo
    Ich muss nochmal kommentieren weil es bei uns auch ähnliche Situationen gab , ja ich würde sogar sagen dieselben wie bei Rita im Kommentar beschrieben.
    Es macht keinen Sinn an einer Schule zu bleiben an der man nicht willkommen ist. Diesen Druck hält keiner aus . Da geht es nicht mehr ums lernen , das sind Machtkämpfe. Darum würde ich nach einer passenden Schule schauen . Eventuell auch On- line Schulen wenn es nötig ist.

    • Anne

      Wir können die Schule leider nicht wechseln, 1. Weil nichts in der Nähe ist, zweitens, weil die Schulaufsicht zum Förderplangespräch wurden alle umliegenden Schulleiter eingeladen, sodass auch sofort alle wissen, was für abartige Eltern wir wären. Laut unserer Anwältin war das nicht im Sinne des Gesetzes….ebenso wenig, dass das Jugendamt nicht eingeladen war!
      Dir Pflicht zur Verschwiegenheit mit dem Ziel der Nötigung wurde nicht eingehalten….! Das Heißt wir müssten den gesamten Kreis verlassen um an eine Schule zu kommen, die uns neutral gegenüber stünde.

      Der vorrübergehende Klassenlehrer, der von der Schulbehörde gestellt wurde, mag unseren Sohn, er macht auch das Theater des Schulleiters nicht mit. Ebenso schützt die Schulbegleitung, die wir selbst besorgten und uns öfter treffen und in gutem Austausch sind, unsere Sohn.

      Schulwechsel hatte mein Sohn 2, Lehrerwechsel inzwischen 6! Noch mehr Wechsel machen auch keinen Sinn…Gott sei dank lernt er gerne, wir besorgen ihm viel erfreuliches Material.

      Schulwechsel hin oder her, wir werden das Gerichtlich aufarbeiten, in der Hoffnung, dass mehr Eltern beginnen diese Misstände auf keinen Fall zu akzeptieren.

    • Anne

      Tja…XY

      Ganz so einfach ist es nicht, der vertretenden Klassenlehrer mag unseren Sohn sehr gerne. Die Schulbegleitung schützt unseren Sohn auch sehr gut, sodass sich auch die anderen Lehrer professionell verhalten.

      Auch die Klasse beginnt die guten Seiten unseres Sohnes zu schätzen.

      Auch unser Sohn bekommt von einigen Gemeinheiten wegen der Kontextblindheit eher weniger mit….

      Ich kann meinem Sohn nicht wieder und wieder vermitteln, er sei so unerträglich, dass er immer gehen muss….er hatte nun 6 Klassenlehrer. Die sollen ihn gefälligst in Ruhe sein letztes Jahr machen lassen….
      Eine neue Schule brachte gar nicht garantiert mehr Akzeptanz! Es gibt hier keine Schule für Autismus….

      Der Machtkampf des Schulleiters ist illegal und das kann ihm auch gerne ein Richter sagen…

