Für euch getestet: die SIGNboxen mit Karten zum Gebärdensprache lernen

Niklas teilt sich seit Kindergartenalter mit Gebärden mit. Damals nutzte er noch eine Art Geheimsprache, indem er sich Zeichen ausdachte.
Als klar war, dass Niklas uns damit von sich aus eine Kommunikationsform anbot, lenkten wir die Gebärden in allgemeingültige Bahnen und lernten die Deutsche Gebärdensprache. Niklas beherrscht inzwischen ca. 800 Gebärden – ein großes Stück Lebensqualität!

Häufig werde ich gefragt, wie und wo man Gebärden lernen kann. Die meisten Familien haben nur wenig zeitliche Kapazitäten und möchten am liebsten von Zuhause aus lernen.
Am besten lernt man natürlich über den Kontakt mit Muttersprachlern. Aber selbstständig kann man sich natürlich auch einige Gebärden aneignen und erstmal spielerisch versuchen, ob es eine gute Möglichkeit für die eigene Familie ist, zu kommunizieren.

Eine Möglichkeit habe ich für Euch getestet: die Gebärdenkarten der SIGNboxen 1 und 2.
Es gibt zwei Boxen mit jeweils 224 Karten.

©SIGNboxen

Ich hatte schon viele verschiedene Materialien zum Gebärdesprache lernen in der Hand. Diese Karten fand ich sofort interessant und fragte bei den Herstellern um Rezensionsexemplare an, um sie für Euch testen zu können.
Und was soll ich sagen: sie haben mich sofort überzeugt.

Auf einer Karte bildet jeweils ein Symbol, eine gemalte Gebärde und das Schriftbild das jeweile Wort ab.
Die Gebärden basieren auf der Deutschen Gebärdensprache. Die Symbole sind von Annette Kitzinger, die das vielen bekannte „METACOM“ entwickelt hat.

So wird das Wort auf verschiedenen Wegen vermittelt und prägt sich noch leichter ein. Außerdem kann man auf diese Weise sehr gut Bezug auf möglicherweise bisher verwendete Kommunikationsarten nehmen:

©Karte aus der SIGNbox

Außerdem sind die Karten mit farblichen Umrandungen nach Wortarten unterschieden. Bei dem Beispiel oben seht Ihr, dass „klauen“ als Verb rot umrandet ist (wie alle weitere Verben auch) und „Erbeere“ als Nomen einen schwarzen Rand hat.
In weiteren Kategorien wird nach Artikeln, Pronomen, Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen, Floskeln und Adjektiven unterschieden.

Da die Gebärdensprache viele Dialekte hat, wird man vielleicht Abweichungen finden zu Gebärden, die in der eigenen Region üblich sind. Ich habe bei der Durchsicht der Karten jedoch nur wenige Wörter gesehen, die Niklas und wir anders gebärden. Die Gebärden der SIGNboxen stellen keine neue Auswahl dar, sondern orientieren sich am „Großen Wörterbuch der DGS“ von Karin Kestner, bei der bereits eine Dialektauswahl getroffen worden war.
Mit den Karten bekommt man auf sehr übersichtliche und handliche Art und Weise ein Gefühl für das Gebärden und kann viele alltagspraktische Gebärden auf einmal lernen. Mit diesen Karten macht das wirklich Spaß.

©Karten in der SIGNbox

Die Boxen mit den Karten kann man natürlich kaufen. Daher muss ich Euch aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, dass dieser Beitrag Werbung enthält. Die Boxen wurden mir frei zur Verfügung gestellt, darüber hinaus wurde ich für diesen Beitrag aber nicht bezahlt.
Meine Meinung dieses Produkt betreffend wurde nicht beeinflusst.

Ich würde mich freuen, wenn die Möglichkeit der Gebärdensprache ganz selbstverständlich viel häufiger nichtsprechenden Kindern angeboten wird. Sicherlich ist es nicht für jeden das Richtige, aber ich bin überzeugt, dass noch viel mehr Menschen als bisher von der Gebärdensprache profitieren könnten.
Bei uns trägt sie jeden Tag zu mehr Lebensfreude, zu weniger Missverständnissen, zu mehr Klarheit und Freude am Kommunizieren bei.
Probiert es einfach mal aus.

Auf „Ellas Blog“ findest Du weitere Beiträge zum Thema Gebärdensprache:
Autismus und Gebärdensprache – wie alles begann

DGS, LBG, LUG, GuK – was bedeutet das alles? – Autismus und Gebärdensprache

Schulbegleitung mit Gebärdensprachkompetenz

Die SIGNboxen sind ein Produkt der „Vielfalter“ .

SIGNboxen im Karin Kestner-Verlag

Die SIGNboxen erhält man auch bei ARIADNE

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