Die Sache mit dem Essen – Autismus und die Gourmetküche

Das Thema Ernährung und Essen spielt sicher bei vielen Familien mit autistischen Kindern eine große Rolle. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es hier große Unterschiede gibt.

Bei Niklas waren die Probleme im Baby- und Kleinkindalter größer als jetzt: er hatte aufgrund seiner Hypotonie (Mangel an Muskelstärke) eine sehr geringe Würgereizschwelle. Das führte dazu, dass Vieles von dem, was er als Milch oder Brei zu sich nahm, gleich wieder ausgebrochen wurde. Es war nicht einfach, genug Nahrung in ihn hineinzubekommen.
Auf der anderen Seite wirkte sich die Hypotonie auch auf die Tätigkeit des Darms aus, sprich: der Darm war träge und so brauchte Niklas auch beim Stuhlgang Hilfe, z.B. mit Einläufen. Die Gabe von Milchzucker half zeitweise den Stuhlgang zu normalisieren.

Bei uns war es nie großes Thema, was gegessen wird. In der Hinsicht war es schon immer recht unkompliziert und das wissen wir auch sehr zu schätzen, denn ich weiß, dass es in anderen Familien große Diskussionen und Probleme darüber gibt, was gegessen wird, in welcher Konsistenz und Farbe, wann und wie oft usw.
Problematisch war und blieb bei uns immer die Konsistenz, denn Essen wird bis heute geschlungen, selten richtig gekaut und führt dann auch mal zu unangenehmen Schlucksituationen. Andererseits lösen zu breiige Lebensmittel sofort wieder den Würge- und Brechreiz aus. Eine ständige Assistenz und Beaufsichtigung beim Essen ist daher immer noch nötig und wichtig.

Eine Eigenheit, die eigentlich nicht wirklich mit Essen, sondern eher mit der Wahrnehmung über den Mund zu tun hat, ist bei Niklas, dass er alles verspeist: von Pferdeäpfeln, Gras, Erde, Nacktschnecken und Stiften bis hin zur kleinen Glühbirne an Lichterketten. Das ist natürlich weniger witzig und erfordert auch ständiges Beaufsichtigen, denn auch wenn ein verspeister blauer Buntstift abenteuerlich in der Windel anzusehen ist, ist er dennoch ungefährlich.
Ein genüsslich zerkautes Glühbirnchen ist dagegen weniger amüsant. Diese Eigenheit hat leider bis heute nicht nachgelassen. Niklas verspürt offenbar einen unwiderstehlichen Drang, wirklich alles über den Mund zu erspüren und zu erschmecken.

Zurück zum Essen: Ich kenne Familien, in denen jedes, aber wirklich jedes Essen, blau eingefärbt werden muss, von der Kartoffel, über Fisch bis zum Joghurt. Ich kenne Famlien, in denen alles püriert oder die Lebensmittel absolut akkurat verteilt auf dem Teller liegen müssen, und so weiter – wenn das alles nicht passiert, drohen Wutanfälle, Weinkrämpfe oder andere Krisen.
Ihr kennt sicher noch andere Beispiele oder habt selbst besondere Essenssituationen. Denn dieser Beitrag bietet lediglich einen kleinen Einblick in unseren Essensalltag, garniert mit Pferdeapfel und Nacktschnecke.

Guten Appetit, Ella

Zum Weiterlesen:

Gastbeitrag: Warum das Essen mit den Fingern eigentlich ganz schlau ist

Was man beim Biss in ein herzhaftes Käsebrot über Tischmanieren nachdenken kann

Auf meiner Pinterest-Seite findet Ihr Sammlungen zu unterschiedlich farbigem Essen :-)

26 comments

  • Bei uns war es auch schon immer schwierig . Maximilian hat nie von meiner brust trinken wollen als baby. Dann in der Klinik klappte es super mit dem Flaschen Ersatz . Zu hause dann lief es gar nicht mehr so gut wie in der klinik.er trank meist nur wenige ml. Schlief ein und im halbem stunden Takt ging es weiter . Dann kam die breizeit. Das wollte er auch nicht. Schluckte nicht und spuckte es aus. Es hat lange gedauert bis er sich an die breizeit gewöhnte . Genauso war auch der Übergang zur festen Nahrung . Noch heute ( er wird nächsten Monat 4) mag er nur joghurts. Am liebsten könnte es den ganzen tag Joghurt geben. Aber auch nur seine kinder Joghurts und sie müssen im Becher sein . Dürfen nicht umgefüllt sein. Brot isst er auch . Muss aber weiches sein und nur bestimmte Sachen kommen drauf . Mittags isst er gar nicht zu haus und im Kindergarten probiert er gelegentlich

