Wie Ellas Blog Teil von Entwicklungen sein darf – ein Leserbrief

Manchmal finden Menschen über „Ellas Blog“ zueinander, so dass sich tolle Kontakte entwickeln und neue Möglichkeiten eröffnen.
Bei den Zeilen von Kathrin, die ich Euch mit ihrem Einverständnis zeigen darf, bekam ich richtige Gänsehaut, so glücklich machte es mich, von diesen Entwicklungen zu hören:

***

Leserbrief von Kathrin:

schon eine ganze Weile lese ich Deinen Blog, Vieles berührt mich, anderes gibt mir Kraft und hilft mir eigene Momente zu meistern. Mein mittlerweile 10jähriger Sohn erhielt mit Schreibblock mit Stiftvier Jahren die Diagnose Asperger-Autismus, mit sechs Jahren kam die Diagnose Hochbegabung dazu.

Während der Kindergartenzeit erhielten wir großartige Förderung durch die integrative Kita, das örtliche Kinderzentrum und die Autismustherapie. Leider endete diese Förderung abrupt mit der Einschulung meines Sohnes. Ständige Wechsel der Autismustherapeuten, nicht geschulte Schulbegleiter in wechselnder Besetzung und völlig verständnislose und unwillige Lehrer sorgten für den kompletten Zusammenbruch der Förderung meines Sohnes.

Schlussendlich durfte mein Sohn nicht mehr am Unterricht teilnehmen, wurde von einer Schule zur nächsten abgeschoben (5 Beschulungsarten in 3 Jahren), durchgängige Diskriminierung und Ausgrenzung, ständige Zweifel seitens der Behörden, Lehrer und anderer „Experten“ an elterlichen Erziehungsunfähigkeiten, immenser Druck es diesen „Experten“ recht zu machen, führten zum Zusammenbruch meiner Familie, Scheitern von Freundschaften und letztlich auch meiner Ehe.

Am Ende meiner Kräfte zog ich einen Schlussstrich. Ich kämpfte nicht länger um eine angemessene Beschulung meines Sohnes vor Ort, sondern fand mit der Web-Individualschule in Bochum eine Möglichkeit, meinem Sohn Zugang zu Bildung ohne Diskriminierung zu gewährleisten; Therapeuten und ausgleichende Freizeitaktivitäten (Schlagzeugunterricht) für meinen Sohn suchte und fand ich nach eigenem Bauchgefühl und nicht mehr auf Empfehlung von Lehrern und/oder Behörden, die Scheidung vom Vater meines Sohnes war leider ebenfalls ein nötiger Schritt.

In dieser Umbruchzeit las ich im September letzten Jahres von Deinem Interview mit Frau Vankan-Haase und dem unglaublichen Angebot zum Nordseeurlaub. Kurzerhand schrieb ich Familie Haase an, glaubte nicht wirklich daran in die engere Wahl zu gelangen… dann zwei Tage später die Info in Deinem Blog, dass das Ellie-Haus nun ausgebucht sei… und plötzlich der Anruf von Frau Vankan-Haase. Wir plauderten, als ob wir uns schon ewig kennen; ich dachte, sie würde mir absagen, weil doch das Haus nun ausgebucht sei und dann eröffnete sie mir, dass mein Sohn und ich im April 2018 herzlich willkommen seien. WAAAAS??? Ich war ganz überwältigt vor Freude!

Möwen am MeerUnd nun endlich war es so weit: vom 7. April bis zum 13. April durften mein Sohn und ich uns im Ellie-Haus eine Auszeit nehmen, die Ereignisse der letzten Jahre hinter uns lassen. Das Häuschen ist so liebevoll eingerichtet – wir haben uns sofort wohlgefühlt. Der Nordseewind pustete all die Enttäuschungen, alles Negative weg. Diese Zeit nur für uns an diesem schönen Wohlfühlort war offenbar genau das Richtige, genau das, was wir gebraucht haben.

Irgendwie steht dieser Urlaub für den Wendepunkt – den Punkt, an dem es wieder aufwärts geht. Endlich passieren uns wieder schöne Dinge. Endlich dürfen wir unser Leben wieder genießen. Endlich dürfen wir wieder unser Leben führen.

Ich möchte mich auch bei Dir ganz herzlich bedanken. Dass ich wieder mit einem positiven Gefühl in die Zukunft blicke; dass ich wieder daran glaube, dass es irgendwie vorwärts geht und wir das Leben trotz Gegenwind schon meistern werden; dass wir wieder auf uns selbst vertrauen – dazu trägt auch Dein Blog bei. Und Dein Interview mit Frau Vankan-Haase verbunden mit diesem wunderbaren Angebot gibt mir Kraft und lässt mich nun wieder mit Zuversicht meinen Weg gehen.

Ein großes Dankeschön dafür, herzliche Grüße von
Kathrin

***

Zum Weiterlesen:

Leserbrief: Manchmal denke ich, dass ich nicht dazu gehöre

Leserbrief: Manchmal ist man einfach traurig und darf es auch sein

2 comments

  • Jana

    Liebe Kathrin,
    vielen Dank für den tollen Beitrag der mich schon etwas zu Tränen rührte.
    Alles Gute euch :-)
    LG Jana

    • Kathrin

      Hallo Jana,

      in der Vergangenheit sind auch bei mir viele Tränen geflossen – aber mittlerweile haben mein Sohn und ich das Lachen wieder gefunden und blicken zuversichtlich nach vorne.

      Lieben Dank für die guten Wünsche.

      LG, Kathrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.