Zurück aus der Blogpause wünsche ich Euch ein friedliches neues Jahr

Nach fünf Wochen Social-Media und Blog-Pause bin ich wieder online und möchte Euch ein wenig darüber erzählen, was in den letzten Wochen los war.

Wie wir Weihnachten verbrachten

An den Weihnachtsfeiertagen verbrachten wir viel Zeit mit der Familie. Am Schönsten war es, dass Niklas‘ Schwester fast eine ganze Woche bei uns war. Da sie außerhalb studiert, bedeutete das auch für Niklas, seine Schwester wieder mehr um sich zu haben.
Bei den Treffen mit der Familie stand Niklas immer ein Rückzugsbereich zur Verfügung. So nahm er die Mahlzeiten meist getrennt von den anderen mit einem von uns ein und auch sonst konnte er sich jederzeit zurückziehen, wenn es ihm zu viel wurde. Das klappte ganz gut.

Die eigene Haltung zu solchen Feiern veränderte sich bei mir im Laufe der Jahre und es ist ein Prozess, der immer noch nicht abgeschlossen ist. Manchmal bin ich immer noch enttäuscht, dass manche Menschen sich überhaupt nicht für unser Leben und Niklas‘ Bedürfnisse interessieren. Ich habe daher im Laufe der Zeit meine Erwartungen an andere heruntergeschraubt; aber ich merke, dass dies zu Distanz führt und wahrscheinlich lässt sich das nicht vermeiden.
Aber es gab auch Begegnungen, die überraschend positiv waren und für die ich sehr dankbar bin. Es gibt auf unserem Weg immer wieder Menschen, die mich äußerst angenehm berühren (rw) und sich für Niklas interessieren – manchmal sind es gerade diejenigen, mit denen man gar nicht gerechnet hatte.

Niklas hat übrigens eine Reihe von tollen Geschenken bekommen. Da ich weiß, wie schwierig es häufig ist, etwas Passendes für unsere autistischen Kinder zu finden, werde ich darüber in Kürze noch einen extra Beitrag verfassen.

Silvester auf der Gefriertruhe

Das Geknalle am Silvestertag war dann wieder eine Herausforderung für sich. Wenn es sich nur um die eine Stunde ab Mitternacht handeln würde, könnte man das gut vorbereiten, aber da ab spätestens 17 Uhr das unvermittelte Geböllere losgeht und Niklas ständig völlig verschreckt reagiert, war es ein schwieriger Abend.
Er gebärdete „Nasenspray“ und „Schmerzsaft“, da seine Ohren schmerzten. Und so toll ich es finde, dass er selbst nach Lösungen sucht, mussten wir ihm doch sagen, dass Nasenspray und Nurofen-Saft gegen das Geböllere nicht helfen werden. Mit Decke um die Ohren und allerlei Ablenkungsmanövern brachten wir den Abend dann einigermaßen gut herum. Aber um Mitternacht half dann nur noch der Gang in den Kellerraum, in dem unsere Gefriertruhe steht. Dort gibt es keine Fenster nach draußen und man hörte nur noch ein dumpfes Knallen.

Dort blieben wir eine Stunde und Niklas gebärdete, dass er „erst morgen wieder hochgehen“ würde. Gegen eins beschlossen wir dann aber doch, nicht auf der Gefriertruhe zu schlafen und schafften es ins Bett. Und obwohl einige Unverbesserliche immer noch ihre Raketen in den Himmel schossen, schlief Niklas tapfer ein.
An solchen Abenden wird meine Toleranz anderen gegenüber wirklich erheblich auf die Probe gestellt. Gleichzeitig bin ich stolz auf Niklas, weil er das insgesamt super meisterte.

Was mir meine Pause brachte

Wenn Du hier liest, wirst Du wahrscheinlich wissen, dass ich mich für fünf Wochen in eine Blog-Pause zurückgezogen hatte. Ich entschied Ende November, dass ich etwas Abstand zu manchen Themen schaffen wollte, um mir über einiges klar zu werden und Dinge in meinem Leben neu zu sortieren. Dafür wollte ich mir viel Zeit nehmen.
Sicherlich kennst Du das selbst, dass es Punkte im Leben gibt, an denen man nicht weiterkommt, Dinge akzeptieren muss, die man gerne anders gelöst hätte und seine Kräfte für die Familie, die für die meisten von uns das Wichtigste im Leben ist, zu sammeln.

Ich nutzte die Blog-Pause aber auch, um mich auf ein Projekt für „Ellas Blog“ besonders gut konzentrieren zu können: den Onlinekurs „Autismus und Schule“.
Die Schwierigkeiten, die unsere Kinder in der Schule haben, das Unverständnis, das ihnen vielerorts begegnet, die Tatsache, dass viele Schulen es gut und richtig machen wollen, aber aufgrund mangelnder Ressourcen und zu wenig Aufklärung nicht wissen, wie genau das funktionieren soll, und die Notwendigkeit, dass es jetzt ein Angebot für Aufklärung und Lösungsansätze braucht, hat mich auf den Gedanken gebracht, diesen Kurs zu entwickeln.
Er ist sofort zugänglich, kann in eigenem Tempo durchgearbeitet werden und kann als ergänzendes Angebot zu Aufklärungsangeboten von Autist_innen und von Fachleuten genutzt werden.
Der Kurs ist nun fertig und startet in Kürze. Meine Newsletter-Abonnenten werden als erste davon erfahren und dazu noch eine kleine Jahresanfangs-Überraschung von mir bekommen. Ihr dürft also gespannt sein, es geht ganz bald los – und dann gibt es natürlich auch noch detailliertere Informationen zu diesem Projekt.

