Anzeige: Villa Wewersbusch – Ganztagsschule und Internat, auch für Autistinnen und Autisten

Die Villa Wewersbusch ist eine private Ganztagsschule und ein Internat in Velbert. Beim Besuch der Website wurde ich sehr neugierig, weil viele Informationen zu lesen waren, die den Bedürfnissen autistischer Schülerinnern und Schüler sehr nahe kommen. Ich wollte gerne nachfragen, ob auch Autistinnen und Autisten die Schule besuchen und konnte erfreulicherweise ein Telefonat mit der stellvertretenden Schul- und Internatsleiterin Frau Beate Mittag vereinbaren. Was sie mir erzählte, klang sehr vielversprechend.

© Villa Wewersbusch

Beim Gespräch mit Frau Mittag merkte ich sehr schnell, dass ich es mit einer echten Fachfrau zum Thema Autismus zu tun hatte. Es ist in der Villa Wewersbusch nicht etwa so, dass man hier und da mal einen Autisten integriert, der möglichst unauffällig mitläuft, sondern es wird individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse eingegangen. Das erklärte sie mir anhand etlicher Beispiele sehr überzeugend.
Die Klassen sind mit durchschnittlich 16 Schülern klein. Zwei Lehrkräfte unterrichten bei Bedarf jeweils eine Klasse und legen dabei viel Wert auf Begabtenfürderung und individuelle Förderung, wenn Schüler Nachholbedarf haben.
Der Fokus der Schule liegt unter anderem auf Kritischem Denken, Kommunikation, Kreativität und Medienkompetenz.

Demnach sei das wichtigste Arbeitsmittel auch das iPad. Frau Mittag erklärt mir, dass das für ihre autistischen Schüler eine große Hilfe ist, da diese zum Beispiel auch die Schwierigkeit, mündliche Leistungen zu erbringen, durch Ausarbeitungen, die sie dann digital bei der jeweiligen Lehrkraft einreichen, ausgleichen können.
„Stille Mitarbeit ist ein großer Faktor in der Bewertung und wird bei uns auch belohnt“, so Frau Mittag, „durch das Digitale kann man ganz andere, neue Wege gehen, die spannend sind und durch die manche Schüler überhaupt erst ihr Potential abrufen können.“

©Villa Wewersbusch

Das Unterrichten mit neuesten digitalen Medien ermöglicht größtmögliche Struktur von der Planung von Tagesstrukturen, Unterrichtseinheiten und Aufgabenstellungen bis hin zum Erlernen, sinnvolle digitale Ordnerstrukturen anzulegen. Der Fokus auf digitale Medien zeigt sich auch in neuen Fächern wie „Grafik & Design“ sowie „Digitalkunde“.
„Wir unterrichten meist projektorientiert und fächerübergreifend. Die Unterrichtseinheiten können von den Schülern mitgestaltet werden, gleichzeitig geben wir aber auch über Checklisten und Arbeitsblätter notwendige Struktur, wenn das individuell nötig ist“, erklärt Frau Mittag.

Als ich auf der Website las, dass die Kinder und Jugendlichen Schulkleidung tragen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken und frei von modischen Zwängen Ausgrenzung und Mobbing zu minimieren, war ich skeptisch, ob das auch Autistinnen und Autisten gefallen könnte. Aber Frau Mittag berichtete mir von positiven Erfahrungen: „Die Jugendlichen müssen sich nicht lange überlegen, was sie anziehen könnten und was angemessen ist, das kommt vielen entgegen. Außerdem gibt es die Kleidung in verschiedenen Materialien und unterschiedlichen Ausführungen, so dass auch Kleidungsstücke aussortiert werden können, die aufgrund der anderen Wahrnehmung unangenehm sein könnten. Hier können auf jeden Fall Anpassungen vorgenommen werden.“

Bei meiner Frage nach den Rückzugsmöglichkeiten war ich auch positiv überrascht. Die Schüler können sich in der Pause in ihr Zimmer im Internat zurückziehen, um dem Trubel zu entkommen und sich auszuruhen. „Unsere autistischen Schüler kommen immer pünktlich zurück. Darüber brauchen wir uns überhaupt keine Gedanken zu machen“, so Frau Mittag.
Und beeindruckt hat mich, als sie mir erklärte, dass nicht der autistische Schüler ggf. den Raum verlassen muss, wenn er aufgrund zu lauter Geräuschkulisse reizüberflutet sein sollte, sondern z.B. derjenige Schüler, der diese Überflutung auslöst. „Warum soll der gehen, der gestört wird und nicht der, der stört?“, war Frau Mittags sehr plausible Erklärung.

