Gastbeitrag: Nach Besuchen bei Niklas fühle ich mich geerdet.

Mirjam besuchte Niklas und mich und wurde dabei durch den kleinen Mann ganz ungeplant auf sich selbst, ihre eigenen Gedanken und Befindlichkeiten zurückgeworfen.
Ein Beispiel dafür, wie unsere Kinder manchmal andere Menschen berühren.

Gastbeitrag von Mirjam:

Der ehemalige Präsident der USA, Barack Obama, klagte in seiner Abschiedsrede an, dass es für zu viele Menschen leichter geworden ist, in ihrer Blase zu leben, umgeben von Menschen, die aussehen wie sie und ihre politische Ausrichtung teilen und nie ihre Vorstellungen in Frage stellen. Man wundert sich dann, wenn man auf die Anderen trifft und kann sich kaum erklären, dass es sowas (noch oder schon) gibt.

Wir alle laufen zu unserer Musik (manchmal mit tatsächlichen Kopfhörern auf) und werden irritiert, wenn da jemand nicht mitfunktioniert. Als Katzenhalter habe ich schon oft schmerzhaft die Erfahrung gemacht, was es heißt, sich nicht auf den anderen einzulassen und immer mit dem eigenen Rhythmus auf den anderen zu stoßen.

Wenn ich zu Niklas  zu Besuch komme, muss diese Blase zerplatzen, manchmal bin ich bereit, sie platzen zu lassen und manchmal tut er es. Er sitzt am Fenster und genießt den grauen Himmel, der das Spiel des Lichts mit den Farben verhindert. Das mag er. Was ich zu erzählen habe, meine Soße, in der ich schwimme, interessiert ihn nicht. Ich schaue das an, was er sieht und komme an. Im Moment zu sein und die Dinge wahrzunehmen, wie sie sind, ohne all die Gedanken, die uns unentwegt im Kopf rumschwirren, das tut gut. Das erdet. Die Zeit fließt dahin und es war schön sich mal wirklich wiedergesehen zu haben.

Erde in der HandWenn ich gehe, fühle ich mich geerdet, manchmal auch aufgewühlt. Ich verlasse dann Niklas Blase und tauche wieder in die Welt ein, fühle so viel, dass es mich verletzlich macht für die Blicke anderer, die Nachrichten, die aus aller Welt einbrechen und mir fällt es schwer, zu atmen. Ich erinnere mich dann an seinen Blick aus dem Fenster. Ich suche nach etwas, was mich nicht nur ablenkt, sondern mich interessiert in diesem Moment, da wo ich gehe und stehe. Ich sehe einen Vogel im Gras, auch sein Blick ist gebannt auf mich gerichtet.
Und da ist er wieder dieser Moment, in dem ich an nichts anderes denke, und ich 100%ig da bin, wo ich gerade bin. Ich muss mir merken wie das geht!

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