„Ihr Kind kann nicht (mehr) in unsere Schule kommen.“ // Autismus und Schule – eure Erfahrungen

Autismus und Schule – ein Dauerbrenner

Das Thema „Autismus und Schule“ ist ein Dauerbrenner in den Familien, da es häufig nicht gut läuft.
Viele Schulen wollen es richtig machen, scheitern aber an Faktoren, die sie nicht immer selbst in der Hand haben. Es gibt einzelne Pädagogen und Mitabeiter, die engagiert sind und etwas bewegen. Aber es gibt auch diejenigen, die leider gegen Windmühlen kämpfen (rw).
Andere zweifeln leider von Grund auf an, dass autistische Schüler angepasste Rahmenbedinungen brauchen und verhindern damit Chancengleichheit und die Möglichkeit, dass Autistinnen und Autisten ihr jeweiliges Potential überhaupt abrufen können.

Das hat verschiedene Gründe wie zum Beispiel:

  • nicht angepasste Rahmenbedingungen
  • das Infragestellen von Diagnosen
  • das Verweigern von Nachteilsausgleichen
  • die Schuldzuweisung von Erziehungsfehlern
  • fehlende Kommunikation
  • mangelhafte Aufklärung
  • einseitige Perspektiven auf das Thema Autismus
  • das Ausklammern einzelner Lebensbereiche
  • das Übersehen von Kompensationsleistungen
  • fehlende Ressourcen (räumlich, personell, zeitlich)

Im Onlinekurs Autismus & Schule wird ausführlich über das Autismus-Spektrum aufgeklärt, Herausforderungen für autistische Schüler werden direkt aus den Diagnosekriterien abgeleitet und Lösungsansätze aufgezeigt. HIER gibt es ausführliche Informationen.

„Ihr Kind kann nicht (mehr) in unsere Schule kommen.“

Nicht angepasste Rahmenbedingungen, mangelnde Aufklärung und fehlende Ressourcen führen dazu, dass manche autistischen Kinder und Jugendlichen nicht mehr in die Schule gehen dürfen.
Die Erfahrungen, die mir zugetragen werden, zeugen davon, dass einigen Schülerinnen und Schülern tage-, wochen-, monate- und manchmal sogar jahrelang ein regulärer Schulbesuch verweigert bzw. unmöglich und unzumutbar gemacht wird. Manche Schüler dürfen zum Beispiel auch nicht in die Schule kommen, wenn ihre Schulbegleitung erkrankt ist.
Die Kinder und Jugendlichen können ihr Recht auf Bildung dann nicht wahrnehmen, die Eltern bleiben zuhause, müssen nicht selten ihre Jobs kündigen, um die Aufsicht ihrer sogenannten nicht-beschulbaren Kinder übernehmen zu können.

Eure Erfahrungen

Ich möchte eure Erfahrungen zu diesem Thema gerne hier sammeln, denn statistische Erhebungen scheint es dazu nicht zu geben.
Wenn du magst, kommentiere gerne, wenn dein Kind schon von der Schule ausgeschlossen wurde – stunden-, tage-, wochen- oder monatelang.

Interessant wäre zu wissen,

  • welche Schulart dein Kind besucht hat, als es ausgeschlossen wurde
  • wie alt es war
  • wie lange es ausgeschlossen wurde
  • warum es ausgeschlossen wurde
  • ob es schließlich eine gute Lösung gab

Bitte achtet unbedingt darauf, nicht euren und den Namen eures Kindes zu nennen und auch sonst keine Angaben zu machen, die auf euch schließen lassen.
Wie immer kann nur ich die Emailadresse, die ihr beim Kommentieren angebt, einsehen, niemand sonst. Sie wird an niemanden weitergegeben.

Natürlich ist diese Sammlung von Erfahrungen nicht repräsentativ und erhebt auch keinen wissenschaftlichen Anspruch. Mir liegt jedoch daran aufzuzeigen, wie aktuell und akut und brisant das Thema in den Familien mit autistischen Kindern ist.
Das Problem muss erkannt und gesehen werden, damit sich etwas tut.

Ein „Nebeneffekt“ ist, dass sich Familien nicht mehr so alleine mit dieser Thematik fühlen, wenn sie lesen, dass es auch anderen so geht. Denn obwohl diese Probleme keine Seltenheit sind, fühlt sich meistens jede einzelne Familie mit dieser Herausforderung isoliert und hilflos.

Ich danke euch bereits vorab. Und bitte kommentiert hier direkt im Blog und nicht auf Facebook oder in den sozialen Medien. Dort gerät der Beitrag mit euren Kommentaren schnell in Vergessenheit und dort kann ich nicht für eure Datensicherheit garantieren.
Ich werde versuchen, dafür zu sorgen, dass mit der Reichweite von Ellas Blog entsprechende Stellen und Entscheidungsträger die gesammelten Kommentare lesen, an euren Erfahrungen teilhaben und ihre Sicht auf die Problematik ggf. ändern können.

Logo vom Onlinekurs Autismus und Schule
zu den Informationen per Klick auf das Bild

53 comments

  • N.

    Gymnasium
    7 Wochen lang nur mit SB (3h am Tag) erlaubt.
    Er hat 1 Kind 1x zurückgetreten nachdem 8 Monate darum gebeten wurde,dass ER nicht mehr gemobbt und getreten wird.
    Vorher 6 Monate nur 4h täglich-Keine SB vorhanden.
    Zuhause tägliches Nacharbeiten ohne Unterstützung der Schule.
    Nachteilsausgleich oft ignoriert.
    Er wechselt jetzt die Schule.
    Seit der 1ten Klasse war er zusammengerechnet 2,5 Schuljahre zuhause -Unterricht ohne SB wurde nicht gewollt-Diagnose angezweifelt,Nachteilsausgleich ignoriert.

  • Martina

    Mein Sohn ist Nichtsprecher, Diagnose Frühkindlicher Autist, 12 Jahre, kommuniziert FC-gestützt, besucht eine Förderschule Geistige Entwicklung und hospitiert als Gastschüler 2mal die Woche an einer Regelmittelschule. Als Schulbegleitung hat er eine Fachkraft. Im Gespräch ist jetzt für nächstes Jahr ganz an die Regelschule zu wechseln. Ein IQ-Test, auch nonverbal, ist wegen der starken Dyspraxie nicht möglich und die Stütze wird nicht zugelassen. Obwohl alle Beteiligten vom sehr hohen IQ meines Sohnes überzeugt sind. Die Direktorin der Schule ist sehr offen. Sie überlässt aber die Entscheidung ihren Lehrern. Und die fühlen sich überfordert auch ohne noch einem behinderten Kind gerecht zu werden. Sie erfüllen jetzt schon mehr Stunden, vor allem bei Krankheit. Es fehlen Lehrkräfte, von einer Zweitkraft in der Klasse wird geträumt. Ich schreibe bewusst aus der Sicht der Lehrkräfte und Schulleiter, weil es nur miteinander geht. Und nur dann wenn mehr Geld fließt. Und die Chance genutzt wird Inklusion zu verwirklichen und dabei das ganze Schulsystem reformiert! Immer wieder lese ich die Forderung beim Thema „Schule/Inklusion“: mehr Geld, kleinere Klassen, mehr Lehrer… Doch das darf erst der Anfang sein! Wenn ich mir Forschung und Erkenntnisse zum Thema Lernen (z.B. Andre Stern, Prof. Dr. Gerald Hüther) ansehe und Prognosen zum Arbeitsmarkt und einer zukunftsfähigen Gesellschaft muss viel mehr geschehen. Da gehören Themen wie Selbstversorgung, Lebensführung klar mit rein. Dann noch das finnische Konzept, Fächer aufzulösen in Projekte und soldarische Ansätze (Estland) jeder hilft jeden. Es geht schon lange nicht mehr um ein mehr oder weniger, sondern um eine komplette Umkehr.

  • H.

    Mein Sohn ist 13 und besucht eine Realschule plus mit Vollzeit-Schulbegleitung (SB).
    Ist diese verhindert durch Krankheit oder anderes, so wird mein Sohn beurlaubt.
    Dies war auch letztes Jahr bei der Stufenfahrt der Fall, da die SB verhindert war.
    Selbst das Angebot auf eigene Kosten mitzufahren und ihn selbst zu betreuen wurde mit der Begründung des Datenschutzes abgelehnt…
    Dank Rückendeckung des Jugendamtes blieb ihm der Besuch einer fremden Klasse oder Aufgaben für die Zeit der Beurlaubung wenigstens erspart.
    Auch um die schriftliche Festlegung des Nachteilsausgleiches kämpfe ich noch immer. Viele Lehrer geben diesen zwar von sich aus schon, aber ich wurde auch schon mit dem Kommentar „brauchen wir nicht“ abgespeist. Und das, obwohl es das ja schon schriftlich aus der Grundschule gab.
    Zum Glück haben wir eine ganz tolle SB, wodurch viel Aufklärungsarbeit geleistet wurde und wird!

  • Susanne

    Förderschule
    Klasse mit 8 Kindern, 4 Mitarbeiter
    immer wieder wurden wir aufgefordert, unsere Kinder zuhause zu lassen, weil Mitarbeiter krank waren
    musste irgendwann meinen Beruf aufgeben, der Arbeitgeber hat das nicht mehr mitgemacht
    ich solle froh sein, dass mein Kind überhaupt einen Platz hat, wurde mir gesagt
    ich solle ihn besser erziehen, dann würde er auch problemlos mitlaufen
    inzwischen ist er in einer anderen Schule mit Schulbegleitung, das klappt gut
    Er darf natürlich auch ohne seine SB kommen.
    Danke für deine Arbeit hier, liebe Ella, und die Möglichkeit, von uns zu erzählen.

    • Saskia

      Unser Kind kam in die Grundschule und es fiel gleich auf das etwas nicht passt. Aber die Klassenlehrerin gab sich viel Mühe.
      Vom SPZ keine Diagnose bekommen.
      Umzug und wegen der Probleme auf ein Förderzentrum gewechselt. Bis zur Diagnose lief es gut. Ab er Diagnose Autismus ging es bergab. Es wurden auf einmal Sachen verlangt die Kind einfach nicht kann.
      Es gab sehr oft Wutausbrüche. Zum Glück nur gegen sein Eigentum.
      Wechsel auf Regelschule weil und keiner entgegen kam.
      Erst lief es gut, dann Lehrerwechsel und es ging wieder bergab. Seit der Diagnose mit SB, aber ohne Vorkenntnisse und auch der nahm Kind nicht ernst.
      Kind verweigerte immer mehr im Unterricht.
      Es kamen keine Lösungsvorschläge. Nur, so schlimm ist es doch nicht. Da gibt es andere Kaliber.
      Aber warum soll Kind in Schule wenn Kind nichts mitmacht.
      Tagesklinik, um zu schauen was Kind überhaupt kann. IQ passt und auch sonst funktioniert Kind in Tagesklinik.
      Sie empfehlen trotzdem Wechsel an Förderschule, weil kleinere Klassen. Förderschule nahm Kind nicht auf und auch Regelschule lehnte Kind ab.
      Schulpflicht ohne Schule zu erfüllen ist schwierig. Keine Unterstützung.
      Privatschule gefunden, die ihn genommen hat und seit dem läuft es. Er macht alles ohne Nachteilsausgleiche oder Pausen mit.
      Jetzt hat er eine SB die ihn versteht und auch da funktioniert es endlich.
      Vier Jahre Kampf und auf einmal geht es.
      Wofür gibt es im Namen der Inklusion so viele Ausgleiche und Empfehlungen wenn nichts umgesetzt wird.
      Wenn SB krank ist, geht Kind für kürzere Zeit in die Schule. Das funktioniert, ein ganzer Tag ist dann doch zu viel. Zwischen den Schulstunden wird dann doch gerne geneckt und das strengt ihn sehr an.
      Es gibt ja auch immer mehr Kinder ohne Diagnose die Schwierigkeiten an der Schule haben. Hoffentlich kommt mal eine kinderfreundliche Änderung.