    • Sandra

      Hallo Anett es ist wirklich Wahnsinn mein kleiner ist jetzt 4 Jahre alt und bei uns ist es ganz genauso mit dem Joghurt am liebsten den ganzen Tag und dann auch nur seine zwei Sorten unser kleiner ist nur Brot ohne Rinde und es darf nur gelbwurst darauf sein

  • Marlis Schnyder

    Hallo ich heisse Marlis.

    Ich bin so dankbar, das mal genau über dieses Thema gschrieben wird. Mein Sohn Mario mit der Diagnose frühkindlicher Autismus isst seit er angefangen hat zu essen immer das gleiche. Seine gekochten Speisen die er zu sich nimmt, bestehen meist nur aus Kohlenhydrate (Teigwaren und Pizza) Es gibt gerade ein Gemüse, das er roh ist und das sind Karotten. Ansonsten bin ich dankbar das er gerne Früchte isst. Seit Jahren (er ist jetzt 9) koche ich das gleiche für ihn. Das Unverständnis meines Umfeldes war die ersten Jahre sehr belastend. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Ich sehe, das er nach Bedarf isst. Wenn sein Körper Magnesium braucht isst er bis zu 6 Bananen am Tag. Wenn er Vitamine benötigt isst er 3 Wochen lang 3x täglich ein frisches Birchermüesli. Ausprobieren von neuen Lebensmittel ist schwer für ihn und ich müsste ihn dazu nötigen und das mache ich nicht. Sehr schwierig war das letzte Schuljahr. 2x ass er in der Schule. Da die Schule aber nicht selber kocht haben sie das Essen von Krankenhaus das es liefert. Selten bis nie gab es Teigwaren als Beilage und das Essen, das ich mitgab ass er nicht. So kam es, dass er anfing zu fasten. Erst das Mittagessen und dann auch noch das Znüni. Er wollte plötzlich nur noch Zuhause essen das auch bei Ausflügen mit der Familie. Die Einzige die besorgt war über diesen Umstand war ich. Nicht mal die Schulleitung geschweige das Lehrer Team interessierte es. Traurig aber war. Erst als ich intervenierte kam Bewegung in den Umstand. Mit Teacch konnten wir Mario nun wieder zum essen bewegen. Und darüber bin ich sehr froh. Privat isst er immer noch lieber Zuhause. An Geburtstagen nehme ich sein Essen mit. Ja, der Umstand, das in einer Heilpädagogischen Schule kein Augenmerk auf individuelles Verhalten eingegangen wird, gibt mir immer noch zu denken. Jedenfalls erfreue ich mich jedes Mal, wenn er wieder mal was neues probiert und gerne hat. Selten aber in diesen 9 Jahren immer wieder ein Meilenstein für ihn und uns.

  • Zarinka

    Mein Sohn (Asperger) isst erst jetzt wo er um einige Jahre älter ist so hin und wieder auch schon mal was anderes…ansonsten jedoch isst er wie schon von klein auf an…jeden Tag Haferflockenbrei. Und auch ihm musste ich schon recht früh zusätzlich Milchzucker geben da er einige male wegen seiner Darmträgheit ins Krankenhaus musste.

    Nudeln kommen auf seinen Speiseplan zwar hin und wieder auch schon mal vor, aber ansonsten weiß er oft einfach nicht was er sonst so essen könnte. Da er alleine lebt und mittlerweile auch einer Arbeit nachgeht, fällt das Kochen bei ihm recht oft aus…und dann gibt es halt wieder Haferflockenbrei bei ihm. Aber Brot isst er auch des öfteren ganz gerne.

    Dennoch versucht er immer wieder (mit seinem Betreuer/seiner Betreuerin) etwas Abwechselung in seinem Essens Alltag hinein zu bekommen.

    Mir persönlich (ebenfalls Asperger) geht es da ganz ähnlich…ginge es nach mir alleine, würde ich überhaupt nicht (essen) kochen. Essen ist seit je her für mich persönlich eher eine lästige Pflicht…aber natürlich weiß ich dass es ganz ohne Essen nun einmal nicht geht. Das ist mir völlig klar.