      Liebe Grüße Anne

  • Steffi

    Das ist schlimm für euch, ich leide mit. Auch ich kenne als Mutter eines Aspies sämtliche Kämpfe.
    Aber Inklusion ist nicht so einfach, wie manch einer denken mag. Die meisten Schulen und Kollegien sind damit komplett überfordert. Und es ist schon ein Unterschied, ob mal eben behindertengetecht ausgebaut wird, damit z. B. Rollifahrer die Realschule besuchen können, oder ob ein einzelnes Kind ganz spezielle Vorausdetzungen benötigt.
    Nach einem Erprobungstag in der Regel-Grundschule vor der Einschulung meines Sohnes, sagte mir die Direktorin klipp und klar, dass die Lehrer dort weder die geeignete Ausbildung hätten, meinen Sohn ordnungsgemäß zu beschulen, noch die Zeit, sich neben den anderen Kindern zusätzlich mit ihm zu befassen. Es sprenge einfach den Rahmen und die Möglichkeiten.
    Sie sagte mir zudem einen Satz, der mich enorm beeindruckte, und mich von meinem Traum, mein Kind „so normal wie möglich“ beschulen zu lassen, abbrachte: „Sie können ihren Anspruch auf Inklusion durchsetzen, aber ihr Kind wird an einer Realschule immer Versagenserlebnisse haben, oder Sie entscheiden sich für eine Förderschule, an der ihr Kind seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten nach entsprechend gefördert wird, und dort Erfolgserlebnisse haben wird.“
    Er hat 4 Jahre eine Grundschule mit Förderschwerpunkt „Soziale und emotionale Entwicklung“ besucht, danach eine Realschule mit Förderschwerpunkt „motorische Entwicklung“, die aber auch regelmäßig Auristen annehmen. Dort hat er danach eine inklusive (es durften auch Nicht-Behinderte mitlernen) Oberstufe besucht und sein Abitur gemacht.
    Die Schulen waren beide nicht am Ort. Es gibt für Kinder, die Förderschulen besuchen, einen Schüler-Spezialverkehr. Abholung Zuhause.
    Für den Besuch einer Förderschule muss vorab ein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegen. Das prüft das zuständige Schulamt.
    Inklusion ist nicht für alle Kinder mit Einschränkungen sinnvoll.

    • Anne

      Tja, liebe Steffi, unser Sohn hat einser und zweier, wenige Dreier. Fachlich kommt er gut mit. Er benötigt neben seiner Schulbegleitung und Medikation nicht sehr viel Zuwendung der Lehrer. Wie gesagt Fachlich hat er keine Probleme, seine Probleme liegen im Sozialen. Dann würde er bei Tests ein wenig mehr Zeit benötigen, weil schreiben ihm wegen der Motorik schwer fällt und er daher etwas langsamer ist. Auch freie Antworten zu schreiben braucht bei ihm ein wenig mehr Zeit, da er zum verstehen und eine machbare Antwort zu finden eben mehr Zeit benötigt.
      DAS ist ganz sicher nicht zu viel verlangt und sprengt ganz sicher auch nicht den Rahmen der Lehrer. Als ich in der Schule war gab es Zeitaufschläge schon für Legastheniker bereits!
      Dann eben so Dinge, wie dass unser Sohn lauter 1-ser schreibt und weil er eben „nervt“ (von den Lehrern Politischer ausgedrückt) bekommt er dennoch nur die 2 im Zeugnis…er bekommt also einen Nachteilsaufschlag, anstelle eines Ausgleichs.

      Ich bin absolut nicht gegen eine Schule mit Fördercharakter, vermutlich wird unser kleiner Sohn das benötigen, da er nicht redet. Aber unser großer ist auf einer Regelschule genau richtig. Es gibt meiner Meinung nach keinen Grund ihm sehr viel Lebenszeit mit Fahrtzeiten zu stehlen, nur weil der Schulleiter uns verabscheut.

  • Danny

    Wenn ich das so lese, bestätigt es, dass wir von Inklusion in Deutschland weit entfernt sind. Deswegen habe ich vor Kurzem ein Studium zur Fachkraft für Inklusion begonnen. Das große Problem ist die Aufklärung von Lehrern, Eltern und Schülern.
    Auch wir haben gekämpft, als unser Kind von der Förderschule suspendiert wurde. Sie ist denen zu anstrengend. Ich habe viele Tränen vergossen, wir waren hier am Ende. Aber wir werden deswegen nicht mehr weinen und uns nicht mehr aufregen. Jetzt kämpfen wir.

    Lasst euch nicht abwimmeln. Sucht euch eine Fachkraft. Sie geht mit euch zu Behörden und auch der Schule. Sprecht mit unvoreingenommenen Mitarbeitern der Stadt/ Des Kreises. Involviert das Schulamt. Den Antrag für einen I-Helfer stellt ihr. Nicht die Schule. Und auch die Schule hat kein Allrecht. Beantrage einen Behindertenausweis und einen Pflegegrad, wenn noch nicht geschehen. Und Förderungen nach Paragraph 35a.

