Momente: Kuchen backen morgens um fünf

Dieser Moment, wenn man ab drei Uhr weiß, dass die Nacht wieder einmal vorbei ist und man sich am liebsten verstecken würde.

Und man überlegt, wie man es vielleicht doch noch schaffen kann, ein paar Minuten herauszuschinden. Nicht umdrehen. Nicht mit dem Bettzeug rascheln, denn dann könnte Sohnemann nach seinem ersten unüberhörbaren Lebenszeichen noch munterer werden.

Und diese Vorstellung, dass die Menschen in den Häusern rundherum in ihren warmen Betten schlafen und dabei herumrascheln, wie sie möchten. Naja, vielleicht gibt es noch eine stillende Mutter…

Und gleichzeitig die innere Ermahnung, man solle sich nicht so anstellen, denn immerhin habe man ja ein Dach über dem Kopf und überhaupt ein warmes Bett und alle sind gesund, nur eben ein bisschen zu früh wach – mal wieder.

Und dann doch wieder das tiefe, möglichst beherrschte Durchatmen, wenn zehn nach drei eine Hand an der Schulter zuckelt. Unerbittlich. Dann dazu noch ein eindringliches Gequengele.

Ein verständiger Blick zwischen den Eltern, wer die erste Schicht übernimmt bis die Sonne aufgeht.

Und dann das Gefühl, vollkommen bekloppt zu sein, wenn man morgens um fünf Uhr in der Küche steht, Eier mit Zucker, Mehl und Butter verrührt, um den Kuchen für die Nachmittagsgäste vorzubereiten. Und das Kind glücklich, weil es zum Frühstück Kuchenteigreste aus der Schüssel schlabbern kann.

Nachmittag – oh, du schöner Nachmittag mit seinen Gästen, wie weit bist du noch entfernt. Möge doch dazwischen bitte ein Zeitfenster für einen kleinen Mittagsschlaf liegen.

Und dann dieser Moment, wenn man um zehn Uhr eine Freundin anruft und sie gähnend ins Telefon erzählt, dass es so gemütlich war heute, weil sie nach dem Aufwachen noch eine Stunde im Bett gelesen habe und man anfängt, von Bücherbergen vor Betten zu halluzinieren.

Aber dann auch noch dieser Augenblick, der alles vergessen lässt, wenn dein Kind dich am Nachmittag ansieht, begeistert Kuchen mampft und gebärdet: „Danke, Mama, schmeckt lecker“. ♥

Merken

Merken

Merken

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.