    Jedoch muss ich genausten darauf achten was ich an Nahrung zu mir nehme…vieles kann ich einfach nicht essen und einige Sachen vertrage ich auch gar nicht. Entweder bekomme ich Probleme mit meinem Darm (einhergehend mit heftigen Bauchschmerzen) oder aber ich bekomme im Mundraum intensive Probleme…Brennen auf der Zunge…Brennen im Rachenraum…und zudem wundes, brennendes Zahnfleisch.

    Nudeln vertrage ich jedoch immer gut, daher esse ich ebenfalls fast jeden Tag Nudeln. Gewürze vertrage ich nur sehr wenige und Salz mag ich überhaupt nicht…kann Salzgeschmack im Mund einfach nicht ertragen.
    So salze ich insgesamt mein Essen nur sehr sparsam…mein Mann salzt und würzt sich sein Essen aus diesen Grünen immer so um einiges nach. Mein Essen sei ihm zu fade sagt er immer.

    Was mir jedoch ebenfalls noch wichtig ist: ich esse nur mit „meinem bestimmten“ Besteck (für mich ist es wichtig wie es sich in der Hand und besonders im Mund anfühlt.) Wenn das nicht stimmig passt, dann kann ich damit einfach nicht essen.

    Auch ein bestimmter Teller ist für mich sehr wichtig…manche Teller verursachen für mich ein unangenehmes Geräusch wenn ich mit dem Besteck auf diesem hantiere. Andere aus meinem Umfeld können dies zwar oft nicht nachvollziehen, meine Familie jedoch kann damit gut umgehen und fragt immer ob dieser Teller oder dieses Besteck jetzt das richtige ist…sie selbst sehen da nämlich oft gar keinen Unterschied…ich jedoch schon.

  • Melanie

    Hallo ich bin Mama eines 8 jährigen frühkindlichen Autisten.
    Das Thema Essen zieht sich bei uuns hin seit ich denken kann. Es geht los bei bestimmten Tellern und trinkflaschen bzw. Becher.
    Wenn es nicht seine Gabel ist isst er schon mal gar nichts. Es ist absolute glücksache, ob das essen die richtige festigkeit oder das richtige aussehen hat. Das variiert von Tag zu Tag. AIch wechseln die Nahrungsmittel in unregelmäßigen Abständen. Zum Beispiel gab es wochenlang nur Nudeln. Trocken ohne Soße. Nur mit Salz. Dann gibt es wieder Fleisch.
    Ausserdem ernährt sich Samuel hauptsächlich von Kaba. Schokolade gibt es zur schnellen EnergieLieferung. Lange Zeit dachten mein Mann uns ich dass er auf Dauer Mangelerscheinungen entwickeln würde. Aber dank unseres Kinderarztes sehen wir es mittlerweile etwas gelassener ( das geht aber auch nicht immer……). Anscheinend ist es aber wirklich so, dass sich der Körper holt, was er gerade braucht.

  • Editha Zimmermann

    Hallo Ihr Lieben,

    bin so dankbar für eure beiträge. Mein Sohn 16 Mutist und Selektiver Autist isst auch immer das selbe. obwohl es im moment recht abwechslungsreich ist (Schnitzel mit so viel Pfeffer (ist kaum zu essen für mich), gelbes Fleisch (Hähnchen in Curry gebraten), Frikadellen in Paprikasoße und Rinderrouladen mit Kartoffeln, jeden Tag 4-6 Gurken als Gurkensalat,und Pfannkuchen mit Apfelmus. Bei meinem Exmann isst er Spagetti mit Soße und Gulasch mit Kartoffeln, ich darf das nicht kochen denn bei mir schmeckt es nicht so wie bei Papa da die Luft ja auch anders ist bei mir wie bei Papa. Was für mich sehr schwer war ist das alle anderen immer und immer wieder sagten das er nur Krütsch ist. Und ich durch greifen muss. Dieses Unverständnis machte mich oft mehr fertig als alles andere. Dass mein Kind so wie er ist ein wundervoller Mensch ist und mir oft Sachen zeigt, die ich übersehe und doch so wunderschön sind. Aber von den Menschen ausserhalb des Hauses oft nur meckern und es nicht verstehen. Sie müssen es ja auch nicht verstehen nur akzeptieren, dass er anders ist…. das wäre schon für alle unsere Kinder ein so toller Erfolg…..

    sorry für die schreibfehler und dad durch einadner mit groß und klein schreibung….
    euch allen einen wunderschönen Tag noch… Editha