Was ich Euch wünsche für dieses Jahr …

… ist Zuversicht, Geduld und viel Freude.
Ich wünsche Euch Menschen, die Euch und Eure Kinder verstehen, respektieren und – wenn nötig und gewünscht – unterstützen.
Ich wünsche Euch Gesundheit und Gelassenheit und die Fähigkeit, nach schwierigen Zeiten, den Blick auf das Positive zu lenken.
Umgebt Euch mit Menschen, die Euch gut tun, die Euch verstehen und im Gespräch mit Euch bleiben.

Wenn Du Dir zu diesen Themen und Wünschen gerne weitere Gedanken machen und Dir gerade am Jahresanfang bewusst Zeit nehmen möchtest, schau Dich gerne bei den kostenlosen Challenges um – vielleicht ist etwas für Dich dabei.

Ein spannendes Jahr wartet auf uns

Nicht nur für mich, sondern sicherlich auch für Euch.
Zum einen wird Niklas seine Schulzeit im Sommer beenden und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Darüber werde ich Euch immer wieder im Laufe der Zeit berichten.

Und für „Ellas Blog“ habe ich viele neue Ideen: weitere Onlinekurse, begleitete Angebote, spannende Interviewpartner und vieles mehr. Ich freue mich, wenn Du dabei bist.

Soweit für heute mein erstes Lebenszeichen nach der Auszeit,
Herzlichst Eure/Deine Silke alias Ella



6 comments

  • Lisa

    Wir in der Kirchgemeinde waren auch genervt. Ob wir die Mikrofone hätten noch weiter aufdrehen sollen? Bei dem Geknalle vor der Kirche hat man trotz Mikrofonen teilweise den Pfarrer nicht verstanden. Unmögliche Leute. Und die „lieben“ Nachbarn aus den angrenzenden Straßen hatten eine gehörige Ausdauer ab Mitternacht – bis um 1 Uhr. Immerhin haben die Leute ihr Geld ganz offensichtlich vorzugsweise in Batterien und Raketen gesteckt. Das sieht wenigstens schön aus, wenn es einen schon wach hält. Erstaunlicherweise habe ich die restliche Nacht gut geschlafen, auf jeden Fall besser als nach dem Weihnachtskonzert.

    • Gardiners-Seychellenfrosch

      Es ist echt interessant wer hier die meisten Knaller kauft, ein paar, die immer rumnölen, dass das Geld nicht reicht z.B. für Friseur oder ordentliche Kleidung, aber dafür reichts dann doch… Bei uns ging es bis 2 Uhr und einige haben leider Polenböller gekauft *seufz*. Den Fernseher musste ich lauter stellen um etwas zu hören. Geschlafen hab ich dann auch ganz gut. Schön finde ich die Batterien und Raketen nicht mehr seit ich erfahren habe dass ein Pferd sich so davor erschreckt hat, dass es starb, die armen anderen Lebenwesen die deswegen leiden mit eingeschlossen.

  • Anonym

    „Die eigene Haltung zu solchen Feiern veränderte sich bei mir im Laufe der Jahre und es ist ein Prozess, der immer noch nicht abgeschlossen ist. Manchmal bin ich immer noch enttäuscht, dass manche Menschen sich überhaupt nicht für unser Leben und Niklas‘ Bedürfnisse interessieren. Ich habe daher im Laufe der Zeit meine Erwartungen an andere heruntergeschraubt; aber ich merke, dass dies zu Distanz führt und wahrscheinlich lässt sich das nicht vermeiden.“

    So ist es…

  • Doreen Rödel

    Ich wünsche ihnen und ihrer Familie ein gesundes neues Jahr.
    Bin schon sehr gespannt auf das Jahr.
    LG Doreen

  • Jule

    Ich finde es toll wie Niklas seine Gefühle und Befindlichkeiten mitteilen kann. Meiner kann das nicht so. Dies Jahr könnte er die böllerei scheinbar gut aushalten. Ich bin normalerweise auch ein sehr toleranter Mensch aber bei der böllerei hört die Toleranz auch auf. Ich glaube sie wissen dann gar nicht das es Menschen gibt denen die knallerei Angst macht und Schmerzen verursacht. Bei Tieren ist es doch genauso. Wenn Menschen keine Rücksicht nehmen warum soll ich da Tolerant sein.

  • Liane LINDNER

    Hallo, ich bin Liane und verfolge seit einiger Zeit schon Ellas Blog, weil mein Mann und meine Tochter Asperger Syndrom haben. Seit 3 Jahren sind wir Silvester zu Hause, da es für beide, in Gesellschaft, purer Stress ist. Am Silvesterabend bin ich immer etwas traurig, denn ich gehe gerne zu Veranstaltungen. Ich brauche auch zu Hause keine kleine Feier abhalten, da mein Mann gar nicht versteht, warum so ein aufsehen dafür gemacht wird und meine Tochter(11 Jahre) würde gerne wollen, aber sie kann mit der fröhlichen Musik nichts anfangen und ist dazu auch schnell genervt. Jedes Jahr lerne ich für mich positive Gedanken dazu, aber eine kleine Traurigkeit wird wohl immer bleiben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.