  • Ulrike

    Mein Sohn hat selber die Schule quittiert, nachdem man im Schulsystem keine Chance hatte auf ihn einzugehen, ihn zu unterstützen oder ihn vor den Schikanen der Klassenkameraden zu schützen. Die Folgen sind Depressionen und eine Sozialphobie. Als noch Suizidalität dazu kam, habe ich ihn im Unterricht abgeholt und er ist nicht mehr hingegangen. Er ist seit 4 Monaten zu Hause und keine Lösung in Sicht.
    Ein Gespräch mit der letzten Schule hat nicht stattgefunden, mails wurden nicht oder mit wochenlanger Verspätung beantwortet, einen Gesprächstermin konnte man mir nur mit 6-wöchiger Wartezeit anbieten. Wir bekommen keine Unterlagen von der Schule und auch eine Einladung zum Elternsprechtag hat nicht stattgefunden. Es hat nie wieder jemand nach ihm gefragt.

    • Monika

      Wir hatten ein ähnliches Problem. Nach massiven Mobbingvorkommnissen war das Fass voll. Das Kind sollte an eine andere Schule. Dann fingen die Probleme an. Ich habe mich an die Bezirksregierung als obere Schulbehörde gewandt. Dort hatte ich glücklicherweise eine sehr kompetente Dame, die dann letztendlich einen unkonventionellen Ausweg aus unserem Dilemma gefunden hat. Mein Sohn ist jetzt auf einer Förderschule mit dem Schwerpunkt emotional/sozial. Da haben die meisten in unserer Selbsthilfe aufgeheult. Wir empfinden, selbst wenn er mal angegangen wird, dann kümmern sich da die Lehrer aber sofort. Auf dem Gymnasium war das nicht der Fall. Da galt das Verletzen anderer Schüler als normales Gerangel unter Pubertierenden. Bei uns war das Verfahren zum sonderpädagogischen Förderbedarf nicht richtig geführt worden. Das war ein zweiter Hemmschuh. Silke darf gerne meine Email-Adresse weitergeben, dann können wir vielleicht mal persönlich Erfahrungen austauschen.

    • ADG

      Wow, das ist traurig!
      Wir haben mittlerweilen mit unserem Sohn, 14 J., die 5. Schule. Wir hatten alles dabei, von absoluter Engstirnigkeit und Unverständnis über Hilflosigkeit, Interesselosigkeit, bis hin zu der jetzigen, sehr engagierten Schule, die alles umsetzt, was an Ideen reinkommt für meinen Sohn.
      Daher kann ich allen nur Mut machen, immer wieder neu anzufangen und weiterzumachen, bis es passt!
      Alles Gute allen Mitkämpfern.
      P.S. Wir hatten auch 1 1/2 Jahre lang gar keine Beschulung, was natürlich für den Selbstwert unseres Jungen schlimm war.

    • J.

      Das kenne ich, mein Sohn ist fast zwei Jahre zu Hause und krankgeschrieben, kein einziges Mal kam ein Anruf, wie es ihm geht.

  • Heike

    In meiner Klasse sind zwei Kinder mit Schulbegleitung. Und ja, wenn die Begleitung fehlt, dann bleibt das Kind zuhause.
    Ich kann doch nicht im Hilfeplan -Gespräch um die Stunden kämpfen, weil das Kind zur Alltagsbewältigung diese Unterstützung braucht – und dann geht es plötzlich doch ohne. Das ist unglaubwürdig – und es geht auch nicht.
    Es würde dem Kind nicht gut tun und den anderen auch nicht. Zu schweigen von uns Lehrkräften.
    Mit den Assistenten läuft es aus meiner Sicht sehr gut – aber ohne – Nein.

    Und klar gilt das auch für andere Kinder – wer in der Gruppe nicht zu halten ist, muss abgeholt werden.
    Wenn die Eltern dagegen juristisch vorgehen, verbringt das Kind Auszeit im Flur oder einer anderen Klasse.
    Auch die anderen haben ein Recht auf Bildung.

  • Mona

    Wenn ein Schulbegleiter krank wird, hat der Träger bzw. die Firma, bei der der SB angestellt ist, unverzüglich für Ersatz zu sorgen. Klar kann es sein, dass das mal nicht ad hoc geht, aber spätestens nach einem Tag sollte das möglich sein. Manche Kinder bleiben ein, zwei, drei Wochen zuhause, weil der SB fehlt. Das geht überhaupt nicht. Und wenn die Eltern dann selbstständig für einen Ersatz sorgen, z.B. eine Vertrauensperson aus dem privaten Umfeld mitkommen würde oder sogar die Mutter oder der Vater selbst, wird das abgelehnt von der Schule. Was ist mit der Schulpflicht und dem Recht auf Bildung?
    Zu unserer Situatione: ich habe eine neunjähige autistische Tochter in der Grundschule. Sie hat eine Schulbegleitung. Da ich alleinerziehend bin und alleine für unseren Unterhalt sorge, kann ich nicht einfach mal zuhause bleiben, wenn der SB krank wird. Deshalb haben wir das direkt für den Fall der Fälle vorher abgesprochen: wenn der SB krank wird, springt eine Freundin von mir ein, die meine Tochter gut kennt. Mit ein bisschen Kreativität und gutem Willen sollte das doch zu machen sein.
    Ich bin sehr froh, dass unsere Lehrerin da so zugänglich ist und unsere Situation versteht.

    • Hasenmutti

      So einfach ist das leider nicht. Wir haben nicht ausreichend Vertretungskräfte im Pool. Wie auch? Wir werden als Einzelfallhilfen eingestellt, immer für einen Fall, Zeitverträge. Wer will schon unbezahlt in der Warteschleife sitzen, lange Fahrzeiten in Kauf nehmen und das Alles für ein bisschen Vertretungsgeld? Zudem akzeptieren nicht alle Autisten eine neue, unbekannte Kraft. Das ist das Eine.
      Zu verlangen, dass Schule ein Familienmitglied oder Freundin akzeptiert ist aus Ihrer Sicht verständlich, jedoch ebenso ist es verständlich, wenn die Schule so etwas verweigert. Schulfremde Personen stören den alltäglichen Ablauf, bekommen viel von anderen Kindern mit, für die Klasse kann es eine Belastung sein usw. . Es gibt nie nur die eine Seite der Medaille.

  • Sandra

    Mein Sohn 10 Jahre und Asperger Autist war bis zur vierten Klasse mit Vollzeit Schulbegleitung auf einer freien Schule.
    Dort war es sehr unstrukturiert und laut. Folge waren häufige Meltdown und er wurde nicht mehr unterrichtet.
    Er wurde für 3 Monate beurlaubt, da das Schulamt auch keine Lösung wusste und kein Platz in einer passenden Schule frei war.

    Seit einigen Wochen ist er auf einer Privatschule (keine Förderschule) mit 7 Jungen in der Klasse.
    Vom Stoff kommt er gut mit, wird aber von den anderen Kindern stark gemobbt. Er kommt mit blauen Flecken nach Hause. Es ist noch nicht klar, ob die Schulleitung eine Schulbegleitung akzeptiert. Laut der Schule ist er quasi selbst Schuld, dass er von den anderen so behandelt wird.
    Als Aspi kann er soziale Situationen leider nicht einschätzen und reagiert einfach.

    Leider gibt es keine Schule (Förderschule oder auch Regelschule) in der die Rahmenbedingungen wenigstens halbwegs passen, damit mein Sohn sein Potential nutzen kann.
    An den Förderschulen kann er nur sein Hauptschulabschluss machen und die Regelschulen haben 30 Kinder in der Klasse, wo er sozial so überfordert ist, dass er auch nicht lernen kann.
    Ich bin alleinerziehende Mutter und kann schon kaum noch arbeiten gehen, da ich meinen Sohn jederzeit abholen können muss.
    Das macht verständlicher Weise auch kein Arbeitgeber lange mit.

  • Nadine

    Meine Tochter wird 10 Jahre alt und geht auf eine kleine Förderschule in einer Regelschule. Sie hat außer Autismus auch noch körperliche Beeinträchtigungen. Die Rahmenbedingungen für unsere Tochter sind sehr schlecht dort. Die Klasse hat zwar nur sieben Kinder, diese sind aber oft sehr laut, aggressiv und schreien. Auch ist der Schallschutz absolut unbefriedigend. Meine Tochter mag keine lauten Geräusche und schreien und negative Gefühle machen sie krank. Es ging soweit das sie nicht in die Schule wollte. Jeder Versuch sie dort hinzubringen Endete mit Selbstverletzung, bis zur Totalen Erschöpfung. Die Lehrer haben zwar schon viel Erfahrung mit Autisten, trotzdem reagierten sie mit Unverständnis. Zum Teil mit Vorwürfen gegen uns als Eltern. Wir konnten mit vielen Gesprächen mit Lehrern, Ärzten und Therapeuten dann die Rahmenbedingungen für unsere Tochter etwas ändern. Aber es ist leider immer noch so das sie oft nicht an dem Klassenunterricht teilnimmt. Jahren haben sie für Einzelbetreuung/Therapie jetzt auch endlich einen eigenen festen Raum. Trotzdem ist es so das meine Tochter weniger Unterricht hat, als die anderen. Bei Ausflügen auch mal Zuhause bleiben muss und wir uns nach anderen beschulungs Möglichkeiten umschauen. Wo es bessere Rahmenbedingungen gibt.

  • Katja

    „Ich kann doch nicht im Hilfeplan -Gespräch um die Stunden kämpfen, weil das Kind zur Alltagsbewältigung diese Unterstützung braucht – und dann geht es plötzlich doch ohne. Das ist unglaubwürdig – und es geht auch nicht.“
    Meine Meinung dazu: Es gibt Autisten und Autisten. Manche von ihnen kann man mithilfe der SB soweit bringen, dass sie in einigen Unterrichtsstunden ohne Begleitung arbeiten können. Und das soll eigentlich das Ziel sein: Selbststndigkeit und so wenig fremde Hilfe, wie möglich. Auch die Kinder (mi Autismus) selbst möchten irgendwann alleine klar kommen. Bei Abwesenheit der SB würde eine Chance entstehen, das auszuprobieren. Das Kind in solchem Fall nach Hause zu schicken würde heißen, dass der Lehrer nicht besonders flexibel reagiert und keine Offenheit dem Kind mit Autismus zeigt. Berührungsangst könnte auch hier der Fall sein.

    • Silke

      Das kann ich nur so unterstützen….bei uns ist es auch so das im Notfall für ein oder zwei Tage auch ohne Schulbegleitung geht und wir die Begleitung auch schon stundenweise reduziert haben…. ganz aus zu schließen finde ich nicht ok…. wenn die Schulbegleitung mal ein oder zwei Tage fehlt dann muss ich halt nachmittags ausgleichen….schnell sind wir dann wieder auf dem Punkt an dem nachmittags alles zu Bruch geht ect…was dann wieder zeigt wie wichtig die Begleitung am Vormittag ist….auf der anderen seite hatten wir bisher Glück mit der Schule , es läuft gut..hat viel vorarbeit meinerseits gekostet und auch jetzt Engagement in der Schule, enger Kontakt zu Lehrern Rektor Schulbegleitung…..

    • Hasenmutti

      Oder aber auch, dass der Lehrer weiß, dass es ohne SB nicht funktionieren wird, da es gerade mal eben so mit der Sb klappt.
      Es gibt eben solche und solche Autisten.