  • IAn Holler

    Bei mir war das mit dem Essen als Kind auch schwierig, Ich konnte nur Flüssig bis Breinahrung aus der Flasche trinken, bis 4 JAhre. MEien Mutter erzählte mir auch, dass ich alles ausgespuckt, b.z.w auch mit Kampf nihct aufnahm. In der Flasche konnte dann alles püriert sein. Später fing ich dann schon an zu essen, aber kein Fleisch, was man serh kauen musste, oder wo FEtt dran war. Auch bevorzugte ich als Kind dann grüne Löffel und Schälchen, wo ich drauf ass. HEute ess ich schon ausgewogen, und koche mir selbst, aber die KOnsistenz ist sher wichtig. Es darf nicht schleimig oder KLibberig sein, auch manche Sossen sehen so aus, das ich sie nicht esse. ICh koche keine Sossen. DIe Erfahrung, dass sich der Körper schon holt, was er braucht, mach ich auch, wenn ich ihn lasse, denn mal isst man mehr davon, und mal davon, aber die Blutwerte sind gut.

  • Elsa v. R.

    Mein Sohn (21 Monate) will überwiegend nur püriertes und morgens und abends seine Flasche. Wenn es nach ihm ginge, dann gäbe es den ganzen Tag Quetschbeutel. Zum Glück gibt es diese auch nur mit Gemüse ?
    Wasser trinkt er wenn überhaupt nur aus dem Glas, ansonsten nur Säfte mit Wasser verdünnt aus der Flasche. Stückchen und Co werden entweder verweigert oder er würgt dabei und übergibt sich dann. Kekse, Bananen und Riegel werden ab und an mal in die Hand genommen, er beißt mittlerweile auch davon ab, aber alles muss gefüttert werden.

    • Miri W

      Bei uns ist das auch so. Unser Sohn (2 Jahre( trinkt nur verdünnte Multisäfte und bei Brei mag er meistens Obst und die Quetschies. Sobald auch nur Stückchen im Brei sind, übergibt er sich und verweigert das Breiessen um Tage. Dann müssen wir mit Fresubin für Kinder und zusätzlicher 2er Milch nachhelfen. Meistens bekomme ich auch nur 10-15 Löffel am Tag in seinen Mund und dann nur mit kleinen Plastiklöffeln. Es ist echt anstrengend und ich mache mir solche Sorgen um die evtl. fehlenden Nährstoffe. Zudem kommt noch hinzu das er mit 2 Jahren so groß wie ein 4Jähriger ist. ( Papa ist 2 Meter groß) und er kann noch nicht laufen. Ich hoffe er nimmt bald mehr an. Immerhin kaut er seit dieser Woche auf einen blauen Beißring herum. Sonst waren Schnuller und Zahnungshilfen sowie Zahnbürsten ein Alptraum für ihn. Vielleicht kann mir hier jemand noch Tipps geben. In die Flasche haben wir auch schon Brei gefüllt, es darf auch nur die Flasche von Mam sein mit dem einen Nuckel. Aber er ist jetzt dahinter gekommen das da oft kein Kakao drin ist und kontrolliert vorher die Farbe?

  • Nadine

    Mein Sohn (9) isst nur Waffeln, Weißbrot mit Nutella, Pommes,selbstgemachte Hamburger , Chips und Nudeln , hört sich alles sehr fettig an aber mein Sohn ist relativ dünn, Arzt sagte ist alles in Ordnung. Diese komisches Essenssache hat angefangen seid dem er 3 Jahre alt ist, davor hatte er alles gegessen ?
    Er sagt unser essen riecht gut aber weigert sich zu probieren .
    Er hatte mal eine Phase da hat er probiert aber der Würgreiz war sofort da. Beim trinken geht nur Kakao Wasser oder mal ein Eistee.

  • Jasmin Kuder

    Mein sohn (3 1/2) trinkt nur milch. Essen tut er eigentlich nur Kartoffelbrei mit einer Fischfrikadelle. Ansonsten könnte er sich nur von keksen ernähren. Ab und zu darf es auch mal eine banane sein,aber die schale muss zur hälfte dran sein und wenn sie bricht,schmeißt er sie hin und dann will er für paar tage auch keine mehr.Unsere Ärztin meinte auch das die kinder sich holen was sie brauchen,allerdings ist er oft krank.

  • Silke St.