    Da, wo ihr die Diagnostik habt machen lassen, könnt ihr ebenfalls schriftlich durch einen Facharzt einholen, dass aufgrund einer seelischen Behinderung ein I-Helfer absolut von Nöten ist. Das gleiche gilt für den Kinderarzt. Holt euch Fachärzte auf eure Seite, auf Fachebene. Die Argumente werden denen schon bald ausgehen. Dein nächster Schritt ist die Bezirksregierung. Sieh nach, wer für Inklusion und Schule Zuständig ist. Schreib einen höflichen, Fachbezogene Email. Schildere die Situation, ohne Emotional oder Angreifend zu werden.
    Je Fachlicher du argumentierst, desto weniger können die dich persönlich angreifen. Je stärker du wirst, desto stärker wird dein Sohn durch dich bestärkt.

    • Anne

      Hallo Steffi,

      wir werden uns Wehren…unser Sohn hat eine Schulbegleitung, allerdings stand die alte Schulbegleiterin nur rum und tat nichts….wir haben selbst eine neue gesucht, das scheint besser zu laufen. Auch weil wir viel anleiten und mithelfen und Kontakt suchen.

      Eine Fachbegleitung wäre ganz sinnvoll, aber ist kaum gegen den Willen der Schule zu bekommen….

      Es wird wohl auf eine Klage hinauslaufen, wie es aussieht…

      Liebe Grüße

      Anne

    • Anne

      Hallo Danny,

      wir werden mit allem, was wir haben für unseren tollen Sohn kämpfen, das hat er verdient, eine I-Helferin hat er bereits.
      Das Problem in unserem Bundesland ist eben das Schulbegleitungen leider nicht geschult sind. Fast jeder kann das werden. Die Lehrer sollen die Fachleute sein und die Schulbegleiter flankierend helfen, wie es das Jugendamt ausdrückt.
      Tja aber die Lehrer werden nicht geschult und haben auch so viel um Ohren, dass wohl auch selbst Infos zu beschaffen zu viel verlangt wäre.
      Insgesamt traurig!

      Liebe Grüße Anne

  • Inselsucherin

    Liebe Anne,

    Auch ich musste die Erfahrung machen, dass Inklusion in Deutschland nicht funktioniert. Eine Schule die als Slogan „das Kind im Mittelpunkt“ hat, das war die Schule wo meine Kinder glücklicherweise beide nicht mehr sind.
    Der Höhepunkt war der letzte runde Tisch, an dem die Klassenlehrerin vom Autismusbeauftragten des Schulamtes gefragt wurde, welche Nachteilsausgleiche sie eingeführt hätte. Die Lehrerin guckte verwirrt und fragte dann, was denn Nachteilsausgleiche seien. Daraufhin sprang der Rektor ein und sagte seiner Mitarbeiterin, er erkläre ihr das später. Die Dame ist kurz vor der Rente…

    Nein, an einer Regelschule hat hier nichts funktioniert. Das Kind war allenfalls dann im Mittelpunkt, wenn es wieder mal von mehreren anderen Kindern verprügelt wurde. Und teilweise sogar die Lehrer zusahen und am Ende noch sagten „tja, ganz unschuldig warst du vermutlich nicht daran“ – „wie bitte?!“

    ich weiß, eigentlich sollte Inklusion funktionieren, eigentlich sind die ganzen Trennungen zwischen besonderen Menschen und denen, die in die Schubladen der Gesellschaft passen etwas, das alles nur schlimmer macht. Aber fürs Seelenheil meiner beiden Kinder und damit auch für mich war es eine wahnsinnig tolle Sache, dass sie beide auf Sonderschulen gehen dürfen. Da werden sie verstanden, da nimmt man Rücksicht, da sind Lehrer und Schulleiter gesprächsbereit und immer daran interessiert, mit den Eltern zusammen Lösungen zu finden. Sie sind sogar dankbar wenn sie vorgewarnt werden, dass zu Hause vielleicht ein schlechter Tag war und es deshalb möglicherweise in der Schule nicht so läuft.