    • Angela

      Meinem Sohn (12, Asperger) wird ständig vorgeworfen, dass er in Unterricht unkonzentriert und „launisch“ ist.
      Das ist für die Lehrerinnen ZU ANSTRENGT sich ständig um ihm zu kümmern und ihm sagen, was er als nächstes machen kann/soll. Mein Sohn ist immer früher mit Arbeitsblätter fertig als der Rest der Klasse und da er Autist ist, wird er auch sofort in seine Welt wegschwimmen wenn er mit seiner Arbeit fertig ist. Jetzt ist er, laut der Schule, nicht mehr ohne SB beschulbar, weil er von andere Kinder verprügelt worden ist…. das ist zu anstrengt, die Lehrer haben keinen Zeit für sowas… und obwohl mein Kind ständig während Unterricht unterfordert und gelangweilt ist, wird das von Lehrer als unkonzentriert benannt…. er darf nicht mal die Klasse überspringen und ausprobiert wie es in der achte klasse ist… „…er hat zu viele soziale Probleme um die Klasse zu überspringen, und wir wissen es besser wie das Kind in der Schule sich findet…“
      Also ich habe keine Kraft mehr…. und habe kein plan mehr…
      Die Schule will kein Kontakt mit mir, weil ich mich zu viel einmische und nicht „loslassen“ will…

    • Bettina

      Meinem Sohn wurde nach einem Overload ein Schulausschluss von einer Woche ausgesprochen. Da meine Mutter zur gleichen Zeit schwer krank ins Krankenhaus eingeliefert wurde, habe ich keinen Widerspruch dagegen eingelegt. Als er nach einer Woche wieder zur Schule wollte, sagte die Schulleitung , dass aus der Woche ein endgültiger Schulausschluss geworden ist. Ich soll eine andere Schule suchen. Ich meldete den Vorgang dem Schulamt,. Dies geht natürlich rechtlich nicht. Für einen Vorgang kann nicht zweimal“bestraft“ werden. Die Schule wurde also gezwungen, meinen Sohn wieder aufzunehmen, aber er wollte dann natürlich nicht mehr hin und wir mussten eine andere suchen. Mein Sohn war damals bereits auf einer Förderschule mit Schwerpunkt Lernen mit nur 9 Schülern in der Klasse. Die Klassenlehrerin wollte aber, dass mein Sohn auf eine Schule für geistigbehinderte Schüler wechselt. Da wir nicht „freiwillig“ gingen, wurde der Wechsel dann durch den Schulausschluss erzwungen. Es hat 6 Wochen gedauerte, bis wir eine Schule gefunden haben, die unseren Sohn aufnimmt.(nach einem Schulausschluss) . Deshalb mein Tipp: Falls ihr die Kraft habt immer gegen solche Ordnungs-Maßnahmen klagen! Sie sind oft nicht gerechtfertigt. Dem eigenen Kind hilft es nicht mehr, da das Vertrauensverhältnis bereits zerstört ist, aber vielleicht erspart es anderen Schülern und Eltern viel Leid!

  • Sabine

    Bei meinem Sohn (7 Jahre) wurde bereits vor Jahren hochfunktionaler frühkindlicher Autismus diagnostiziert. Er wurde letztes Jahr an einer Förderschule eingeschult.

    Allerdings hatte es die Förderschule zunächst vehement abgelehnt, ihn aufzunehmen, da er bei der Eingangsdiagnostik die verschiedenen Tests (in der für ihn damals völlig fremden Schule mit einer fremden Person) fast gänzlich verweigert hat und man an der Schule mit Schwierigkeiten gerechnet hat, wenn er aufgenommen wird.

    Erst mithilfe des Erziehers und der Psychologin der heilpädagogischen Tagesstätte, die er zuvor besucht hat, wurde ihm eine Chance gegeben, zumindest vorläufig bis Weihnachten an der Förderschule aufgenommen zu werden – allerdings nur mit einer fachkundigen SB.

    Die SB ist äußerst engagiert und setzt sich in der Schule (bei der Lehrerin und der Schulleiterin) sehr für meinen Sohn ein.
    Nur diesem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass mein Sohn die Probezeit bis Weihnachten bestanden hat und bis heute an der Förderschule beschult wird.

    Allerdings muss mein Sohn als „unbeschulbar“ zu Hause bleiben, wenn die SB krank oder Kind-krank ist. Das war in diesem Schuljahr bereits an 10 Schultagen der Fall.

    Desweiteren wurde er an 2 Tagen nicht an der Schule genommen, da die Klassenlehrerin krank bzw. auf Fortbildung war und mein Sohn die wechselnden Vertretungen nicht akzeptiert.

    An diesen Tagen habe ich ihn selbst betreut oder er wurde durch die Oma betreut (wenn es wegen meiner Arbeit nicht anders ging).

    Seitens der Förderschule ist man – inzwischen – schon mehr bemüht, dass es funktioniert. Es wurde für meinen Sohn auch ein Auszeitraum zur Verfügung gestellt.

    Allerdings muss die SB vieles selbst anstoßen, damit die Rahmenbedingungen an der Schule für meinen Sohn angepasst/verbessert werden.

  • St.

    Hi
    Ich bin Schulbegleitung und hab hier ein bisschen mitgelesen. Ich betreue im Moment 2 Kinder an verschiedenen Schulen. Die Schulen sind auch etwa 20 Minuten Fahrtzeit voneinander entfernt, was manchmal die Organisation der verschieden Stubdenpläne zur Herausforderung macht.
    Zuerst betreut habe ich den „Großen“ (9. klasse), der macht jetzt die Prüfungen und braucht mich nur noch zu einigen Konsultationen. Den „kleinen“ (6. klasse) hab ich vor einigen Wochen kurzfristig mit übernommen. Meine Kollegin war krankheitsbedingt aus dem Beruf gegangen, der Kleine war wochenlang ganz allein. Ihre sonstige Vertretung hatte zeitgleich einen Unfall und fiel über Wochen aus. Die Schule vermittelte meinem Träger (angeblich), dass der kleine auch ohne SB gut zurechtkommen würde.
    Aus der zu erwartenden Überforderung des kleinen wandte sich mein Träger an mich, ob ich den kleinen zumindest 1-2x die Woche übernehmen könnte.
    Jetzt während der Konsultationen mach ich oft die ersten 2 Stunden beim großen setz mich ins Auto und fahre zum kleinen. Zum Glück fallen die Frühstückspausen auf ungefähr die gleiche Zeit.
    Ist natürlich für beide ziemlich blöd. Auch für die Lehrer. Für mich ist das ganze sehr stressig wodurch ich oft ziemlich knapp vor der nächsten Stunde in der Schule bin und gar keine Zeit hab, meine Klienten richtig zu begrüßen.
    Der große braucht auch nicht mehr pausenlos Begleitung. In den Stunden mit Vertretung oder wo er sich selbst strukturieren muss ja, aber der kleine ist ziemlich k.o.
    Ich bin bemüht, mit allen Lehrern eine gute Kommunikation zu pflegen. Einige lassen sich leider gar Nichtstun die Zusammenarbeit mit mir ein, was schade ist, weil ich gern Ihre Erfahrungen aus der Zeit ohne SB hören würde. Wie war der kleine drauf? Wo hat er sein Potential gezeigt? Was hat ihn überfordert? Was erwarten die Lehrer von mir (und das ist tatsächlich bei jedem anders)? Welche nachteilsausgleiche gibt es? Was möchten sie gern wissen… usw
    Ich wirke noch ziemlich jung, konnte einige Lehrer überraschen mit meinem tatsächlichen Alter. Auch mit meiner Erfahrung als große Schwester eines Autisten und dadurch 2 Blickwinkel auf die Besonderheiten konnte ich interessante Gedanken austauschen.
    Da ich bei beiden jungen nur einen Teil der Stunden bewilligt bekommen habe, sehe ich in ein/zwei Tagen ohne Begleitung eigentlich kein Drama. Aber besonders bei jüngeren Schülern wäre mir wichtig, dass spätestens ab dem 3. Tag eine Vertretung greift. Selbstständigkeitstraining ist gut, darf aber nicht übertrieben werden, bis es wieder in Überforderung geht.
    Leider hat mein Träger Schwierigkeiten, passende Kollegen für die schulbegleitung zu finden. Wir sind im Moment 1 SB:1Kind, in meinem Fall sogar 1SB: 2 Kinder.
    Schwierig finde ich, wenn Eltern mit massiven Vorwürfen die Schulen gegen ihr Kind aufbringen und keine von beiden Seiten bereit ist, Kompromisse zu finden. Das erschwert mir die Arbeit und dem Kind den Alltag. Ich denke, das führt irgendwann auch dazu, dass die Schule das Kind abweist.

  • Elga

    Wir wohnen in der Schweiz. Unser Sohn ist 10j, Asperger diagnostiziert mit 9j. Er kam recht gut zurecht in der Regelschule mit Begleitung seiner Sozialpädagogin vorerst nur für 4 Lektionen bis ca. Ende 2.Klasse, danach wurden es 6 und das Schulpensum reduziert auf 16 Schullektionen in der Woche.
    Somit hat er die 3.Klasse sehr gut gemeistert, wir hatten da aber auch eine tolle, engagierte Klassenlehrerin, welche Hand in Hand mit uns Eltern, Schuldirektion, die Sozialpädagogin wie die Autismusfachleute gearbeitet hat. Der Wechsel in die 4.Klasse war nicht optimal organisiert worden und die neue Lehrerin hat dann alles zum Rollen gebracht. Es ging dann so weit, dass unsere Sozialpädagogin „ausgewechselt“ wurde, die Schuldirektorin nun mit der Lehrerin an einem Strang zogen, die neue Begleitperson „nichts mehr zu sagen hatte“ und somit unser Sohn so überforderten, dass er mehrmals auffällig wurde mit Selbstverletzung, Fremdgefährdung und Schulverweigerung. Somit hatten sie einen Grund ihn im Februar von der Schule auszuschliessen. Wir hatten dann ein Time Out zu Hause und er wurde von mir und meinem Mann „unterrichtet“. Ende April hat er den Unterricht wieder aufgenommen, allerdings nur für 6 Lektionen (begleitet) und nur als Probephase bis zu den Sommerferien. Er ist in einer Klasse mit besonderer Förderung in eine neue Regelschule. Diese befindet sich in eine andere Gemeinde, ca. 20Min. Autofahrt entfernt. Aber auch dort läuft einiges schief und ich habe Bedenken, dass sie ihn behalten werden. Es ist so mühsam…

  • Gisela

    Hallo Silke
    10Schuljahre hinter dich gebracht . Glück gehabt mit den Lehrern, SB und der zuständigen Beratung vom BFZ. Er hatte auch Freunde in der Schule und fühlte sich dort aufgehoben. Davon hatten wir drei Jahre Probleme mit dem JA wegen Genehmigung der SB und Therapie im ATI ( Autismustherapie-Institut). Wir richteten uns an höhere Politische Stellen . Leiter des JA wurde abgelöst. Jetzt keine Probleme mehr mit Genehmigungen dafür hatten wir einen Schulwechsel wegen Besuchs der Oberstufe. Nicht nur dass Schule, Lehrer und Schüler neu waren. Das meisterte er super . Aber Druck durch die Klassenlehrerin. Er braucht länger Zeit für Klausuren die genehmigten 130% reichen nicht . Auch 150% sind zu kurz.
    Erst dachte sie es wäre ungesetzlich und er hätte Vorteile davon gegenüber den anderen Schülern. Wollte ihm die Zeit nicht zugestehen die er benötigt.
    Dann dachte sie ich als Mutter würde ihn unter Druck setzen weil er gute Note schreiben will.
    Dann wollte sie am liebsten die SB raus haben und die jetzt zuständige Dame vom BFZ unterstützte sie noch dabei.
    In der neuen Schule hat er keine Kontakte zu anderen Schülern. Und dann der Lehrerin auch kein Vertrauen.
    Diese ganzen Diskussionen machen ihm sehr viel Stress . Er möchte die Hilfen genehmigt bekommen freiwillig und ohne Kampf. Auch will er dass sein Ehrgeiz bezgl. seiner Noten und seiner beruflichen Ziele akzeptiert und unterstützt wird auch wenn er dabei Hilfe braucht.
    Und er will nicht nur seine Schwächen aufgezählt bekommen sondern seine Stärken gelobt und anerkannt bekommen.
    Dies war zehn Schuljahre der Fall , er hat seinen Realschulabschluss gemacht mit einem Schnitt von 1,6 , was mir zeigt es kann funktionieren . Aber nur mit Rücksicht, Unterstützung und Individuellem Denken und Handeln Seitens aller beteiligten.
    Einer Zusammenarbeit die sich an den Bedürfnissen des jeweiligen Schülers orientiert.