    Hallo alle zusammen,

    mein Sohn (14 Jahre) ist Asperger und wir haben auch diese Probleme.
    Es tut so gut zu lesen das es viele gibt denen es so geht wie uns.
    Mein Sohn hatte auch eine Trinkschwäche, Darmträgheit natürlich auch.
    Er hat bis zum heutigen Tag noch nie was weißes gegessen oder getrunken.
    Kochen war hier lange ein Thema weil er am liebsten jeden Tag Nudelsuppe essen möchte.
    Inzwischen hat er aber 3 Geschwister und keiner möchte sich hier von Suppe ernähren.
    Auch bei den Getränken ist er sehr eigen. Er trinkt nur Leitungswasser oder einen ganz bestimmten Saft. Allerdings auch nur unser Leitungswasser, wir haben extrem hartes Wasser, eine Ortschaft weiter ist das Leitungswasser ganz weich und dann kann er es nicht trinken. So zieht sich das Essen und Trinken Problemchen wie es roter Faden durch unseren Alltag.
    LG Silke

    • Gudrun Köppel

      Das kenne ich von meinem Enkel. Er trinkt auch nur unser Leitungswasser, paar Kilometer weiter wohnt meine Tochter, da muss ich immer was mitnehmen von unserem Wasser, sonst „verdurstet“ er.

      Mit dem Essen ist es auch nicht einfach, wenn er viel Stress hat, wie z.Zt. mit der Schule, dann schmeckt ihm gar nichts, dann gibts meistens nur Brot, aber nur bestimmtes Brot und immer der gleiche Aufstrich. Oder er will auch mal nur trinken, einen bestimmten Saft trinkt er auch. Den benutze ich auch, wenn er mal Tropfen nehmen muss, dann geb ich die in den Saft und er trinkt auch danach Saft, damit er den Geschmack der Tropfen nicht mehr schmeckt. LG Gudrun

  • Claudine

    Es tut wirklich gut hier so viel Vertrautes zu lesen. Da fühlt man sich gleich nicht mehr so allein mit seinen Problemen!
    Meine Tochter (11 / Asperger Autistin) wollte als Säugling nie irgendetwas etwas zu sich nehmen. Ich hätte sie so gerne gestillt wie meine Erstgeborene, aber sie ertrug es kaum auf den Arm genommen zu werden. Auch die Flasche (mit Muttermilch) nahm sie nur so widerwillig zu sich, dass sie mit drei Monaten eine Magensonde gelegt kriegen musste, damit sie nicht verhungerte! Eine schreckliche Zeit!
    Brei mochte sie auch nie. Erst als sie den ersten Zwieback bekam, interessierte sie sich erstmals für etwas Essbares. Bis heute ist sie ein schlechter – Esser und deshalb auch sehr dünn – sie liebt es die harten Brötchen zu knabbern, die ich eigentlich für unsere Kaninchen trockne und isst unheimlich gerne „seltsame“ Kombinationen wie Nutella mit gelbem Salz (Fondor).

  • Gudrun Köppel

    Sorry miteinander, ich habe mich gar nicht vorgestellt, mein Enkel ist 10 und Asperger Autist.
    Er hat bis er ca. 4 Jahre alt war alles gegessen was wir ihm angeboten haben. Mit Brei konnte man ihn nicht locken. So bekam er gleich mit dem Löffel Avocado, die er sehr liebte, Apfel geschabt, genauso Banane. Er biß bald direkt vom Apfel oder aß die Banane auch alleine.
    Als er ca. 4 Jahre war und in den Kindergarten kam ging es an, dass er eines nach dem anderen von seinem Speiseplan strich. Ohne Kommentar, schob er das Essen weg. Wir brauchten es auch nicht mehr vorsetzen, da war es vorbei mit Avocado, Banane usw. Nur den Apfel aß er noch. Später nur noch Stückchen, dabei ging es schon los, dass da mal ein wenig Schale dran war, oder der Apfel leicht säuerlich war. Wieder eins weg vom Speiseplan.
    Heute tun wir uns schon etwas schwer mit der Esserei. Neues probieren, geht gar nicht, da müssen wir einfach warten, bis er von sich aus etwas will. Man kann es nur zeigen, anbieten und abwarten ob er es annimmt?
    LG Gudrun

  • Sarina

    Bei uns seit 9 Jahren grosses Thema und täglich eine Herausforderung.
    Es gibt ein super Buch. „Probier doch mal“
    Über autistisches Essen. Bzw warum das so ist beim autisten.
    Leider nur über die Schweiz erhältlich und sehr teuer.