Auch Nachteilsausgleiche (z.B. separater Platz oder mehr Zeit bei Klassenarbeiten) werden gewährt und auch für die Zusammenarbeit mit Schulbegleitern ist die Einrichtung offen, „wobei diese Unterstützung meist nicht lange nötig ist, weil wie ohnehin so kleine Klassen, bei Bedarf zwei Lehrkräfte und viele Anpassungen bereits vorgenommen haben“, erklärt Frau Mittag.

©Villa Wewersbusch

Der Schultag ist in vier Blöcke unterteilt, von denen der letzte das Förderprogramm in Kleinstgruppen umfasst. Unterrichtsende ist um 15.45 Uhr. Danach fahren etwa die Hälfter der Schüler nach Hause, die andere Hälfte bleibt im Internat.
Und auch hier leben Autistinnen und Autisten, können bei Bedarf Einzelzimmer belegen und haben häufig Bezugsbetreuer auf ihrem Gang.
Die Freizeitangebote am Nachmittag sind vielfältig und reichen von sportlichen Aktivitäten über Kochen, kreativen Angeboten bis hin zum Erlernen von Tontechnik oder Filmschnitten
Bei Bedarf erhalten autistische Schülerinnen und Schüler im Internat auch für diese Zeit einen detaillierten Zeit- und auch Essensplan, damit die Orientierung nicht verloren geht. Auch werden sie motiviert, an den Aktivitäten teilzunehmen und wenn Ruhepausen nötig sind, wird das selbstverständlich akzeptiert.

Frau Mittag erklärt, dass auch nachmittags pädagogische Mitarbeiter vor Ort sind und diese unter anderem auch dabei helfen, soziale Kontakte zu knüpfen, sofern das gewünscht ist.

© Villa Wewersbusch

„Die Zusammenarbeit mit Eltern und Therapeuten ist uns sehr wichtig. Wir setzen uns regelmäßig und bei Bedarf zusammen, um zu klären, was noch angepasst und verändert werden muss, um dem autistischen Schüler die nötige Sicherheit und Struktur zu geben“, erklärt Frau Mittag.

Ich frage noch nach, was mit der strengen Einhaltung von Regeln, die auf der Website betont wird, gemeint ist. Frau Mittag erklärt: „Pünktlichkeit, Struktur im Arbeitsalltag und Ordnungssysteme sind uns zum Beispiel sehr wichtig.“ Sie erklärt weiter, dass die Regeln auch für die Lehrer gelten.

Wer sich für einen Schul- oder auch Internatsplatz in der Villa Wewersbusch interessiert, vereinbart am besten über das Sekretariat einen Kennenlerntermin und wenn nach einer Besichtigung immer noch Interesse besteht, kann sich eine Probewoche anschließen. „Manchmal klappt es bei autistischen Schülern gleich gut, manchmal ist es aber auch eine Überforderung. Wichtig ist eine gute Vorbereitung“, erklärt Frau Mittag.
Beim Jugendamt kann die Kostenübernahme beantragt werden. Mit der Vorgehensweise hat die Einrichtung Erfahrung, Tipps können direkt gegeben werden, wenn eine Beantragung anstehen sollte.

Insgesamt habe ich einen sehr positiven Eindruck gewonnen. Im Gespräch mit Frau Mittag hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, etwas erklären oder ergänzen zu müssen. Die Bedürfnisse autistischer Schülerinnen und Schüler sind bekannt und sie werden auch berücksichtigt, sofern ich das dem Telefonat entnehmen konnte.
Natürlich ist es individuell verschieden, ob eine Beschulung dort in Frage kommt, aber einen Versuch ist es vielleicht wert, Kontakt aufzunehmen, wenn Du Dich durch die bisherige Beschreibung angesprochen fühlst.

Kontakt: 02052-92662910
Email: kontakt(at)villawewersbusch.de
Website Villa Wewersbusch

Tag der offenen Tür:
am 02. Februar 2019 und am 25. Mai 2019,
jeweils von 10 bis 16 Uhr

©Villa Wewersbusch

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