Autismus und ärztliche Versorgung – ein Mutmacherbeitrag mit euren positiven Beispielen

Netzwerk um eine Person

Zu diesem Thema erreichen mich regelmäßig viele Mails und Kommentare. Die verzweifelten Geschichten von Familien, die vergeblich Fachärzte suchen, die ihre autistischen Angehörigen behandeln, und die enttäuschten Familien, die kein oder zu wenig Entgegenkommen im Praxisalltag erfahren, weil dafür keine Zeit ist, die Menschen nicht genug aufgeklärt sind oder weil man manchmal einfach an die falschen Personen gerät.

Die Gründe sind vielfältig, warum dieses Thema mit viel Frust und Verzweiflung besetzt ist. Und es wäre zu einseitig, es nur aus der Perspektive der Familien zu betrachten. Denn viele Ärzte wollen es gut und richtig machen, wissen aber nicht genau wie und sind in eigenen Sachzwängen verhaftet.

An anderer Stelle habe ich schon ausführlich über die Schwierigkeiten berichtet, es würde mich jetzt interessieren, welche positiven Erfahrungen Ihr gemacht habt.
Wie ist es gelungen, gute Arztbesuche hinzubekommen?
Wie habt Ihr mit dem Praxisteam kommuniziert?
Was habt Ihr im Vorfeld bereits organisiert?
Wie konntet Ihr Euer Kind gut vorbereiten?
Wie konntest Du Dich als Autist oder Autistin gut vorbereiten? Was hat Dir geholfen?
Welche Tipps habt Ihr?

Auch meine eigenen Checklisten möchte ich hier nochmal verlinken, Ihr könnt Sie gerne ausdrucken und verwenden.

Handout Tipps für Arztbesuche Eltern

Handout Tipps für Arztbesuche Arztpraxis

Weitere Checklisten und Tipps findet Ihr auch in der Bibliothek von Ellas Blog.

Und nun gerne los – dies soll eine kleiner Mutmacherbeitrag sein – habt Ihr positive Beispiele?
Schreibt sie gerne direkt hier im Blog in die Kommentare
(dann gehen Eure wertvollen Gedanken nicht in den sozialen Netzwerken verloren, sondern bleiben direkt unter dem Beitrag dauerhaft sichtbar).

7 comments

  • Hahn, Ronny

    Also ich muss wirklich einmal die hervorragende Zusammenarbeit zwischen uns und dem dem Schwerpunktzentrum der autismusspezifischen Förderung im Oberlinhaus in Potsdam hervorheben. Dort fühlen wir uns verstanden und auch sehr gut betreut.

  • Steffi

    Also ich muss vorallem unseren Kieferorthopäden hier loben. Er möchte nicht gleich loslegen, sondern fragt immer erst was über ihre Lieblingssendungen (inzwischen ist er selbst bestens informiert darüber und kann auch ein bisschen mot fachsimpeln :)).
    Gut sie mag es trotzdem nicht und motzt ihn dann doch sobald es los geht an. Denn dass sie etwas hat geht gar nicht. Da ich selbst MFA bin haben wir auch herausgefunden, wenn ich z. B. Blutabnehme funktioniert es einwandfrei, woanders müssen wir sie fixieren und sie wehrt sich mit Händen und Füßen.

  • Mandy

    Ich habe mich in der Vergangenheit schon an Deiner Checkliste orientiert und bekomme nun meistens Randtermine mit meiner autistischen Tochter. Da sind nicht mehr so viele Leute in der Praxis und wir dürfen meistens direkt ins Sprechzimmer durchgehen. Das ist super!
    Danke für Deinen supertollen Blog!