    Ich wünsche euch, dass ihr zu einer guten Lösung kommt und dass dein Sohn zur Ruhe kommen kann. Viele meiner Vorschreiber*innen haben tolle Ideen geschrieben, die muss ich nicht wiederholen.

    Mein Rat ist: Schau auf deine Ressourcen. Dein Kind braucht dich. Es ist möglicherweise sehr fixiert auf dich. Also such dir Wege, für die du locker die Kraft hast, auch wenn auf ihnen noch Steine auftauchen könnten, von denen man am Anfang des Weges noch nicht so viel sehen konnte.
    Nimm lieber zu früh als zu spät Hilfen in Anspruch, dann hast du eine Rückfallebene, wenn dir selbst mal die Kraft ausgeht.
    Pass auf dich auf, passt auf euch auf.

  • Anne

    Nochmal ganz herzlichen Dank fürs mitfiebern, mitfühlen und all die tollen Ratschläge.
    Wir werden für unseren Sohn kämpfen und versuchen das System vielleicht ein wenig in eine Inklusivere Richtung zu schubsen…nicht nur für unseren Sohn,.auch für alle Kinder, die nach ihm kommen…

    Wenn man das Theater der Schule und der Behörden so liest, könnte man denken unser Sohn sei ein schwieriger Fall, ein systemsprenger….

    Er ist liebevoll, vergibt alles, er versucht immer sich zu verbessern. Er hat eine unerschütterliche Freude am Leben und immer die Hoffnung doch dazu zu gehören. Er ist treu und Loyal und er braucht nur ein wenig Rücksicht um wachsen zu können.

    Manchmal habe ich bei unserer Schule den Eindruck, rücksichtslos auf Kinder wäre gleich ein Angriff auf die Autorität der Lehrer. Ist das nicht arm und traurig?

  • Annemarie

    Liebe Anne,

    habe einerseits mit großer Freude und andererseits mit Tränen in den Augen deine Kommentare gelesen. Vorab erst einmal ziehe ich meine Hut vor deinem Engagement. Ganz große Klasse, unglaublich, was da an Energie drin steckt.

    Bitte gebt nicht auf. Wenn du noch Unterstützung brauchst, meine Rechtsanwältin, die mit mir zusammen schon etliche Kämpfe ausgefochten und zum Positiven geändert hat, ist bereit, dich zu unterstützen.

    Hier meine Mailaddi: annemarie.bogunski@web.de

    Alles, alles Liebe euch und gaaaaaanz viel Kraft weiterhin. Möge das ganze Universum euch unterstützen.

  • Anne

    Hallo liebe Annemarie,

    Danke, dass du erkennst, wie viel Kraft in unseren Kämpfen steckt. Wir werden nicht aufgeben,.die Liebe zu unserem Kind ist zu mächtig dafür.

    Tatsächlich kann ich sogar inzwischen Positives rückmelden, unser Sohn darf an der Schule bleiben. Der Schulleiter hat das Verfahren verloren.

    Wir haben nochmal alle Energie aufgebracht und der gesamten Landesverwaltungsebene unseren Fall nebst beweisen geschildert.
    Somit konnten wir die Schulaufsicht, die zunächst alles wie vom Schulleiter gewünscht abgenickt hatte, aufrütteln.

    Wir haben auch eine tolle Anwältin gefunden, die mit uns nun eine Klage gegen unser Bundesland wegen Diskriminierung führen wird.
    💜

    Aber insgesamt frage ich mich, wie viele Eltern aufgeben, wie viele Eltern keine Kraft oder Ressourcen für so einen Kampf haben und wie viele Eltern verlieren die Liebe zu ihrem Kind bei all der Ablehnung, die permanent und mit massiver Gewalt in die Familien gebracht wird?
    Ich bin erschüttert, da ich immer glaubte in einem toleranten und aufgeklärten Land zu leben, dass ausgerechnet studierte und privilegierte Menschen es nötig haben so zu handeln.

    Liebe Grüße Anne

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