    Falls einer dieses zum Verkauf anbietet… ??‍♀️ nehm es gern.

  • Daniela

    Hallo wir haben gerade die Abklärung abgeschlossen. Mein Sohn(wird in paar Tagen 7) fällt in der neuen Version in autismus hoch hinein.
    Er ist Brot oder Semmel am liebsten trocken, manchmal mit Butter. Marmelade und Nutella geht gar nicht. Wurst am liebsten gelbwurst. Die gibt es aber in Österreich nicht, wohnen aber zum Glück nur 30 km von Bayern entfernt. Selten mal extrawurst und schinken. Kartoffeln, gerne Püree, Pommes und wedges.
    Nudeln und Reis trocken.
    Keine Soßen im allgemeinen. Kein Ketchup.gegessen wird Schnitzel, Nuggets und fischstäbchen gehen auch.
    Selten mal Milch oder Milchprodukte, fast kein Obst und Gemüse. Er trinkt nur Wasser, aber nur eine bestimmte Sorte, müssen kaufen da wir nur einen hausbrunnen haben und nicht am ortswasser angeschlossen sind. Im Sommer bekommen wir ihn manchmal dazu caprisonne oder eistee zu trinken.
    Süßigkeiten gehen hauptsächlich toffifee. Stehe vor dem Regal und weiß nicht was ich ihm mal kaufen soll.
    Es tut gut zu wissen das es euch allen so geht. Liebe Grüße aus Österreich ?? ?

  • Belinda

    Mein Sohn (18) ist Asperger und bei ihm durfte das Essen und die Getränke nur kalt serviert werden. Es war ein Drama, wenn das Essen zu warm war. Er hat mit Vorliebe die Suppe vom Vortag direkt aus dem Kühlschrank gegessen. Auch heute lässt er das Essen kalt werden und trinkt auch seinen Kaffee mit so viel Milch, dass er kalt ist. Meine Tochter (16) ist gerade mitten in der Diagnostik, wir vermuten auch Asperger. Sie hat sich als kleines Kind hauptsächlich von Nudeln mit Ketchup ernährt. Breiige Konsistenz geht gar nicht. Sie trinkt bis heute nur Leitungswasser, Kohlensäure geht auch überhaupt nicht. Sie hatte jahrelang viele Intoleranzen, die die Ernährung deutlich erschwert haben. Heute ist sie Vegetarierin und verträgt zum Glück wieder alles, probiert inzwischen auch Salat und Gemüse, aber Nudeln stehen immer noch ganz oben auf der Liste

  • Sonja

    Hallo Zusammen,
    ich habe mit großer Interesse eure Kommentare durchgelesen. Mein Neffe wird jetzt 7 und isst zwar alles, aber nur als Breinahrung. Da er neben Autismus auch noch Diabetes hat, muss er ständig gemessen werden, da bei Breinahrung die Verdauung etwas schneller funktioniert. Mein Neffe lebt in Ausland und dort kann im leider keiner helfen, keiner weißt, wie er kauen lernen könnte.
    Ich wäre sehr Dankbar für jede Information und Erfahrung. Gibt es vielleicht hier in Deutschland einen Spezialisten, der ihm helfen könnte?
    Vielen vielen Dank!

  • Katinka

    So blöd es klingt, aber schön zu hören das es nicht nur uns so geht. Wie oft wird man aus dem Umfeld doof angeschaut oder sogar angemault. Den Opa´s habe ich gepflegt die Zähne gezogen was es anbetraf unseren Sohn beim Essen anzumeckern. Denn dann aß er lieber überhaupt nicht mehr.
    Also unser Sohn ist das 3. von vier Kindern. Er ist 7 Jahre alt und laut Neurologe v.a. Asperger, laut Psychiaterin v..a. ADHS und emotionale Entwicklungsstörung. Im Oktober haben wir nochmal Termine zur Diagnostik (mussten ja erst die „Sperrfrist“ bei der Psychiaterin abwarten). Aber die Frau ist nen anderes Thema.