  • Rubia

    Einen tollen Tipp hatte ich hier im Blog schon vor ein paar Monaten gelesen, ich glaube, er steht in Deiner Checkliste: darauf aufmerksam machen, dass z.B. das Fenster geschlossen wird oder piepsende Geräusche soweit wie möglich ausgestellt werden. Darauf mache ich jetzt immer aufmerksam und das hilft sehr und die Ärzte sind auch meistens aufgeschlossen und dankbar, wenn ich darauf hinweise. Sie wollen ja auch einen möglichst angenehmen Arztbesuche für ihre Patienten haben.
    Was auch hilft: eine Begleitperson mitnehmen, das entspannt vieles und die Verantwortung lastet nicht so sehr auf meinen alleinigen Schultern. Das überträgt sich dann auch auf meinen Sohn.
    Danke für diesen Blog und überhaupt für alles!

  • Vera

    Wir haben schon von Geburt an, ohne Wissen der kommenden Probleme, nach Ärzten gesucht, die es ruhig angehen lassen.
    Ich selbst bin sehr ängstlich mit Ärzten und Therapeuten.
    So kamen wir immer mehr zu ganzheitlich arbeitenden Praxen.
    Der Hausarzt ist Anthroposoph, alles läuft ruhig, wohlwollend und empathisch ab.
    Ich kann bei jedem alles besprechen und jeder Schritt wird erst mit unserem Sohn besprochen.
    Wo Schmerzen entstehen werden, wird genau die Intensität und Dauer und Notwendigkeit besprochen.
    Bei einem Krankenhaus Besuch haben wir ein kleines und freundliches Krankenhaus gewählt.
    War ich mir nicht sicher, bin ich bei Ärzten gegangen. Auch das steht jedem zu.
    Es gab auch schlechte Erfahrungen.
    Die haben wir besprochen und sind woanders hin gegangen.
    Am meisten half uns die Selbstbestimmtheit. Das gab unserem Sohn ein Gefühl von Kontrolle und somit Sicherheit.

  • Saskia

    Wir versuchen offen mit dem Thema umzugehen.
    Wenn ich schon bei der Terminvergabe merke das da die Augen verdreht werden, wenn ich das Thema Autismus anspreche, ist es halt nicht unser Arzt.
    Auch sage ich dem Arzt ganz klar was mein Sohn schafft und was nicht.
    Vor dem Arztbesuch erkläre ich ihm was auf ihn zu kommt.
    Eine zeitlang war das Thema Arzt eher schwierig, aber noch nie unmöglich. So langsam wird es gerade immer leichter. Er selber merkt was wichtig ist und kann es daher eher zulassen.
    Man muss sich beim Arzt gut aufgehoben fühlen, sonst ist es nicht der richtige.
    Bei Notfällen gelten andere Regeln. Da muss Kind dann durch.

  • Sani

    Verständnisvolle Ärzte finden, die sich entsprechend Zeit nehmen ist nach meinem Empfinden mindestens genauso schwer wie die berühmte Nadel im Heuhaufen zu finden.
    Unterm Strich kommen so einige Arztbesuche raus wo das Kind im Vorfeld schon Tagelang nicht geschlafen hat mit dem Wissen zum Arzt gehen zu müssen, und nicht selten schreiend die Praxis verlassen hat ohne das der Arzt auch nur einen Blick auf das Kind werfen hätte können.
    Meine Erfahrunghat gezeigt dass das Alter eine große Rolle spielt. Verständnis für die Notwendigkeit der Untersuchung wächst ganz klar mit. Ebenso das eigene Vermögen Ängste und Zweifel zu äußern, was mir wiederum die Möglichkeit gibt sie weiter zu leiten oder im besten Fall selbst auszuräumen.
    Oft habe ich Checklisten an den betreffenden Arzt gegeben, um Randtermine gebeten. Auch kennenlerntermine waren hilfreich, nach dem Motto: „nur kucken und reden, nicht anfassen“.
    Aber es gibt auch die Termine, die noch nie Probleme verursacht haben, die ohne jede Maßnahme im Vorfeld geklappt haben, was bei meinem Kind witziger Weise der Zahnarzt ist. Gerade der Arzt, der auch bei Neurotypischen Menschen nicht unbedingt auf der Liste der Lieblingsärzte steht.

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