  • Kathrin

    Mein Sohn ist 10 Jahre alt, nonverbaler Autist mit geistiger Behinderung und Epilepsie. Er besucht von Anfang an ein Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entwicklung. In einer Klasse sind dort sieben Schüler mit drei Fachkräften. Mit Beginn diesen Schuljahres wechselte mein Sohn in die Mittelstufe. Das bedeutete einen neuen Klasenraum und ein neues Lehrerteam für ihn. Hinzu kam ein epilepsiechirurgischer Eingriff mit anschließender Reha im Sommer und ein Fahrerwechsel beim Bustransport. Das war einfach alles zu viel für ihn. Er kommt in der Schule nicht mehr zurecht. Immer wieder greift er Schüler und Lehrer/Erzieher an. Schon oft musste ich ihn aus der Schule abholen, weil das Personal ihn nicht beruhigen kann. Der neue Lehrer hatte im vergangenen Schuljahr in der Klasse hospitiert, um die Schüler kennenzulernen. Es wurde ein Ruheraum für meinen Sohn eingerichtet. Nichts hilft ihm. Auch in der Unterstufe hatten wir schwierige Phasen, aber es ging immer wieder bergauf. Einen Schulhelfer bekommt er nicht, weil er schon ein Förderzentrum besucht. Die Situation ist sehr verzwickt. Ich befürchte die Schule will meinen Sohn loswerden. In der Schulhilfekonferenz haben sie gesagt, er solle für mehrere Monate vollstationär in eine Klinik. Dort solle er wieder schulfähig gemacht werden. Weder mein Mann noch ich wollen unseren Sohn einfach abschieben oder unseren Beruf aufgeben. Es muss doch eine andere Lösung geben…

    • Kristina

      Hallo Kathrin,

      auch mein Sohn war an einer Förderschule mit schwerpunkt geistige Entwicklung und zunächst hat sich das Sozialamt quer gestellt bei der Genehmigung einer Schulbegleitung. Daher gab es erst auch nur eine unqualifizierte, die für die Lehrer sowas wie ein zusätzlicher Schüler war. Erst mit Genehmigung der qualifizierten ging es besser, auch wenn wir diese nur zu 75% des Schultages hatten. Mit guten ärztlichen und therapeutischen Argumenten, einer Entwicklungsdiagnostik sah auch irgendwann das Soazialamt ein, dass Autismus nicht einfach mit der Zeit verschwindet und die Probleme mit weg gehen und hat uns somit per Einzelfallentschiedung eine qualifizierte Schulbegleitung genehmigt.

      Also würde ich empfehlen, dran zu bleiben und notfalls das Ganze über einen Anwalt laufen zu lassen

    • Petra

      Hallo Kathrin
      Ich habe erst gerade deinen Bericht gelesen,aber ich kann dir sagen,es gibt definitiv die Möglichkeit eine eins zu eins Betreuung für deinen Sohn auch in einer vollstationären Einrichtung zu bekommen.Unser Sohn mit frühkindlichen Autismus zeigte häufig bei Klassenwechsel oder Lehrerwechsel stark herausforderndes Verhalten.Er besucht eine Tagesbildungsstätte und hat inzwischen seit vier Jahren eine eins zu eins Betreuung.Wir haben mit Hilfe des Sozialverbandes gegen den Landkreis (der ja die Einrichtung bezahlt) für eine Schulbegleitung geklagt.Der Landkreis hat die Klage abgewiesen und an die Einrichtung weitergegeben,da der Landkreis ja schon einen höheren Satz für Kinder mit frühkindlichen Autismus bezahlt.Dann haben wir der Einrichtung mitgeteilt,dass wir klagen würden und dann hieß es plötzlich:kein Problem,er bekommt die zusätzliche Betreuung.Also lass nicht locker,es ist machbar und hol dir Hilfe.Beim Autismusverband Deutschland gibt es ein Gerichtsurteil dazu,dass auch Schüler einer Förderschule Anrecht auf eine Schulbegleitung haben,und die beraten da auch rechtlich,haben wir schon öfter in Anspruch genommen.
      Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft.

  • Christa

    Mein Sohn ist Asperger und inzwischen ein sehr intelligenter junger Mann geworden. Damals, als er in die Grundschule aufgenommen wurde, konnte er bereits lesen und schreiben sowie rechnen mit den Grundrechenarten. Jedoch wollte er nicht mit den anderen Kindern spielen und toben. Wie schon vorher im Kindergarten, blieb er lieber für sich allein und guckte über den Zaun, was draußen vor sich ging. Bis dahin ging es uns noch gut und wir hatten im wesentlichen keine Probleme. Bereits im Kindergartenalter wurde er durch das Autismusinstitut therapeutisch begleitet.
    Mit dem Wechsel nach der Grundschule wurde es für mich als Mutter jedoch unangenehm und anstrengend. Diesen Satz des damaligen Schulleiters der Gesamtschule bei uns vor Ort werde ich wohl für den Rest meines Lebens nie wieder vergessen: „Wir sind verpflichtet, Ihren Sohn nach der Grundschule bei uns aufzunehmen. Sie können aber jetzt schon davon ausgehen, dass er nicht bei uns bleiben wird.“ So kam es, dass er nach der Grundschule in ein Gymnasium der evangelischen Kirche mit Internat in Niedersachsen wechselte. Wir bekamen dort einen reduzierten Preis für die Internatsunterbringung und wurden vom Schulgeld befreit. Meinen Eltern bin ich unendlich dankbar, dass sie mich in den dann folgenden neun Jahren finanziell unterstützt haben. Als alleinerziehende Mutter hätte ich diese Jahre nicht durchgestanden. Mein Sohn hatte sich, seine schulischen Leistungen betreffend, damals ganz gut gemacht und ich war sehr stolz auf ihn. Bis die zwölfte Klasse kam, die er wiederholen musste. Die Luft war ganz einfach raus. Er war dem Druck nicht mehr gewachsen. Das heißt, dass er zweimal hintereinander keine Zulassung um Abitur bekam und somit das Gymnasium ohne Abitur verlassen musste. Der nächste Tiefpunkt ließ danach nicht lange auf sich warten. Da mein Sohn in der Schule gute Leistungen in Mathe und Chemie hatte, bekam er eine Lehrstelle beim Hessischen Landeslabor. Vor Beendigung des ersten Lehrjahres wurde mir mitgeteilt, dass man das Ausbildungsverhältnis beendigen möchte, da keinerlei Leistungsbereitschaft und Lernerfolge erkennbar wären. Danach erfolgte eine Lehre als Technischer Zeichner im Berufsbildungswerk Bad Arolsen. Die Prüfung dort erfolgt nach ganz normalem IHK-Standard, aber in kleinen Gruppen. Ein Großer Tag für mich war der 1. April 2014. Es war die Bestenehrung der IHK Kassel-Marburg im Hotel Reiss in Kassel. Mein Sohn hatte seine Ausbildung in allen Teilen mit Note eins bestanden.
    Es ist jedoch so, dass mein Sohn seit Beginn seines Lebens immer Hilfe und Unterstützung brauchte, weil er nach wie vor kenerlei Sinn für seine eigene Organisation besitzt. Er versinkt regelrecht im Chaos. Da ich inzwischen die Sechzig überschritten habe, muss eine externe Betreuung gefunden werden, wenn ich mal nicht mehr da bin.

  • Kristina

    mein Sohn ist frühkindlicher, wenig sprechender Autist und verfällt gerade in Konfliktsituationen eher in die Körpersprache, weil die schneller und effektiver für ihn ist. Er besuchte von der 1-Anfang 6 Klasse eine Förderschule GE, zuerst mit einer unqualifizierten, ab Ende 2. Klasse mit einer qualifizierten Schulbegleitung. Da er aufgrund seiner sehr eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit in Konfliktsituationen in die Aggressivität mit Beißen und Schlagen verfiel, durfte er zunächst nicht mehr an den Pausen teilnehmen, dann wurde der Unterricht mit seinen Klassenkameraden eingeschränkt, er saß im Nebenzimmer mit Schulbegleitung, bekam dort seine Aufgaben. Nach einem Schulbegleiterwechsel wurde diese Situation noch schlimmer, denn „um das Bild rund zu machen“ wie mir seine Klassenlehrerin erklärte, strichen sie ihm auch noch die gemeinsamen Mahlzeiten mit der Klasse. So saß er von morgends um 8 bis nachmittags um 14:45 Uhr mit seinem Schulbegleiter den Tag über im Nebenraum( um vor ihm Ruhe zu haben ,wurde die Tür zum Klassenraum geschlossen), die Pausen machten die beiden zeitversetzt und alleine auf dem Schulhof. Das ging 1,5 Monate so.
    In einem Gespräch mit Schulleitung und Klassenteram( 2 Förderlehrer und 1 pädagogische Mitarbeiterin ( für insgesamt 7 Kinder zuständig)) wurde mir und dem Schulbegleiterteam mitgeteilt, die Situation sei zwar sehr bedauerlich ,aber nicht zu ändern.
    Aufgrund der vielen Konflikte, gab es regelmäßige Abholungen und Schulausschlüsse von bis zu 5 Tagen, um Ruhe reinzubringen.
    Erklärungen durch Therapeuten und Ärzten brachten keine Verbesserungen. Das Schulamt behauptete einen autismusversierten Lehrer an der Schule zu haben, der auch Vorträge für andere Lehrer gäbe. Es war der zweite Fachlehrer und Mathelehrer meines Sohnes! Der saß in Gesprächen dabei und machte nie den Mund auf.
    Fiel der Schulbegleiter mal aus, war mit der Schule vereinbart, ohne Schulbegleitung keine Schule.
    Nach Beginn des 6. Schuljahres stellte der Träger des Schulbegleiters dessen Arbeit aufgrund zu hoher emotinaler Belastung ein, so dass mir klar war, das Kind wird erstmal nicht zur Schule gehen. Zum finalen Ende kam- mal wieder- ein Angriff auf die päd. MA “ aus dem Nichts“, weshalb ich dafür sorgte, dass er nicht mehr auf diese Schule geht. In den folgenden 2 Monaten, in denen er vom KJP krankgeschrieben war, suchte und fand ich eine Ersatzschule ( Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe, die seit 40 Jahren Erfahrungen mit Autisten hat), die unsere Geschichte ganz furchtbar fand. Sie nahm ihn auf, dort ist er jetzt seit fast zwei Jahren und die Übergriffe gibt es nur noch, wenn er sehr gestresst ist. Dort gehen sie super auf ihn ein und machen sehr vieles möglich.

    Ich hatte noch ein Gespräch mit dem Inklusionsbeauftragten unserer Landeschulbehörde, der Ersatzschule als sehr abwertend beschrieb, aber auch, dass es Schulen gäbe, die mit gewissen Kindern einfach nicht können. Wie dann Inklusion funktionieren soll, wenn man untragbare Kinder immer noch abschieben kann, hat er mir nicht erklärt.
    Ich habe mich bis zur Bundesregierung hoch beschwert und fand interessant, dass keiner die Verantwortung tragen möchte- Bund gibt sie ans Land ab, Land an die Landesschulbehörde usw. Keiner übernimmt die Verantwortung und es kontrolliert auch keiner.

