Momente: „Du bist klein, Mama.“

BIG LetternMeine großte Tochter ist 22 Jahre alt, mein autistischer Sohn 17.
Da wir vor Niklas immer noch Dinge in Sicherheit bringen müssen, die gefährlich, giftig oder wertvoll sind, ist es uns mit den Jahren in Fleisch und Blut übergegangen (rw), diese außer Reichweite zu schaffen.
Seit 22 Jahren mache ich das nun schon, damit nichts zu Bruch geht, wir nicht den Notarzt rufen müssen oder ich nicht traurig über einen für mich wertvollen, nun aber kaputten Gegenstand sein muss.

Gestern passierte etwas Neues:
RegalNiklas nahm eine Tasse, die mir meine Oma vor vielen Jahren geschenkt hat. Und leider ist es so, dass man bei Niklas nie sicher sein kann, ob die Tasse im nächsten Moment zur Frisbee-Scheibe wird, daher nahm ich sie ihm vorsichtig aus der Hand und packte sie ganz oben ins Regal. Dafür musste ich mich auf die Zehenspitzen stellen.
Er grinste mich an, griff ohne große Mühe und natürlich ohne Zehenspitzen zur Tasse und gab sie mir zurück. Dann gebärdete er: „Du bist klein, Mama.“

Tsja – da hat er wohl recht. Er ist ganz schön groß geworden und hat mich schon lange überholt – das vergesse ich nur immer wieder. Bald kann er mir auf den Kopf spucken – auch ohne Zehenspitzen ;-)

2 comments

  • Patricia Myriel Weber

    Guten Abend

    Ich lese sehr gerne Ellas Blog!
    Viel Kraft und Freude wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie.

    Meiner Tochter sagte ich ab 4jährig dass sie immer die ältere Schwester sei. Immer unsere Erstgeborene. Ihr Bruder könne sie später überholen mit der Körpergrösse. Nie aber ihr Alter.
    Mitlerweile ist sie 13 1/2 und noch ganze 10 cm! kleiner als ich…🙃😀

    Herzlicher Gruss
    Patricia Myriel

  • Eva Gröger

    Hallo,
    ja wir haben auch diesen Reflex im Laufe der Jahre entwickelt, Dinge in „Sicherheit“ zu bringen. Nun bin ich aber Klein vom Wuchs und unser Sohn Groß und ich vertraue ihm immer mehr, er wird es wohl nicht zum Fliegen bringen. Und das ist gut so. Die Wertigkeit der Dinge wurde von mir heruntergestuft, sollte doch etwas seiner „tempramentvollen“ Art zum Opfer fallen, tut es nicht mehr weh.
    Er versteht das wohl und es passiert immer weniger. Fazit der Sache , je weniger ich in seinem „Wutanfall“ an denSchaden denke um so weniger geht zu Bruch. Nun muß er noch lernen , daß seine Autoagressionen keine Lösung der Probleme sind. Wir hoffen es.
    Ganz liebe Grüße
    Eva

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.