Literaturtipp und Rezension: Mit Kindern gemeinsam trauern (von Gabriele Schmidt-Klering)

Buchcover

139 Seiten. 28 Abb. (978-3-497-02680-7) kt € [D] 14,90 / € [A] 15,40 / SFr 19,90

„Mit Kindern gemeinsam trauern“
(Ernst Reinhardt Verlag München Basel)

Autorin: Gabriele Schmidt-Klering
Rezension von Silke Bauerfeind

***

Das Leben besteht aus vielen kleinen Abschieden. Erste Erfahrung sammeln Kinder mit dem Verlust von Spielzeugen, wenn Mütter zum Beispiel Termine außer Haus haben, beim Wechsel von einer Schule in die nächste bis hin zum endgültigen Abschiednehmen von geliebten und vertrauten Menschen.

Gabriele Schmidt-Klering führt einfühlsam in das Thema Tod und Sterben ein und sensibilisiert dafür, dass das Leben uns täglich darauf vorbereitet, irgendwann endgültige Abschiede zu verkraften.
Einerseits ist das Thema Tod oftmals mit einem großen Tabu besetzt, andererseits begegnet es uns und unseren Kindern täglich in den Medien – und dort meistens auf so grausame Art und Weise, dass er schon wieder unwirklich und unnatürlich erscheint.

Die Autorin regt mit einer Auswahl an Fragen zunächst Eltern dazu an, sich über eigene Verlusterfahrungen Gedanken zu machen, um damit den Grundstein dafür zu legen, auch mit Kindern über den Tod zu sprechen.
Anschließend beschreibt sie, wie Kinder in unterschiedlichen Altersstufen mit der Thematik umgehen. Entscheidend sind dabei Faktoren wie Zeitempfinden, die Fähigkeit, Endlichkeit auch auf das eigene Leben zu übertragen und schließlich die Frage nach einem möglichen Sinn des Lebens zu stellen und zuzulassen.
Die Autorin beschreibt verschiedene Trauerphasen und mögliche Trauerreaktionen von Kindern. Außerdem gibt sie Anregungen, wie Kinder auf den Tod nahestehender Personen vorbereitet und in ihrer Trauer begleitet werden können. Dabei berücksichtigt sie unterschiedliche Lebenskontexte, wie zum Beispiel interkulturelle Wurzeln, Fluchterfahrungen und auch Kinder mit geistiger Behinderung.

Blick ins Buch

Blick ins Buch, Foto: S. Bauerfeind

Die Bedeutung von Ritualen, die Sicherheit und Halt geben, wird hervorgehoben, sowie Anregungen für Rituale und viele kreative Ausdrucksformen mit Kindern gegeben, die die Erinnerung an einen geliebten Menschen lebendig bleiben lassen und den Weg der Trauer möglicherweise erleichtern.
Auf dem Weg durch die Trauer um einen lieben Menschen entdecken Kinder eigene Ressourcen und beschäftigen sich mit Fragen, die dazu beitragen, ihre Persönlichkeit weiter auszubilden. Die Autorin arbeitet diesen Aspekt sehr anschaulich heraus und bietet  einen Fragenkatalog an, mit dem Kinder sich selbst darüber klarwerden können, wer in ihrem Leben für sie da ist, ihnen hilft, sie hält und beschützt.

Besonders die vielen kreativen Anregungen von Elementen mit Musik über das Basteln eines Gefühlsrads, eines Erinnerungshefts und Krafttiers bis hin zu Entspannungstechniken für Kinder haben mich beeindruckt. Ich denke, dass hier für jede Familie etwas Passendes dabei sein könnte.

Auch das letzte Kapitel „Ideen zum Sprechen und Philosophieren mit Kindern“ hat mich sehr angesprochen. So wird spätestens hier deutlich, dass traurige Anlässe dazu führen können, gestärkt aus diesen Situationen hervorzugehen und sich zum Beispiel über die Themen Glück, Traurigkeit, Angst, Familie und Freundschaft Gedanken zu machen. Die Autorin stellt Impulsfragen zusammen, die zu Gesprächen anregen und damit Bezugspersonen einen geführten Einstieg in die Trauerarbeit mit Kindern ermöglichen.
Ein ausführlicher Serviceteil mit Adressen, Literatur-, Medientipps und Anlaufstellen im Internet rundet das Buch ab.