  • Vera

    Unser Sohn bekam die Diagnose sehr spät.
    Irgendwie anders war er schon immer. Aber nie genug, um mal eine Diagnostik anzustreben.
    Der Druck begann im Kindergarten, mit der Schulvorbereitung im letzten Jahr. Schnell war klar, dass Zeitdruck ein Problem werden würde.
    Er ist im Alltag beidhändig, beim Schreiben Linkshänder.
    Alleine das brachte viele Probleme mit sich.
    Die Grundschule war ein einziger Alptraum. In der zweiten Klasse kam Entspannung durch eine sehr fähige linkshändige Lehrerin. Danach stieg der Druck enorm an. Mobbing durch Lehrer und Schüler war extrem. Aus logistischen Gründen kam ein Wechsel nicht in Frage. Zudem war die Situation in anderen Grundschulen noch schlechter.
    Empfehlung war Sonderschule. Bei einem Notenschnitt von 1.2.
    Lächerlich.
    Wir setzten mit Androhung von Schulministerium den Wechsel auf ein Gymnasium durch. Diese Schule ist sehr besonders. Ein städtisches Gymnasium, geführt wie eine Privatschule. Die Entspannung von Seiten der Lehrer war enorm erholsam. Das Arbeitstempo war dennoch schwierig, die Arbeiten wurden nicht fertig. Da aber die Noten stimmten und es anderen Schülern ähnlich ging, machten wir weiter. Die Lehrer gaben uns liebevoll Mut.
    In der 8. Klasse stiegen seine Ängste. Die Familien Beratung stellte Hochsensibilität und Hochbegabung fest. Durch Entspannungsübungen festigte er sich.
    In der 9. Klasse begann es dann irgendwie zu viel zu werden.
    Heute wissen wir, dass die Pubertät dazwischen gefunkt hat.
    Die Noten gingen runter. Der Frust stieg. Der Umgang mit den Mitschülern wurde schwer.
    In der 10. fing er sich. Die Q1 wurde zum Alptraum. Ab dem 2. Halbjahr kam eine heftige Panikattacke, danach der Zusammenbruch und für ein halbes Jahr war keine Beschulung möglich.
    Es folgte die Diagnostik mit dem Ergebnis des Asperger Spektrum Syndroms. Es folgten Therapeuten, Hauslehrer, viele Gespräche, wie es nun weiter gehen soll. Unser Sohn wollte das Abitur machen und studieren. Also folgte Jugendamt, Schulgespräche, Therapien.
    Er wiederholte die Stufe und stieg mit einem hervorragenden Schulhelfer wieder ein. Inklusion schien zu funktionieren.
    Bis…ja, bis er nicht mehr so funktionierte, wie alle anderen.
    Er wird nun nach der Fachhochschulreife abgehen.
    Alle Kraftreserven sind aufgebraucht, auch von uns. Es wurde zum Familienprojekt.
    Die immensen Kämpfe mit dem Jugendamt, die enorme Anpassungsleistung, die vielen Tränen und auch, das muss ich zugeben, unser eigenes verschultes Denken, waren zu viel.
    Wir hatten das perfekte System aufgestellt.
    Ich habe wirklich geglaubt, dass es klappen würde.
    Inzwischen bin ich geläutert.
    Inklusion wird in diesem Land nicht verstanden. Es geht nicht um die perfekte Anpassung, es geht um die Anpassung der Rahmenbedingungen für den Inklusionsschüler, damit er sein Potential entfalten kann. Aber genau da können die Lehrer wegen völliger Überlastung nicht mehr entlastende Leistung erbringen.
    Und hier wäre nicht einmal viel nötig. Aber es geht einfach nicht.
    Unterm Strich sind wir dankbar für den Versuch der Schule.
    Aber zum Schutz von uns allen, müssen wir das beenden.
    Weil das 18. Lebensjahr erreicht ist, kann unser Sohn frei entscheiden. Die Schulpflicht ist beendet. Er hat sich entschieden, das Abitur über eine Fernschule zu erarbeiten.
    Das bringt ihm Zeit, sich zu entwickeln.
    Und endlich wieder Zeit für Hobbys, für Sport und schöne Dinge.
    Am Ende sind wir alle froh, es versucht zu haben.
    Aber das Fazit ist sehr ernüchternd.

    • Autilda

      Hallo alle zusammen, ich möchte hier auch kurz das erste mal von meinen Erfahrungen berichten. Ich habe bis vor kurzem ein Jahrespraktikum in einer Sonderkindertagesstätte absolviert. Wir hatten in der Einrichtung auch Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Mitten meinens Praktikumsjahres bekamen wir in unserer Gruppe ein Kind mit frühkindlichen Autismus nonverbal . Da für den kleinen alles neu war und er mit allem überfordert war, blieben tägliche meldowns nicht aus. Da ich überhaupt keine Erfahrung mit dieser Form der Behinderung vorher gemacht habe, bin ich beim recherchieren auf deine Seite gestossen liebe Silke. Und ich muss sagen, ich habe sehr viel über Autismus hier in dem Blog gelesen und gelernt. Vieles konnte ich bei meinen kleinen Schatz, der einen Platz in meinen Herzen einnahm in der Praxis umsetzen. Und auch mich macht es wütend wie euch alle, dass unser System von Autisten verlangt, sich der Gesellschaft anzupassen. Sie werden in viel zu große und laute Gruppen / Klassen reingesteckt und „müssen“ ohne jegliche Rücksicht damit klar kommen. Es macht mich so wütend, wenn ich über Mobbing und Ausgrenzung auch von seitens der Lehrer und Schulleitungen lesen muss. Und an behinderten Kindern rum zu zerren oder sie anzuschreien geht schonmal garnicht. Beruf eindeutig verfehlt. Ich bin froh darüber, dass ich mit mobbing in meiner Einrichtung keine Erfahrung gemacht habe. Mein Fazit über mein Praktikumsjahr ist, dass ich eine sehr schöne Zeit hatte und ich viel von meinen lieben Kolleginnen aus der Praxis mitnehmen werde. Was die Inklusion betrifft ist mein Fazit ein klares ungenügend. Inklusion findet in der Umsetzung so gut wie garnicht statt. Es fehlen eindeutig dafür ausgebildete Fachkräfte. Die Krankenkassen machen es den Familien und den Kindern mit Autismus auch nicht viel leichter, indem sie sich mit Diagnosen Zeit lassen. Dadurch bekommen die Kinder die notwendigen Therapien und Hilfsmittel nicht, was den Alltag für sie ein wenig erleichtern würde. Desweiteren kommt noch hinzu, dass die Therapeuten von den Krankenkassen für ihre Leistung nicht angemessen bezahlt werden. Ich denke das ist jedem bekannt. Wie sieht es aus, wenn wir eine gemeinsame Petition starten. Mit Unterschriften, Erfahrungen usw. ? Was meint ihr dazu? Den Eltern und Kindern wünsche ich, dass ihr stark bleibt und dass Ihr euren Willen weiter durchsetzt. Ich mache immer fleissig Werbung für den Blog.

  • FB

    Wir habe lange im Ausland gelebt und unser Sohn wurde dort auch eingeschult. Nach 2.5 schrecklichen Grundschuljahren mit viel Bauchweh, Weinen, Mobben etc. haben wir den Schritt gewagt unser Kind zu homeschoolen. Es war eine hervorragende Entscheidung und ich bereue sehr, daß wir solange mit diesem Schritt gewartet haben. Unser Kind blühte von Tag 1 wieder auf und hat schnell wieder große Freude am Lernen gefunden. Wir konnten in seinem Tempo arbeiten, haben uns auf seine Stärken konzentriert anstelle immer auf den Schwächen rumzuhacken. Wir hatten viel Unterstützung von einem tollen Kreis von Heimschulfamilien und viele schöne soziale Kontakte ohne Mobben. Zwischendrin haben wir versucht mal eine ordentliche Diagnose zu bekommen, was sich als recht schwierig erwies weil IQ irgendwo im Hochgebgabtenbereich, klar autistische Züge aber nicht genug um eine Diagnose zu bekommen, das Selbe für ADHD, auf alle Fälle Legasthenie und Auditory Processing Disorder -PANDAS spielt auch eine Rolle (viel Glück, das in Deutschland diagnostiziert, geschweige denn behandelt zu bekommen). War letztendlich egal weil wir zu Hause und mit unserem Netzwerk alles im Griff hatten und es keine weitere Rolle mehr spielte.

    Als klar wurde, daß es zurück nach Deutschland gehen würde habe ich Angstzustände wegen der Schulsituation bekommen. Meine schlimmsten Erwartungen wurden dann auch voll erfüllt. Mein Kind wurde wieder depressiv, wurde gemobbt was das Zeug hielt, offen von Mitschülern-subtil von einigen Lehrern. Unterstützung gab es wenig, dafür viel Belehrungen. Unsere ausländischen Gutachten wurden alle angezweifelt und wir sollten durch alle deutschen Mühlen wieder durch.
    Die Bedürfnisse von Kindern mit Autismus in all seinen Facetten werden einfach ignoriert. Hochbegabung ist nur förderwürdig bei funktionierenden, angepassten Kindern aber wehe die Kinder sind 2e( hochbegabt, lernbehindert, autistisch etc) dann sind sie nur doof und strengen sich nicht genug an und überhaupt seien wir Helikopterelten, die sich einmischen die Lehrkörper würden das ja wohl viel eher beurteilen können.

    Wir haben jetzt den ersten Schulwechsel hinter uns (ein Lehrer hat gemobbt und hat sich konstant dem Gespräch verweigert) , an der neuen Schule läuft es gerade gut (mal schauen wie lange)- wir haben eine lange Liste von in Frage kommenden Privatschulen in der Schublade liegen. Sollte es gar nicht gehen ziehen wir wieder ins Ausland und homeschoolen wieder.

    Ich verstehe nicht, warum in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland so wenig Geld in die Bildung der Kinder und Ausbildung der Lehrer investiert wird. Autismus ist keine Randerscheinung mehr da werden noch Unmengen dieser Kinder in die Schulen rollen. Anstelle das Potential dieser Kinder zu erkennen und zu fördern müßen wir noch Schule machen wie vor 40 Jahren. Ich bin teilweise erschreckt wenn ich die Schulbücher meiner Kinder sehe, das sind die Selben Bücher wie zu meiner Schulzeit nur mit einem neuen Cover.

    • Gardiners-Seychellenfrosch

      Diesen Angstzustand ansichts des deutschen Schulsystems habe ich auch. Was ist wenn meinen Kind so wehgetan wird, dass er nicht mehr leben will? Aber meine Ängste sind ja übertrieben, deutsche Schulen sind doch super im Vergleich zu Afrika oder so…. *seufz* Auswandern hab ich auch auf dem Zettel, nur fehlen die finanziellen und personellen Ressourcen ala AE. Finnland wäre das Land meiner Wahl. Schwedische Schulen gefallen mir auch. Seit ich bei einer Jugendreise mal eine besichtigt habe, gefällt mir D nicht mehr.

  • Ka

    Was man bei diesem Thema nicht vergessen darf, ist der Kampf mit dem Jugendamt überhaupt Schulbegleiterstunden zu bekommen und nur so eine Beschulung möglich ist! Unser 8 jähriger Asperger Autist geht auf einen normale Grundschule und er benötigt eine 1:1 Betreuung um das überhaupt zu schaffen. Um diese Betreuung zu bekommen mussten wir bis vor das Gericht. Obwohl wir alle Kriterien erfüllen!

    Wir müssen kämpfen, jedes halbes Jahr HPG! Autismus könnte ja weggehen! Auch dieses Jahr gehen wir in die Sommerferien ohne zu wissen, wie es nach den Ferien weitergeht. Trotz Kampf, dass das HPG früh genug angesetzt wird!!

    So lange sich Jugendämter über ärztliche Diagnosen (Fachkliniken) hinwegsetzen können, die Paragrafen dem Jugendamt zu viel Spielraum lassen und man mit den Eltern und dem betroffenen Kind „Ping Pong“ spielen kann, läuft gewaltig was schief.

    Dem lieben Jugendamt geht es nur ums Geld, nicht um das Kind.

    Dieser ganze Bereicht Autismus und Schule läuft nicht rund. Und das geht auf die Kosten unserer Kinder und der Kraft der dazugehörigen Eltern!

  • Tanja

    Vielen Dank an alle, denn hier erkenne ich in jeder Geschichte auch unsere wieder!!!!!!!!!!
    Gerade heute, wenn das große Laken die Traurigkeit aufsaugt.
    Schön zu wissen, das man nicht alleine mit seinen Sorgen in der Gesellschaft ist.
    Gut zu wissen, das wir Eltern immer als Dolmetscher da sind und unsere Kinder nicht aufgeben, auch wenn die Nerven blank liegen.
    Danke an alle, die uns Verständnis entgegen bringen.
    Bei Gelegenheit gerne auch mal mehr über unsere Geschichte, leider reicht die Kraft heute dafür nicht, da wir so mitten in allem stecken.
    Danke für diesen Blog

    • Selma

      Liebe Tanja,

      ich wünsche Euch ganz viel Kraft! Es ist auch bei uns gerade wieder sehr schwer, und genau wie Dir hilft es hier, zu wissen, dass man nicht alleine ist.
      Durch die vielen Probleme an allen möglichen Stellen wird man doch ziemlich isoliert. Das Verständnis durch die Umwelt hält sich sehr in Grenzen. Auch wenn es traurig ist, dass so viele so große Probleme mit ihren wunderbaren Kindern haben, tut es gut zu merken, dass es anderen auch so geht und sie sich ebenso durchkämpfen müssen. Es hebt doch das Selbstbewusstsein und gibt Kraft für den nächsten Kampf!

      Selma

    • Linda

      Nach wie vor verweigert die Schule unserem Sohn einen adäquaten Nachteilsausgleich auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Zwar erhielten wir einen Nachteilsausgleich, jedoch war dieser nur mit eventuell und hätte, könnte, wollte. Zudem wäre unser Kind zu seiner Behinderung zusätzlich benachteiligt worden, aus diesem Grund lehnten wir ihn ab.