    Unser Problem ist, dass wenn ihm etwas nicht schmeckt oder nichts dabei ist was er mag (selten probiert er mal was neues) dann hungert er lieber. Also muss man immer acht geben, das man ihm von vorne herein etwas mit auf den Tisch stellt was er mag, Extrawurst will er nicht (weder beim Essen noch sonst wo, nur nicht auffallen).
    So langsam verstehen es auch die Großeltern, so das sie versuchen für ihn was da zu haben. Getränke bringen wir immer mit, denn auch da gilt. Ist es unbekannt, wird es nicht genommen. Wasser ist zum waschen da, und nur im äußersten Notfall wird dran genippt.
    Der Speiseplan ist recht eng gesteckt, aber da er wächst und gedeiht und ein reines Muskelpaket ist soll er so weiter machen. Ich denke er holt sich schon was er braucht.

  • Mirjam Zürcher

    Hallo Marlis, was du schreibst, klingt sehr ähnlich unserem Timon. Er ist jetzt 11, bald 12 Jahre alt. Er isst Haferflocken mit Ovomaltine (da hat es Vitamine drin), Brot mit Nutella, selten Honig, manchmal Teigwaren. Rohe Karotten und Äpfel. Das wars dann auch schon. Wenn er gar nichts vom Gekochten essen kann, darf er einen Protein- Milkshake nehmen. Solche habe ich nun immer im Kühlschrank.
    Ja, das Umfeld merkt bei uns erst seit kurzer Zeit, dass es nicht an unserem Erziehungsstil liegt. Timon hat die Diagnose erst seit Februar. Die Akzeptanz kommt langsam.
    Es ist aber schon eine grosse Hürde und manchmal auch ein Ding der Unmöglichkeit, ausserhalb von zu Hause zu essen.
    Nächsten Frügling fährt seine Klasse eine Woche lang weg. Ich weiss noch nicht, wie und ob er da mitgehen kann.
    Ich bin selber immer auch noch am lernen, gelassen zu bleiben!
    Allfälligen Eisenmangel lassen wir ab und zu testen.
    Ich wünsche dir und euch viel Kraft und immer wieder Freude und Erfolgserlebnisse im Alltag!

  • Elisabeth

    Unser dreizehn jähriger Sohn ist isst viele unterschiedliche Nahrungsmittel, allerdings muss ich diese immer mit ihm zusammen einkaufen, sie dürfen z.B. nicht in unseren Kühlschrank gelagert werden und ich koche sie immer separat für ihn!
    Außerdem muss er vor jeder Nahrungsaufnahme duschen, und nimmt seine Mahlzeit entweder alleine oder mit uns Eltern ein. Nie mit seiner Schwester, Verwandten oder Freunden!

  • Katja

    Hallo. Mein Sohn 14jähriger Aspi isst auch sehr ausgesucht. Es ist dabei auf jeden Fall leichter das aufzuzählen was er mag als das was er nicht mag. Also es sind Kartoffeln, Nudeln, Brot,Heißwurst und eine bestimmte Salami Pizza. Die Pizza darf nur von einer bestimmten Marke sein. Selbstgemachte Pizza mit Salami ißt er auch. Aber nur mit von mir hergestelltem Teig. Das einzige Obst was er ißt, ist Apfelmus aus dem Discounter. Gemüse ißt er gar nicht. Dann gibt es bestimmte Kombinationen z.B. auf Toast keine Salami. Diese nur auf Brötchen etc. Und es wird nichts zusammen gegessen immer nacheinander und zwischendurch wird der Teller abgewaschen. Schon als kleiner Junge hat er sich mehrmals während der Mahlzeit die Hände gewaschen. Letztens sagte er, dass Burger ja lecker aussehen, er aber große Angst vor der Konsistenz hat. Ja das ist schon ein Thema für sich.

  • natascha

    Hallo zusammen :)
    Wenn auch schon der letzte Beitrag ein bisschen her ist, schreib ich trotzdem. Mein Sohn, fast 3 Jahre hat am Anfang auch noch alles gegessen. Bis vor einem halben Jahr ging es dann los, und er ass nur noch trocken, sprich Nudeln ohne Soße oder Brot ohne Belag, selbst vom Eis ass er nur die waffel. Jetzt sind wir in der Kita und viele Zeichen deuten auf autismus, was aber noch nicht ärztlich bestätigt wurden ist.
    Auf jeden Fall vielen Dank für eure Geschichten, es macht Mut, und zeigt das man nicht alleine ist.