Gabriele Schmidt-Klering hat mich mit ihrem Buch „Mit Kindern gemeinsam trauen“ absolut überzeugt. Auch wenn ich nicht hoffe, dass ich es so schnell brauchen werde, wird es einen gut sichtbaren Platz in meiner Literatursammlung einnehmen. Denn wenn es an der Zeit ist, werde ich froh seinen, einen so empathischen, fundierten, qualifizierten und äußerst kreativen Ratgeber zu Rate ziehen zu können.

***

*** GEWINNSPIEL *** [Update am 19.05.17: das Gewinnspiel ist inzwischen abgeschlossen]

Blick ins Buch

Blick ins Buch Foto: S. Bauerfeind

An dieser Stelle möchte ich dem Ernst Reinhardt Verlag herzlich Danke sagen, da mir für „Ellas Blog“ ein Exemplar des Buches „Mit Kindern gemeinam trauern“ zum Verlosen zur Verfügung gestellt wurde.

Wer von Euch gerne das Buch gewinnen möchte, liest bitte die folgenden Teilnahmebedingungen.

Teilnahmeregeln und Ablauf:

  • Es kann jeder teilnehmen, der das 18. Lebensjahr vollendet hat.
  • Bitte schreibe im Kommentar, dass Du teilnehmen möchtest und, wenn Du magst, einen tröstenden Spruch oder ein Ritual, das Dir in Deinem Leben schon geholfen hat.
  • Aus rechtlichen Gründen werden nur die Kommentare hier direkt auf „Ellas Blog“ berücksichtigt – nicht die Kommentare auf Facebook.
  • Aus allen Einsenderinnen und Einsendern wid per Losverfahren ein Gewinner ermittelt
  • Die/der Gewinner/in wird per Email benachrichtigt. Bitte achtet daher darauf, eine gültige Emailadresse anzugeben.

Was sonst noch wichtig ist und gesagt werden muss:

  • Das Gewinnspiel startet am 17. Mai und endet am 18. Mai um 24 Uhr.
  • Die Auslosung und Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am 19. Mai.
  • Das Spiel steht in keiner Verbindung zu Facebook. Teilnahme und Gewinnmöglichkeit sind an keinerlei Kaufverpflichtung gebunden.
  • Der Gewinn wird dem Gewinner portofrei zugesandt.
  • Die Emailadressen sind nur von mir einsehbar und werden nicht weitergegeben oder anderweitig verwendet.

Das Freischalten Eurer Kommentare erfolgt manchmal zeitverzögert, es geht nichts verloren.

:-) Ich wünsche viel Glück! :-)

 

 

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12 comments

  • Dittner Margarete

    Ich möchte an der Verlosung des Buches „Mit Kindern gemeinsam trauern“ teilnehmen. Ich arbeite an einer Förderschule für geistige Entwicklung und musste mit meinen Schülern den Tod eines Klassenkameraden aufarbeiten. Ich weiß jetzt keinen Spruch, aber mir hat damals sehr geholfen, dass mich zwei liebe Kollegen dabei unterstützt haben und wir ohne große Absprachen die richtigen, wichtigen Worte gefunden haben. Jeder auf seine Art, aber doch irgendwie harmonisch gleich. Das war eine sehr gute Erfahrung!
    Danke für das Vorstellen des Buches und liebe Grüße
    Margaret

  • Jacqueline Uhte

    Guten Morgen Ich würde gerne das Buch gewinnen um einige Tipps und Anregungen sowie Ritual für meinen Sohn finden bzw anwenden. Und bei uns ist es manchmal mal nicht schön wenn Ich aus den Haus gehen und Artur dass​ das dann mitbekommt er weint Erst und später ruft er nach mir. Ich sagen ihn auch wo Ich hingehe und das Ich ihn auch eine Kleinigkeit mitbringe z.b. liebt er Zeitschrift oder Stadtpläne wovon er bis jetzt schon über 200 Stück hat. Er liebt es sich auf den Fußboden zu setzten die Karte ausbreiten und die Straßen zu lesen. Ich könnte da Artur stundenlang zu gucken den es ist immer wieder schön zu sehen.

  • E. F.

    Ich möchte das Buch auch gerne gewinnen! Ich habe einen kleinen Sohn- er ist kein Autist, aber mit Entwicklungsstörungen- , und Dinge wie Loslassen, Hergeben, Trennungen verkraften, trauern und gleichzeitig sich schützen können ist für unsere ganze Familie ein Thema. Die Rezension liest sich wunderbar, und macht damit Vorfreude und Spannung auf das Buch.