      Am Donnerstag wurde unser Kind grundlos vom Unterricht ausgeschlossen, ebenso verbrachte er die Pause auf der Strafbank, zu seiner Sicherheit! Denn er wird permanent angegriffen und verletzt!
      Das Mobbing gegen unseren Sohn wird geleugnet, zudem bekommt er Ärger, wenn er sich verteidigt. So duldet er inzwischen Angriffe von Erstklässlern, obwohl er als Drittklässler überlegen wäre. Die Schule leugnet den Fakt dass unser Sohn gemobbt wird.
      UNSER Kind wurde für einen Neuanfang in eine neue Klasse gesteckt, da in seiner alten Klasse laut dem IQSH die „Erde abgebrannt wäre“
      Nun hat man einen der schlimmsten Mobber in seine Klasse gesteckt und die Sitation eskaliert regelmäßig! Die Schule war in Kenntniss davon, dass die Jungs explosiv sind und hat es bewusst missachtet!
      Permanent greift der Junge unseren Sohn an.
      Unser Sohn hat keinen individuellen und zutreffenden Förderplan. Er hat eine diagnostizierte Lengasthenie, erhält keinen Förderunterricht. Andere Kinder jedoch schon.
      Die Schule insbesondere die Klassenleitung verweigert jede Zusammenarbeit!
      In der Klasse findet keine Aufklärung zum Autismus statt. Ebensowenig findet Inklusion und die Schaffung einer Zugehörigkeit statt.
      Die Schule verweigert der Schulbegleitung mit unserem Kind an der Einhaltung der Regeln zu arbeiten. Zudem werden Hilfsmittel wie z.b. ein Stoppschild, welches an die Einhaltung der Leiseregel erinnern soll, nicht angewendet, dafür wird Jonathan bestraft, wenn er redet!
      Er bekommt Einträge dazu im Hausaufgsbenheft. Die Verantwortung dass die Schule funktioniert wird zur Gänze nach Hause geschoben. Die Schule sieht sich in keiner Verantwortung, verhindert viel mehr, dass die Schulbegleitung dafür sorgen kann, und missachtet die Mühe der Mutter die Situation mit Hilfe des Stoppschildes von zu Hause klären wollte!
      Während unser Sohn mehr und mehr in der Klasse abgelehnt wird, überlegt die Schule noch, ob sie Material zur Aufklärung der Mitschüler bestellen wird oder nicht.
      Ewige Gespräche mit dem Ergebnis, dass die Schulbegleitung doch tatsächlich begleiten darf, werden als riesen Fortschritt von Seiten der Schule gesehen.

      Unser Sohn hat ein Recht auf Inklusion, stattdessen wird er gemobbt, vom Unterricht ausgeschlossen, seine Schulbegleitung Wiederholt dazu angehalten nichts zu tun, unser Sohn solle doch mehr Einstecken lernen.
      Er wurde aus seiner Klasse geschmissen, als wir das erste mal darauf bestanden dass auf seine Behinderung Rücksicht genommen wird.
      Die zweite Lehrerin verweigert es uns ernst zu nehmen, mit uns zu arbeiten, sich auf eine Beziehungsebene einzulassen.
      Wir sind verzweifelt und schockiert.

  • Marc

    Es ist traurig das es auch an Schulen passiert die eigentlich spezialisiert auf die Beschulung von Autisten sind und sich „ Inklusion“dick auf die Website schreiben.
    Leider ist es seit 3 Jahren ein Kampf und wir werden immer wieder vertröstet, dass es halt noch Schulungsbedarf bei einzelnen Lehrern gibt.
    Aktueller Ausschluss vom Englisch Unterricht da unser Sohn sich nach dem Erhalt des Verweises (nach seiner Auffassung „ungerecht“) nicht auch noch beim Lehrer entschuldigen wollte, dass er den Unterricht gestört hat.

    In der Klasse sind aktuell 8 Kinder, unser 14 Jähriger hat zusätzlich eine Schulbegleitung.
    Die Schulbegleiterin versteht das Vorgehen des Lehrers auch nicht. Der Lehrer besteht auf seinem Standpunkt und ist nicht zu Gesprächen bereit.

    Schade dass genau solche Situationen die positive Entwicklung des Kindes immer gleich deutlich runter ziehen.

    Leider wiegelt die Schulleitung meist ab und klärt die Situationen nicht. Stattdessen werden Mitteilungen (also Verweise) scheinbar blind unterzeichnet und weitergeschickt ohne diese zu hinterfragen. ( ich möchte hierbei nochmal betonen, dass die Schule sich offiziell auch auf die Beschulung von Autisten spezialisiert hat, also sollten doch da die Alarmglocken klingeln)….

    Von uns wurde der Kontakt vom MSDA zur Schule hergestellt, leider wurde dies von der Schule abgelehnt (Kommentar: zur Zeit kein Bedarf)

    So werden leider weiterhin Machtspielchen mit autistischen (Schwerbehinderten) Kindern gespielt….

    Wir haben heute den Entschluss getroffen nicht mehr alleine mit den Lehrkräften oder der Schule zu sprechen, sondern uns Unterstützung zu holen.

    Angeschrieben haben wir heute mit der letztmaligen Bitte die Situation zu verbessern:

    Den Schulleiter
    Den Schulpsychologen

    In cc:
    MSDA
    AUTKOM

    Wenn jemand Erfahrung mit einem Rechtsbeistand für Schulwesen, vorzugsweise bei Autisten im Münchner Raum hat bin ich um Infos oder Kontaktdaten dankbar.

    Ich wünsche allen betroffenen Eltern viel Kraft und hoffe, dass die Kinder diese Situationen einigermaßen verkraften werden.

  • Manfred

    Unser Kind hat Autismus, Tic Störungen und ADHS.
    Immer wenn die Schulbegleitung ausfällt muss unsere Tochter zu Hause bleiben.
    Nach zweimonatigen Krankenhausbesuch ist die Schulbegleitung nicht mehr zuständig. Die Ersatzbegleitung war eine Katastrophe. Anstatt 6 Stunden zu beschulen sind es nur 1,5 Stunden.
    Eigentlich könnte ich stundenlang schreiben aber das haben auch schon andere gemacht.
    Im Kurztext:
    Unsere Tochter möchte in die Schule gehen darf aber nicht da keine Schulbegleitung momentan dabei ist.
    Jugendamt wählt die Schulbegleitung aus. Ich darf das nicht. Bekomme noch dazu gesagt dass Fachkräftemangel wäre.
    Seit 3 Wochen darf meine Tochter nicht in die Schule.
    Dann ruft Klassenlehrerin an und meint wenn sie nicht kommt müsse Sie die Aufgaben zu Hause erledigen.
    Mit nem Rechtsanwalt ist das ein Prozess der sich immer wieder Kreis drehen würde.
    Ich würde dann doch lieber die Presse vorziehen.
    Zu viele Schnittstellen.
    Jeder macht nur seinen eigenen Kram.
    Das Kind als geistig (gezielt die guten Leistungen in Tests nicht einbeziehen) behindert hinstellen und Eltern als nicht einsichtig hin stellen.
    Solange die Ehefrau deswegen nicht arbeiten gehen kann wird weiter so praktiziert.

    • Nadine

      Wie wäre das, wenn man das persönliche Budget beantragt? Dann könnte man doch selbst eine Schulbegleiterin aussuchen!?

  • Manfred

    Das mit dem persönlichen Budget kann man gerne versuchen. Wenn aber das Jugendamt der Meinung ist unsere Tochter 130Km entfernt in eine Schule für geistig behinderte gehen soll werden die Kosten für die Schulbegleitung gespart.
    Da ja die Einrichtung dafür Sorge zu tragen hat die Fachkräfte dafür zu haben interessiert es weder Schule noch Amt dafür.
    Die Gebäudestruktur das zusammenpferchen von völlig unterschiedlichen Kindern. Teils werden noch Vorbereitungen für spätere Berufe vermittelt wie Garten umgraben und Suppe kochen.
    Für Berufe die nicht mehr zeitgemäß sind. Aber bis da hin soll man ja nicht denken.
    Ich denke jeder mal von Euch hat den Kreislauf schon mal durch gemacht bis eine Schulbegleitung bewilligt wurde. Ansprechpartner Sozialamt . Verweis auf Jugendamt. Arzbericht 2 Monate über 1/2 Jahr als. Neuer Arzbericht. …….
    2x Sachbearbeiterwechsel beim Jugendamt.
    Also alles wieder von vorne.
    Das ganze hat 1,5 Jahre hin gezogen.
    Meine Meinung
    Fakt ist es müsse nicht die richtige Einrichtung für unsere Kind gesucht werden sondern die Schule passend für das Kind gemacht werden.
    Am Runden Tisch sagte ich schon mal weil unsere Tochter immer auf dem Gang ihre Schulaufgaben ohne Probleme machte. Schmeiße sie doch mal die anderen Schüler raus damit ein gutes arbeiten möglich ist.
    Ob sonderpädagogische Stellungnahme oder Inklusion Fakt ist Kinder werden immer mehr aussortiert und isoliert.
    Dann wundert sich noch die Gesellschaft das das nicht besser wird mit dem Kind.

    • Hasenmutti

      Was wäre denn die praktische Lösung? Eine ernst gemeinte Frage. Was für Ideen haben Sie, die wirklich auch praktisch umsetzbar sind um die Bedürfnisse ALLER Kinder zu erfüllen? Wenn das Kind in einer extrem ruhigen Lernatmosphäre gut lernt, warum ist dann der Flur so sehr falsch? Im Klassenverbund scheint dies nicht so gut zu gelingen. Die Klasse ist nicht doppelt gesteckt, sprich keine zweite Kraft zur Betreuung vorhanden? Ist es nicht besser dem Kind die Ruhe zu gönnen, anstatt einen Overload zu riskieren?