    LG Natascha

  • Katharina

    Hallo,

    Es ist echt schön zu lesen, dass es auch anderen so geht und andererseits beunruhigend dass der Zustand wahrscheinlich immer so bleiben wird 🙈
    Wir haben einen 3 1/2-jährigen Sohn, der wahrscheinlich den frühkindlichen Autismus in einer leichteren Form hat (es ist noch nicht diagnostiziert, aber es spricht immer mehr dafür). Das Essenproblem haben wir seit ca. seit seinem ersten Geburtstag. Davor hat er zumindest Gemüse gegahrt oder gekocht gegessen. Obst mochte er noch nie, außer Rosinen und ein paar andere wenige getrocknete Früchte, die in den Nussmischungen sind. Auch können wir uns glücklich schätzen, dass er immerhin 3 Nusssorten isst. Rahmspinat hat er zum Glück schon immer gegessen und berührte Suppen isst er. Zumindest ein bisschen. Viel davon kriegen wir bei ihm da auch nicht runter.

    Es ist echt anstrengend, wenn das Essensthema zum Haupt- und Streitthema wird… Da er ja auch noch nicht spricht, kann er mir auch nicht sagen, was ihm an dem Gemüse stört. Dann fing er letztes Jahr endlich wieder an, zumindest schon mal Mais und dann mit der Zeit auch Blumenkohl und Rotkohl zu essen aber durch das ganze Coronathema und den Lockdowns hat er dabei wieder einen Riesen Rückschritt wieder gemacht. Er isst zum Glück immerhin wieder Mais. Dann kommen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis und tlw. auch aus der Familie irgendwelche dämlichen Kommentare, wie z.B. ihr müsst ihm das mal voressen (als würden wir es nicht ständig tun…), dann wird das Kind es auch schon noch nachahmen oder es wird ihm noch mal speziell demonstrierend vorgezeigt. Sorry, aber wenn er es bisher nicht geklappt hat, dann wird es genau dann auch nicht klappen! Oder die sagen, unser Kind isst häufig auch nur sehr wenig zum Mittag. Aber es ist trotzdem was anderes, deren Kinder essen alles mögliche, denen kann man auch noch zwischendurch ein paar gesunde Snacks reindrücken. Bei meinem Kind ist das leider nicht so einfach.

    Leider kann ich nicht, aus unseren Erfahrungen heraus, mit zustimmen, dass der Körper sich schon holt, was er braucht… Er hatte seit mehr als einem halben Dauerhusten gehabt. Und die letzten zwei Monate war er dann richtig dauerkrank gewesen. Sobald er für eine kurze Zeit in der Kita war, war er wieder krank zu Hause 😞. Da er mittlerweile auch den Integrationsstatus hat hätten wir zumindest theoretisch die Notbetreuung der Kita nutzen können, aber durch seinen anhaltenden Dauerhusten, war dies leider nicht möglich. Ich war mit der Zeit richtig verzweifelt gewesen hab auch irgendwann zu glauben angefangen, dass er durch sein Essverhalten mittlerweile Nährstoffmangel haben muss. Dann hab ich endlich auch mal seiner Kinderärztin davon erzählt und die hat mir Broschüren von einem hochkonzentriertem Saft mitgegeben (LaVita). Seitdem geht es ihm schon sehr viel besser wieder, was mir den Nährstoffmangel nur bestätigt hat.

    Was bestimmtes Besteck und Geschirr betrifft, so muss ich dazu sagen, dass er auch immer ein ganz bestimmtes Brett haben möchte mit einem ganz bestimmten Motiv darauf, was ich aber auch selber wiederum sehr mag, da Pferde darauf abgebildet sind ^^ Ansonsten ist er im allem sehr wählerisch, aber eher so, dass er das mal mag und dann wieder nicht.

    LG Katha

  • Rebanni

    Hallo!
    Kartoffeln, Karotten, Brokkoli,
    Nutella-Toast, eine bestimmte Sorte Butterkäse, Chicken-Nuggets und Nudeln – aber auch nur bestimmmte Formen.

    Das ist es was mein Sohn (4 Jahre) isst.
    Und es muss bestimmtes Geschirr und Besteck sein.
    Neuerdings geht es nur noch mit dem einen bestimmten grünen Plastiklöffel.
    Im Alltag mache ich mir oft Sorgen ob es auf Dauer gesund für ihn ist… aber wenn ich hier eure Geschichten lese muss ich auch ein wenig lächeln: weil ich erleichtert bin daß es euch auch so geht.
    In diesem Sinne: Danke an jeden der etwas von seinen Erfahrungen teilt! Es hilft jemand Anderem vll schon dadurch, weil er es lesen kann!!!

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