  • Patrizia Tamborrini

    Ich würde dieses Buch sehr gerne gewinnen. Es kommt für uns genau im richtigen Moment. Der Urgrossvater von meinem Sohn (8) starb letzte Woche. Die beiden hatten ein sehr enges Verhältnis. Gerne würde ich meinen Sohn in dieser Trauerphase unterstützen. Leider wird es auch weiterhin ein Thema sein. Er hat zwei UrGrossmütter, welche auch im hohen Alter sind.

  • Jan294

    Ich würde gerne an dem Gewinnspiel teilnehmen.
    Ich habe zu den wenigsten Menschen eine so enge Bindung, daß ein dauerhafter Abschied schmerzhaft wäre. Aber einige wenige Menschen gibt es dann doch, von daher kann ich kaum selbst Tipps geben sondern mich würde eher interessieren, was das Buch zu bieten hat. Bislang verlasse ich mich meist auf folgende zwei Dinge: 1. die Zeit heilt alle Wunden 2. nichts ist für die Ewigkeit.

  • Tanja Müller

    Ich würde das Buch gerne für unseren Sohn gewinnen. Er musste leider schon einige Verluste erleben. Verarbeitet hat er sie noch nicht.
    Ich persönlich fand etwas Trost bei diesem Spruch:
    Es gibt ein Leid, das fremden Trost nicht duldet
    und einen Schmerz, den sanft nur heilt die Zeit.

  • Christel Tarras

    Es wäre schön, wenn ich das Buch für meinen Enkel gewinnen könnte. Philipp ist 12 Jahre alt und ebenfalls autistisch. Als er 7 Jahre alt war, ist seine Mutter gestorben. Gemeinsam mit ihm habe ich einen Grabstein entworfen, und auch bei der Herstellung hat er mit Hand anlegen dürfen. Zudem habe ich ihm für jedes Lebensjahr mit seiner Mama ein Album gemacht – da kann er immer wenn er will nachschauen, was er gemeinsam mit seiner Mutter erlebt hat.
    Die wir lieben, gehören uns nicht.
    Wann sie gehen, entscheiden wir nicht.
    Wir entscheiden, ob wir die Erinnerung als Geschenk annehmen

  • Lisa

    Was ich auf einer Beerdigung schön fand (Der Ehemann einer Bekannten war gestorben.): Der Psalm 23 in einer gesungenen Fassung:

    Der Herr ist mein Hirte / mir wird nichts mangeln / er weidet mich auf einer grünen Aue / und führet mich zum frischen Wasser.

    Er erquicket meine Seele / und führet mich auf rechtem Pfad / um seines Namens willen. / (Der Herr ist mein Hirte.)

    Und ob ich schon wanderte im finstern Tal / fürchte ich kein Unglück / denn du bist bei mir / dein Stecken und Stab trösten mich.

    Du deckest mir einen Tisch / im Angesicht meiner Feinde. / Du salbest mein Haupt mit Öl / und schenkest mir voll ein.

    Gutes und Barmherzigkeit / werden mir folgen mein Leben lang / und ich werde bleiben / im Hause des Herrn immerdar.

    Ein sehr schöner Psalm voller Vertrauen, eben auch in schweren Zeiten. Was auch immer passiert, Gott sorgt für mich. Auch als ein Mitauszubildender damals Suizid beging, hat dieser Psalm mich aus dem gröbsten Loch herausgeholt. Andre mussten sich deswegen krankschreiben lassen. Der Psalm 91 ist auch sehr schön: „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibet, der spricht zu dem Herrn: Mein Fels und meine Burg, auf den ich hoffe …“

    Die Klammern im Psalmtext sind nur eine Wiederholung aus musikalischen Gründen.

  • Am Ende ist alles gut.
    Wenn es nicht gut ist,
    dann ist es nicht das Ende
    (Oscar Wilde)

    Ich hätte gerne das Buch weil Trauer und Tod zum Leben gehören. Und mein kleiner Autist einen so anderen Blick darauf hat.

  • Melanie

    Ich würde gerne das Buch gewinnen. Meine drei Kinder haben in den letzten 3 Jahren 3 enge verwandte verloren…….

  • Silke

    Ihr Lieben! Danke fürs Mitmachen und all Eure schönen Kommentare. Inzwischen hat das Los entschieden: Christel hat das Buch gewonnen und wird es in Kürze von mir erhalten.
    Wer dieses Mal kein Glück hatte, kann es vielleicht beim nächsten Gewinnspiel noch einmal versuchen. Und das Buch gibt es natürlich auch im Buchhandel und in Online-Shops.
    Viele liebe Grüße, Silke

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