  • Selma

    Wir haben zwei Söhne mit Asperger-Autismus und musischer Hochbegabung (17 und 13), dazu zwei Töchter (22 mit Depressionen und Angststörung und 8- es wird spannend).
    Im Moment bin ich ziemlich am Ende. Mein Großer hat nun so ziemlich seinen Realschulabschluss in der Tasche, leider nur mit >2,5, was ihm hier nicht gestattet, das Gymnasium im Anschluss zu besuchen. So bekamen wir vor wenigen Tagen also dann die Ablehnung vom Spezialgymnasium für Musik aus schulischen Gründen. Es gilt nun, ein Paket zu schnüren, was für ihn passt aus Fernschule, Unterricht auf seinem Instrument in der Landeshauptstadt (die örtliche Musikschule stellt zum Glück den Lehrer auf Honorarbasis ein), dazu Ensembleproben ebenfalls in der Landeshauptstadt und infolgedessen Wohnen in der Landeshauptstadt. Finanziell eine echte Herausforderung. Zum Glück ist er halbwegs gut strukturiert und weiß immerhin, sich zu versorgen und seine Termine zu sortieren. Seine Geschichte: Im Kindergarten, als er 5 war, fiel im Entwicklungsbericht auf, dass er sozial etwa auf dem Niveau eines 2jährigen war. Da wir bemerkten, dass es ihm und auch seinem Bruder nicht bekommt, wenn beide Eltern Vollzeit plus Dienstreisen arbeiten, kündigte ich meinen Job und bin seitdem zu hause. Die Grundschule war eine Katastrophe. Ständig Anrufe der Lehrer, dazu Einträge im Hausaufgabenheft (man klebte sogar zusätzliche Seiten ein). Mit 7,5 Jahren die Diagnose, dann wurde es eher noch schlimmer. Man versuchte, ihn in die Förderschule sozial-emotional abzuschieben, indem man im Gutachten den Förderschwerpunkt änderte, Null Verständnis seitens der Lehrer, keine Akzeptanz der SB (Fachkraft), die Hausaufgaben eine einzige Qual (die Feinmotorik ist wirklich schlecht, die Prüfung schrieb er am Laptop). Als sich die Tadel nicht mehr zählen ließen und durch einen Verweis ergänzt wurden, gelang es uns durch die Hilfe einer Förderschullehrerin eines anderen Kreises, die Grundschule zu wechseln und mitten im Schuljahr in die Klassenstufe darunter zu wechseln. Trotz 17km Fahrt (privat natürlich) war diese Zeit ein Segen für ihn und auch für uns. Auch in schwierigen Zeiten Gespräche mit Lehrern und Schulleitung ohne Probleme und konstuktiv. Da er keinen Spaß an dem Schulstoff hatte, hielten wir es für sinnvoll, an die Mittelschule zu wechseln. Nachdem dort zum Halbjahr die Situation soweit eskaliert war, dass im Schaukasten der Hinweis hing, dass der Schüler soundso die Pausen gefälligst auf dem Hof zu verbringen hat (es war Winter!) verließen wir die Schule. Die nächste Schule ließ ihn dann bis zur Hauptschule durchrieseln, wo er zu Weihnachten in Klasse 6 in 5 Fächern versetzungsgefährdet war. Gegen Weihnachten in Klasse 7 beendeten wir den Schulbesuch dort, nachdem ich meinen Sohn total apathisch an der Hand aus der Schule geführt hatte und wir als Eltern permanent und teils mehrfach täglich durchs Telefon angeschrien worden sind. Es gab dann einen Termin auf dem Schulamt, wo das Zerwürfnis nocheinmal deutlich gemacht wurde. Eine neue Schule fand sich im Mai (nachdem wir unter Zuhilfenahme eines Zeitungsartikels über die Teilnahme unseres Sohnes samt seines Freundes am Landeswettbewerb Jugend Musiziert den ersten Vorschlag für den Besuch einer 57km entfernten Schule – angeblich die einzig mögliche – ablehnen konnten). Diese wurde anfangs stundenweise unter Vollbegleitung besucht, gegen den Willen der Direktorin (die war auf Kur, als die Stellvertretung die Zusage gegeben hatte, das war uns nicht bekannt). In dieser Schule lebte er sich gut ein. Er kam in der Klasse wunderbar zurecht, das war echt eine Freude. Die Beratungslehrerin eine Wucht, kompetent, engagiert und nah am Kind und am Lehrer. Leider interessierte er sich auch weiterhin für gar nichts außer Musik, entsprechend hat er beschlossen, dass eine Drei im Schnitt ausreicht…
    Sohn zwei hatte bereits im Kindergarten das Glück, eine kompetente Erzieherin zu haben, die gut mit ihm zurechtkam. Als die Dame in den Ruhestand ging, war uns bewusst, dass ein Wechsel für ihn äußerst schwierig würde (der Große hatte inzwischen seine Diagnose schon eine Weile und wir waren bereits sensibilisiert). So wechselte er an eine freie Grundschule, die sich gerade im Aufbau befand. Dort lief es für ihn auch gut, seine Konzentration reichte für etwa 10 Minuten maximal. Die Diagnose erhielt er, nachdem auch die Lehrerin sich fragte, ob das nicht wohl Autismus sein könne (sie kannte sich auf der Strecke schon aus), eine SB ab Klasse 3 mit stark wechselndem Stundenumfang, zwischen Vollzeit und nun 5 Stunden, er mag sie nicht mehr bei sich haben). Die Zusammenarbeit mit der Schule war toll, die Lehrerin für ihn ein Segen (meine Tochter hat jetzt genau diese Lehrerin und es funktioniert überhaupt nicht, so unterschiedlich können Menschen harmonieren!). Wir kämpften um die Bildungsempfehlung fürs Gymnasium, da wir nun inzwischen bereits eine Menge Stress mit dem großen Sohn an der Mittelschule hatten. Dort ist er auch heute noch. Allerdings ist es immer schwierig. Einige Lehrer haben großes Verständnis, geben sich große Mühe, gestalten die Arbeiten entsprechend und mit ihnen pflegt er auch ein äußerst vertrauensvolles Verhältnis. Die Schulleitung gibt sich alle Mühe der Welt, rügt auch mal einen Lehrer für mangelndes Verständnis, ist offen für Wege des Nachteilsausgleichs… Allerdings bereitet meinem Sohn das soziale Miteinander Probleme. Er geht gern in die Schule, eckt aber ständig an. Seine Wortwahl betrachten manche als Bedrohung, was uns bereits in Klasse 6 einige Monate der Auszeit beschert hat und ein irreparabel beschädigtes Verhältnis zur eskalierenden Klassenlehrerin. Zum Skilager wurde er nicht mitgenommen, da wir (aufgrund der anderen Kinder in der Familie) nicht mitfahren konnten, und auch die SB nicht. Wir haben ihn krank gemeldet, da wir es unfair fanden, ihn in eine andere Klasse zu setzen (eh eine super Idee bei einem Autisten) oder extra Aufgaben zu lösen. In diesem Jahr bescherte sein soziales Agieren uns eine Anzeige durch eine Mitschülerin und einen Besuch durch die Polizei. Letztens wurde uns per Post ein Tadel zugestellt. Aufgrund dessen Nachbereitung gibt es nun wieder ein Gespräch bei der Schulleitung mit Klassenlehrer und Fachlehrer. Seine Leistungen sind mieserabel, sie bewegen sich zwischen 4 und 5. Ob er versetzt wird, zumindest aus pädagogischen Gründen, da er in der Klasse gut integriert ist, steht in den Sternen. Die Pubertät macht ihm extrem zu schaffen, durch seine schlechte Körperwahrnehmung hatte er mit sich und seinem nun groß gewachsenem Körper genug zu tun und war schlicht außerstande, sich zusätzlich dem Schulstoff zu widmen. Zusätzlich bereitet es ihm Probleme, seine nun tiefe Stimme passend zu benutzen. Auf seinem Instument hingegen schwang er sich inzwischen zu Höchstleistungen auf und jedes Orchester begüßt ihn hocherfreut. Übrigens gibt es bei musischen Aktionen nie Probleme. Auch Reisen sind kein Problem.
    Anmerken möchte ich, dass wir uns durchaus bemühen, in Gespräch mit Schulleitung und Lehrern zu sein. Inzwischen aber haben sowohl mein Mann als auch ich Angst, wenn das Telefon klingelt, Angst, den Mailordner zu öffnen, Angst, in der Schule antraben zu müssen und sogar Angst vor dem Briefkasten. Die Schule ist für uns als Eltern zu einem Hassobjekt geworden und wir kriechen nach 12 Jahren ständigem Ärger auf dem Zahnfleisch. Am liebsten würden wir unsere Kinder nicht mehr in die Schule schicken. Wir sind resigniert und am Ende. Wir müssen unser Kinder wegen der Schulpflicht in die Schule schicken, wissen aber, dass sie nicht den Rahmen bieten kann, in dem unsere Kinder lernen können. Am Nachmittag können wir nicht nacharbeiten, weil die Kinder, nachdem sie mindestens 8 Stunden unterwegs waren, einfach fertig sind. Sie haben in diesem Schulsystem keine Chance, ihre speziellen Begabungen zu nutzen. Auch musische Begabungen werden an Spezialschulen nur dann gefördert, wenn auch die Leistungen in den anderen Fächern toll sind, als Integrationsschüler an einer Spezialschule anzufragen, wird geradezu als Dreisigkeit wahrgenommen. So lässt sich die Gesellschaft hoch begabte Menschen entgehen, die ihren Beitrag zur Gesellschaft durchaus leisten könnten!
    Googlt mal Alma Deutscher. Meint Ihr, sie hätte es so weit gebracht, wenn sie im deutschen Schulpflichtsystem mit seinen Ganztagsschulen gefangen wäre???

  • Mama von Duke

    Mein Sohn besuchte eine integrative Regelschule/ mit Inklussion und Integration in unserer Stadt. Mein Sohn ist Autist und in Grob- und Feinmotorik trotz jahrelanger Therapie noch sehr stark eingeschränkt. Er hat natürlich auch andere Einschränkungen die Autismustypisch sind, z.b. Geräuschempfindlichkeit, Geruchs- und Geschmacksempfindlichkeit, Wahrnehmungsstörung, Körperwahrnehmungsstörung u.s.w. Ihr wisst es ja alles selbst.

    Einschulung war super. Die ersten Wochen waren auch gut. Dann hatten wir jeden Tag Einträge im Muttiheft, welches eigens für die Kommunikation zw. Eltern und Lehrer angeschafft wurde um Rückmeldung oder Infos zu geben.
    Da liest man als Eltern dann wie schwierig es heut war. Was alles gewesen ist, was Frau Lehrerin nicht passte und wie schwer es doch sei. Oder mein persönlicher favorit: Ich habe auch noch 14 andere Kinder in der Klasse die meine Hilfe brauchen.
    Es war also mehr ein meckerheft für die Lehrer als das es wirklich zu Infozwecken diente. Ich klärte unter jedem dieser Einträge auf, wie es zu welcher Situation kam und das man dies oder jenes tun kann um die Situationen zu verbessern oder zu entschärfen.
    Leider hatte ich das Gefühl das es der Lehrerin total egal war. Sie wollte nicht aufgeklärt werden, dies hätte ein Umdenken zur Folge gehabt und ein umstellen des Unterrichtsmaterials welches sich doch aber seit 20 Jahren oder wer weiß wie lange bewährt hat. Irgendwann bekam ich den Anruf meinen Sohn sofort aus der Schule abzuholen und ihn doch bitte wenigstens 3 Tage zu Hause zu lassen, er hätte so einen starken Husten, ein hüsteln war es, kein Fieber nix. Uns war klar das unser Sohn anstrengender ist aber wenn sie meine Tipps angenommen hätte wäre keine Überforderung entstanden. Dann musste ich mir auf der Weihnachtsfeier vor anderen Eltern von dieser Lehrerin sagen lassen, dass mein Sohn auf ein Schule für schwererziehbare gehört.
    Als nächstes wurde mein Sohn am Arm aus dem Klassenraum gezerrt, er wehrte sich in dem er sich mit dem anderen Arm am Tisch festhielt. Er durfte nun auf dem Flur sitzen, die arbeiten mussten wir zusätzlich zu den Hausaufgaben bis zum nächsten Tag zuhause nachholen. Und als wir auch dies zur Unzufriedenheit der Lehrerin erfüllt hatten ließ sie sich die nächste Quälerei einfallen. Denn Frau Lehrerin war eigentlich nur sauer über ihre eigene Unzulänglichkeit bzw. Inkompetenz. Mein Sohn konnte seine Aufgaben sehr gut erledigen und auch sehr schnell, ok an seinem Schriftbild ist nichts schön aber dafür das er erst ein paar Wochen vor seinem Schulanfang überhaupt einen Stift in die Hand genommen hat und zudem noch Linkshänder ist, ist mein Sohn echt super. Alle Kinder mussten permanent zur Nachhilfe mein Sohn nie. Beim lesen half er den anderen Kindern in dem er vorsagte und wurde mit vor die Tür stellen bestraft, der Weile wollte er nur hilfsbereit sein. Und dann der ultimative Showdown… mein Sohn dürfte sich im Flur für Sport umziehen natürlich zur Pausenzeit damit ihn alle Kinder aller Klassen halbnackt sehen können, damit er lernt sich schneller umzuziehen.Ich erzähl hier nicht alles, aber über das erste Schuljahr könnt ich schon nen Roman schreiben aber nen richtig großen.
    Ist ja nicht so das die Schule nicht sogar schon ein jahr vor einschulung über alles Bescheid wusste, man hätte Zeit gehabt sich fortzubilden. Ich habe immer meine Unterstützung angeboten habe Tipps gegeben und zum Schluss weil es mir reichte, weil nach jeder Aussprache eine neue Quälerei folgte, eine Autismusfachberaterin empfohlen. Diese kann aber nur die Schule anfordern, dies wollten sie nicht, ich solle doch lieber nochmal zum Arzt mein Sohn hat keinen Autismus sondern ADHS. Ich willigte ein da ich ja wusste das mein Sohn kein ADHS hat und somit dies für meinen Sohn nur hieß ein Tag keine Qual sondern Arzt. Meine Einwilligung erfolgte unter der Voraussetzung eine autismusfachberaterin kommen zu lassen, sehr schnell erfolgte eine schriftliche Bestätigung für einen Termin mit dieser Beraterin. Sie machte ihren Job super, sagte der Lehrerin auch das durch unterrichtsumstellung am Ende alle kinder ihrer Klasse profitieren würden. Nun war ich guter Dinge, hatte gedacht is ja ne Außenstehende Person. Aber nix war gut. Es wurde noch schlimmer, mein Sohn hatte keine Lust mehr auf Schule. Haben einen Anwalt eingeschaltet, haben eine Schule auf einem Dorf gefunden. Probewoche war supertoll, haben die Genehmigung vom Schulamt auf schulwechsel zum Tag der zeugnisausgabe bekommen. GOTT SEI DANK!!! Es kann nur besser werden haben zwar jeden Tag eine halbe Stunde Fahrzeit zur Schule und auch keinen Hort und somit ist arbeiten auch nicht drin aber in der anderen Schule war an arbeiten auch nicht zu denken, da ich immer Abrufbereit sein musste. Eben 24h a 7 Tage die Woche, ich denke ihr wisst was ich meine. Mein Sohn kann sprechen und auch laufen, hat aber eine eingeschränkte alltagskompetenz, erkennt keinen Unterschied zwischen gut und böse, muss gefüttert und gewindelt werden und alle alltäglichen Sachen kann er ohne Hilfe nicht. Trotz das er sehr schlau ist, er hat eine unglaubliche Merkfähigkeit und das sogar bis ins Detail und was seit Schule sehr stark auffällt ist, dass er die kompliziertesten Aufgaben sofort versteht und macht und die einfachsten Sachen da geht gar nichts. Da denk ich ich rede mit der Wand. Wir freuen uns auf die neue Schule die Lehrerin hat sich schon am zweiten Tag der Probewoche bei mir entschuldigt, da sie grad erst erfahren hat was seine Diagnose ist und sie sich nun diesbezüglich noch nicht belesen hat, sie also gar nicht weiß was Autismus ist. Sie wird sich sowie die Bewilligung durch das Schulamt erfolgt ist auch fortbilden um Autismus zu verstehen. Weiterhin also Regelschule nur auf dem Lande und ohne sich inklussion auf das Aushängeschild zu schreiben. Und wenn man sich was auf die Mütze schreibt dann sollte man auch danach arbeiten. Nee, aber streiken und mehr Geld fordern das können unsere Lehrer. Sollten alle nach Leistung bezahlt werden und nicht fürs quälen sowieso benachteiligter Kinder. Euch allen die es auch so trifft Vorfällen mit nicht mehr arbeiten können… ich wünsch euch allen alles gute, vorallem aber unseren Kindern!

