Gastbeitrag: „Sag´s einfach! Über das Prüfen und Übersetzen in Leichter Sprache.“

Gastbeitrag von René Prodell und Michael Wagner:

Was ist eigentlich „Leichte Sprache“? Diese Frage stellen sich viele, die sich noch nicht mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Wir möchten euch in unserem Blogbeitrag zwei Sichtweisen zeigen. Zum einen, die eines Prüfers für Leichte Sprache und zum anderen, die eines Übersetzers.

***

Mein Name ist René Prodell. Ich arbeite seit drei Jahren im Büro für Leichte Sprache in der Stiftung Attl. Meine Aufgabe ist es, Texte in Leichter Sprache, die ich von einem Übersetzer bekomme, zu prüfen.
Ich lese mir jeden Text mindestens dreimal durch und schaue, ob der Text sich an die Regeln der Leichten Sprache hält und für mich klar verständlich ist. Neben dem Text verwendet man in der Leichten Sprache auch Bilder. Diese prüfe ich ebenfalls, ob das Bild das aussagt, worum es in dem Textabschnitt geht.
Wenn ich einen Text fertig geprüft und ein paar Anmerkungen habe, die noch nicht passen, vereinbare ich mit dem Übersetzer ein Gespräch, in dem wir die einzelnen Punkte nochmal durchgehen.

***

Übersetzer für Leichte Sprache:
Ich heiße Michael Wagner.
Ich übersetze schwierige Texte in Leichte Sprache.
Leichte Sprache ist ein Grund-Recht.
Oder sie sollte es sein.
abcDas bedeutet: Jeder soll den Text verstehen können.
Manchmal schreiben Menschen die Dinge in schwerer Sprache.
Das tun Sie, weil sie es nicht anders können.
Oder sie wollen, dass andere sie für besonders gescheit halten.
Ich muss dann leichte Worte und einfache Sätze finden.
Und Bilder die zu dem Text passen.
Rene liest sich dann alles durch.
Er streicht alles gelb an, wenn etwas schwierig ist.
Dann muss ich es halt nochmal übersetzen.
Irgendwann ist der Text dann fertig.
Dann überprüfen wir ihn zu Schluss noch einmal.
Damit wir nichts Wichtiges übersehen haben.

***

Linktipps von René:
Das Büro in Leichter Sprache

Nachrichtenleicht

Und noch ein Linktipp von mir:
Leichte Sprache – Wissenswertes

***

Zum Weiterlesen:

Kurzportrait: René und sein Engagement für Menschen mit Handicap

3 comments

  • Carola Nacke

    Ich erlebe es oft in meiner ehrenamtlichen Arbeit, das selbst Menschen ohne Handicap beim Lesen und Ausfüllen von Anträgen scheitern! Dann fragt man sich was ist mit Menschen welche kaum Lesen und Schreiben können!

  • Zarinka

    „Leichte Sprache ist ein Grund-Recht.“

    Darauf hatte ich vor einigen Jahren auch schon mal in einigen Foren hingewiesen. Da ging es vorrangig um die UN-Konvention aber auch noch um einiges andere.

    Es wird zwar sehr oft in Foren und auch in vielen Blogs immer wieder weitgehend auf die Rechte Behinderter hingewiesen, jedoch hat (was jetzt z.B. die leichte Sprache angeht) die leichte Sprache auch hier noch nicht so wirklich Einzug gehalten. (Mit Hier meine ich jetzt nicht diesen Blog, sondern besagte Foren und Blogs die ich so kannte/kenne.)

    Gut möglich dass es nicht überall so ohne weiteres machbar zu sein scheint, aber wenn es z.B um Grundrechte in einem Beitrag geht, wäre es zumindest hilfreich wenigstens einen Link zu besagter Seite zu setzen die die Grundrechte auch in leichter Sprache anbietet…so hat der Behinderte zumindest die Möglichkeit sich selbst auch einmal informieren zu können was es mit dem Grundrecht überhaupt auf sich hat. (So jetzt meine persönliche Meinung.)

    UN-Konvention in leichter Sprache.

    http://www.ich-kenne-meine-rechte.de/index.php?menuid=45

    Das BSI für Bürger in Leichter Sprache (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)

    https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/Wissenswertes_Hilfreiches/LeichteSprache/Navigation/Nav_Leichte_Sprache_node.html

    Für mich persönlich ebenfalls auch eine sehr hilfreiche Seite…da geht es um Sicherheit in der Informations-Technik.

    Und hier noch ein Wörterbuch in leichter Sprache.

    http://hurraki.de/wiki/Hauptseite

    Ich persönlich finde diese Wiki Seite echt toll. :)

    Bis die leichte Sprache jedoch Einzug in Behörden/Ämtern und dergleichen gefunden hat, ist es wohl leider noch ein langer Weg. Immerhin haben sich zumindest jedoch einige schon mal auf den Weg gemacht, und das lässt doch schon mal hoffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.