  • Heike

    Bei unserem Kind wurde nun nach 7 Jahren endlich die Diagnose Autismus erkannt. Im 3. Schuljahr fing alles wie aus heiterem Himmel an. Unser Kind wollte auf einmal nicht mehr zur Schule gehen, wollte dort nicht alleine bleiben, klammerte sich an mich, weinend, schreiend. Wir gingen als Familie in eine Eltern-Kind-Klinik. Letztendlich wurde eine Angststörung diagnostiziert und es wurde nur daran gearbeitet sie wieder schulfähig zu machen. Es folgte ein stundenweiser Aufbau, wobei ich immer im Schulgebäude anwesend war und meine Arbeit ruhend stellen musste. Das 4. Schuljahr verlief dann absolut unkompliziert. Dann kam der Umbruch aufs Gymnasium! Eine Katastrophe. Neue Umgebung, Lehrer, viele Schüler. Es hat sie geradezu verstört und wieder musste ich im Flur bleiben und bei geöffneter Klassentür ging es nur mit großer Anstrengung. Nach einer Woche hatten wir einen Termin bei der Direktorin, entweder das Kind kommt alleine oder gar nicht. Da ging nichts mehr. Es folgte ein erneuter, alleiniger Klinikaufenthalt von 3 Monaten. Eine Horrorzeit für unser Kind und uns. Es wurde aber wieder nur an der Schulfähigkeit gearbeitet. Lange Rede – seit nun ca. 5 Jahren wird sie über die web-individualschule unterrichtet. Ein Segen für unser Kind. Aber ich muss nicht erwähnen, dass es ein großer Kampf, teilweise mit anwaltlicher Unterstützung, war um dies beim Jugend- u. Schulamt durchzusetzen. Nun haben wir die Diagnose. Ich bin gespannt wie es jetzt weitergehen wird.

  • Froschmama

    Habe einen fast 12 jährigen Asperger mit ADHS. Bekommt Medikamente. Nach 5 Horrorjahren auf der Grundschule, hatte er heute seinen ersten Tag an der Realschule (Inklusionsschule) schon bei der Anmeldung sagte ich das man meinen Sohn, wenn er aufgebracht/sauer ist, nicht anfassen darf.
    Ich bekam heute einen Anruf, nach der 4. Stunde, das es zu viel währe und ich ihn abholen soll.
    Ich sprach noch kurz mit der Direktorin, das er bis eine Schulbegleitung eingestellt sei, er erst mal nur 4 Stunden jeden Tag gehen soll. War für uns dann auch ok. Die Klassenlehrerin ging mit den anderen Mitschülern die Bücher holen, mein Sohn wollte seine auch haben und konnte nicht nachvollziehen das er sie erst morgen bekommen soll. Er wurde nur etwas lauter, da stürmte die Direktorin los und wollte nach ihm greifen. Ich rief noch das sie ihn nicht anfassen soll, das wurde ignoriert. Mein Sohn beschimpfte sie und schrie das sie ihn los lassen soll, sonst würde er ihr eine knallen. Sie packte ihn noch fester und er hat der Direktorin ein Mal vor das Brustbein und zwei Mal ins Gesicht geboxt. (Ich habe ihm auch gesagt das es nicht in Ordnung war.) ich bin dann dazwischen gegangen. Da mein Sohn aber dann nicht schnell genug das Schulgebäude verließ, packte sie ihn wieder, wobei er eine Stufe runter gezogen wurde, umknickte und auf dem Boden lag. Mit einer zweiten Lehrerin wurde er die Treppe hoch und aus dem Schulgebäude gebracht. Daraufhin teilte die Direktorin mir mit das er erst wieder in die Schule dürft wenn er eine Schulbegleitung hat.
    Ich bin Fix und Fertig mit den Nerven. Jugendamt nicht erreichbar. Träger sagt seit einem halben Jahr sie hätten keine Schulbegleitung.
    Ich dachte in der neuen Schule würde es besser werden…tja Fehlanzeige

    • Silke

      Das ist für alle Beteiligten ein schlimmes Erlebnis. Es tut mir sehr leid, dass das Schuljahr für Euch so losgeht.
      Ich würde dringend empfehlen, einen runden Tisch einzuberufen, bei dem die Schule, der MSD-A, der Träger für die SB, das JA und Ihr gemeinsam besprecht, wie es weitergehen kann. Vielleicht gibt es einen alternativen Träger für die SB? Oder vielleicht könntest Du Dich im Rahmen des Persönlichen Budgets selbst um eine Schulbegleitung kümmern? Kannst Du vielleicht oder eine vertraute Person ein paar Tage begleiten, um für ihn zu vermitteln und ihm für den Anfang Sicherheit zu geben?
      Das sind ein paar erste Gedanken, aber wichtig ist, dass alle an einem Strang ziehen und möglichst viel Wissen und Aufklärung in alle Richtungen weitergegeben wird. Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute!

  • Steffi

    Meine Tochter ist 11 Jahre und zusätzlich zum Atypischen Autismus hat sie ADHS, eine Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens und körperliche Einschränkungen. Schule ist für sie Ritual und dass muss eingehalten werden! So wichtig, dass sie sich bei Ärzten schon auf den Boden geschmissen hat, wenn ein Termin morgens sein musste. Sie hat eine vollumfängliche Schulbegleitung die sie auch braucht. Wir waren mal ein paar Stunden runter (Sportunterricht), aber dann kam ein Lehrerwechsel und alles war eine Katastrophe. So gingen die Stunden wieder hoch. Sie darf zum Glück auch ohne SB kommen (anderenfalls würde ich auf die Barrikaden gehen, da ich arbeiten muss und zusätzlich meine Eltern pflegen muß).
    In der ersten Klasse sah dass anders aus, da war sie in einer Außenklasse und ständig kam: „sie hat dies gemacht oder jenes gemacht“, „wir kommen mit ihr nicht klar“…. „bitte holen Sie sie ab“. Meiner Tochter zu liebe hab ich es natürlich gemacht, eine SB war dort nicht gewünscht.

  • Andrea

    Unsere Tochter ist 16 Jahre und konnte die Realschule bis zur achten Klasse besuchen. Das lernen fällt ihr leicht, aber der Schulbesuch ist sehr belastend.
    Seid kurzem haben wir die Diagnose Asperger und zuvor Therapien, die ihr nicht geholfen haben. Jetzt ist sie an die Hauptschule der Klasse 10 verwiesen. Sie konnte die letzten zwei Jahre nicht in die Schule. Einen Abschluss möchte sie machen. Kann aber nicht lange am Klassenunterricht teilnehmen, ohne das es ihr sehr schlecht geht. Ein Schulbegleiter stresst noch mehr. 0hne Teilnahme am Unterricht, keine Abschlussprüfung. Webschule hat leider auch nicht funktioniert.Sie ist sehr verlässlich und ehrgeizig. Hat die Schulbücher bis zur 10 Klasse eigenständig durchgearbeitet.
    Hat jemand noch Ideen für einen Abschluss?
    Ich wünsche uns allen weiter viel Kraft um das Beste für unsere Kinder durchzusetzen .

    • Katja

      Hallo Andrea, mich würde interessieren, warum die Webschule nicht funktioniert hat. Da mein Sohn in einer Schule nicht beschult werden kann, wollen wir auch die Webschule für Ihn beantragen. Mein Sohn möchte auch unbedingt einen Abschluß machen. Die letzten 1,5 Jahre war er auch nicht in einer richtigen Schule. Er hat auch viel verpasst. Um einen Abschluß zu machen gibt es noch die Berufskollege wo man Abschlüsse nachholen kann. Aber dann müsste Sie in die Schule gehen. Es ist schwierig für unsere Kinder das passende zu finden. Momentan hab ich auch einen kleine Depri deswegen. Da wir gestern ein Gespräch in der Schule (in der mein Sohn momentan angemeldet ist, aber seit 5 Wochen nicht mehr hingeht) hatten mit Lehrer, Direktor der Schule, Jugendamt und Autismustherapeutin. Sowas schlaucht unwahrscheinlich. Aber das dürfte Dir ja bekannt sein. Alles Gute für Dich und für alle anderen Eltern und Eure Kinder.

    • Bahrije Ajeti

      Hallo Ihr lieben, habt ihr schonmal darüber nachgedacht, dass eure Kinder den Abschluss mit einer Externenprüfung erlangen können?
      https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/externenpruefungen/

      Hab euch mal den Link geschickt vlt hilft es euch weiter.

  • Esra

    Hallo,

    nachdem ich diesen Blogbeitrag über Autismus und Schule gelesen habe, kamen mir die Tränen. Denn im Zeitraum 2004/2005 hat man mich wegen meines autistischen Verhaltens von der Schule ausgeschlossen. Mit der Begründung, dass mein Verhalten nicht tragbar wäre. So kam es, dass ich 2005/2006 zwischenzeitlich nach Würzburg musste, da sich keine geeignete Schule finden ließ. Nachdem meine Eltern das Jugendamt unter Druck setzten, kam ich doch in eine Bildungseinrichtung, die mich aufnehmen konnte.
    Nun bin ich 25 Jahre alt, habe die Schule seit neun Jahren mit einem Hauptschulabschluss hinter mir. Doch ich fühle mich wegen meinem schwierigen Arbeitsleben als hoffnungsloser Fall. Dies macht mich sehr traurig.

  • Manuela

    Hallo.
    Mein Sohn, 7 Jahre, ist diesen September in die Schule gekommen. Die ersten 3 Wochen liefen gut bis…..ja bis die ersten Kinder mitbekommen haben das er anders ist als sie. Er wurde getreten, geschlagen, geohrfeigt. Er hat sich ja nicht gewehrt, weder verbal noch körperlich. Nach 4 Wochen nur noch Gespräche mit Lehrer und Direktor. Aus der Nachmittagsbetreuung habe ich ihn rausnehmen müssen, kein Personal und keine Räumlichkeiten vorhanden. 2 mal habe ich ihn nach 2 Unterrichtsstunden wieder abholen müssen da er untragbar ist. Einmal wollte er erst gar nicht ins Klassenzimmer. An dem Tag wurde er freigestellt.
    Es vergeht kein Tag an dem kein Anruf kommt……ihr Kind hat dies gemacht, ihr Kind hat jenes gemacht. Z. B. in der Ecke verkrochen, Tische angemalt, nicht aufgepasst oder war wütend weil er wie immer mal wieder geärgert oder ausgelacht wurde.
    Das Problem ist das er noch getestet wird ob er Asperger ist oder nicht. Obwohl vieles dafür spricht ( auch privat nicht nur schulisch).
    Für mich zur Zeit die Hölle auf Erden.

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