5 Jahre Ellas Blog – was sich im Laufe der Zeit veränderte

Als ich anfing, „Ellas Blog“ zu schreiben, wusste ich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht, was es bedeutet zu bloggen. Nach und nach erschloss sich mir, was man dabei alles bedenken und berücksichtigen kann oder auch muss und so war das Bloggen im Allgemeinen und auch das Angebot von „Ellas Blog“ von Anfang an in stetigem Wandel.

Wie „Ellas Blog“ startete…

Ich fing vor fünf Jahren damit an, persönliche Erlebnisse aufzuschreiben, weil ich bei meinen Streifzügen durchs Internet zwar viel über das Thema Autismus zu lesen fand, aber irgendwie nichts, was unserem Alltag ähnlich war. Ich fand kaum Erfahrungsberichte über Familien mit autistischen Kindern, die nicht sprechen, kaum schlafen und rund um die Uhr Betreuung und Pflege brauchen. Ich konnte zwar die Probleme und Sorgen anderer Eltern nachvollziehen, aber wirklich nachfühlen konnte ich sie nicht und ich hatte das Gefühl, dass dem auch umgekehrt so war.

Also begann ich selbst zu bloggen. Nachdem ich auch vorher schon als Redakteurin und Autorin gearbeitet hatte, lag mir das Schreiben nah und so startete ich unter dem Pseudonym „Ella“, weil ich noch nicht sicher war, wohin das führen würde. Nach ein paar Wochen war die Resonanz schon groß und viele Eltern schrieben mir, dass sie sich endlich in den Beschreibungen wiederfinden würden. Schnell verschwomm die Grenze zwischen Ella und Silke und das verdeckte Pseudonym wurde zu einem offenen.
Den Namen „Ellas Blog“ behielt ich trotzdem bei, weil auch eigene Erzählungen von mir zum Teil anonymisiert werden, wenn ich über andere Personen berichte und auch Niklas hat in Wirklichkeit einen anderen Namen. Diskretion ist mir bei aller Offenheit wichtig (auch bei Gastbeiträgen). Und so ist es stetig eine kleine Gratwanderung, wenn man auf diese Weise aufklärt, authentisch ist, aber auch die Privatsphäre seiner Familie und anderer schützen möchte.

bei der Arbeit

Gastbeiträge und Interviews

Nach einigen Monaten ging ich dazu über, auch die Erfahrungen anderer Eltern weiterzugeben. Viele schrieben mir und wollten gerne Feedback zu ihren Gedanken und Erlebnissen haben. Gerne stellte ich „Ellas Blog“ als Plattform dafür zur Verfügung und bis heute ist es der Fall, dass mich viele anschreiben und das Bedürfnis haben, von sich zu erzählen und ggf. den Rat anderer einzuholen. Damit entsteht ein breites Angebot an Erfahrungswerten und da das Autismus-Spektrum so vielfältig ist, bleibt es nicht aus, dass auch die Gastbeiträge sehr unterschiedlich sind.

Auch war ich immer auf der Suche nach fachlichen Informationen, knüpfte Kontakte zu ÄrztInnen, TherapeutInnen, LehrerInnen und vielen anderen, die im Bereich Autismus arbeiten. Wenn sich Interviews ergeben, veröffentliche ich sie gerne, um dieses Wissen weiterzugeben.

Umgekehrt kontaktieren mich Leute, die gerne von sich aus über ihren Beruf und ihre Kompetenzen im Bereich Autismus berichten möchten. Meistens freue ich mich darüber, allerdings – und das bekommt Ihr gewöhnlich nicht mit – lehne ich auch einiges ab: zum Beispiel das Veröffentlichen von Therapie- oder Behandlungsmethoden, die eine Normalisierung oder Anpassung von Autistinnen und Autisten anstreben oder gar eine Heilung vom Autismus versprechen. Das wird von mir nicht unterstützt und aussortiert. Auch Kooperationen in dieser Hinsicht gehe ich nicht ein. Manchmal ist es gar nicht so einfach, gewisse Machenschaften und Netzwerke zu durchschauen, daher bin ich auch immer sehr dankbar, wenn ich von Euch auf etwas aufmerksam gemacht werde, was ich bei meinen Recherchen übersehen habe.

Beiträge von Autistinnen und Autisten

Besonders freue ich mich, dass vor allem innerhalb des letzten Jahres die Beiträge von Autistinnen und Autisten auf „Ellas Blog“ rasant zugenommen haben. Ich habe über meinen eigenen Sohn so viel gelernt, weil ich erwachsenen Autisten zugehört und mir ihre Anregungen zu Herzen genommen habe, dass ich diese Erfahrungswerte nur allzu gerne auch an andere weitergebe.
Das Vertrauen, das mir über das Zuverfügungstellen von Gastbeiträgen entgegengebracht wird und die Wertschätzung, die damit einhergeht, die eigenen Zeilen auf „Ellas Blog“ gerne veröffentlicht zu sehen, freut mich sehr. Und es ist toll, dass so viele unterschiedliche Personen ihre Gedanken und Erfahrungen mitteilen, weil damit ein großer Fundus an authentischer Lebenserfahrung von Autistinnen und Autisten innerhalb dieses Blogs entstehen kann.

Aufklärung aus mehreren Perspektiven

Insgesamt ist mir wichtig, Aufklärung aus mehreren Perspektiven anzubieten – von Autistinnen und Autisten, von Fachleuten und von Eltern. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine gelungene Aufklärung immer aus diesen verschiedenen Sichtweisen erfolgen muss und jeder seine jeweilige Kompetenz einbringen sollte. Das schreibe ich in meinen Büchern, plädiere in den Kursen dafür und schicke es bei jeder Veranstaltung voraus.

Es gibt viele engagierte Menschen in allen diesen Bereichen, die gemeinsam dazu beitragen können, das Verständnis für Autistinnen, Autisten und deren Familien weiter zu vergrößern und die Rahmenbedingungen für ein gelungenes miteinander nachhaltig zu verbessern. „Ellas Blog“ ist nur ein Teil in dieser großen und vielfältigen Landschaft an Aufklärungsangeboten.

Die Bücher zu „Ellas Blog“ und die Lesereisen

Nach zwei Jahren Bloggen war es soweit, dass ich 2016 das Blog als Buch herausbrachte. „Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst“ war mir eine echte Herzensangelegenheit.
Zwei Jahre später folgte 2018 das Buch „Autistische Kinder brauchen aufgeklärte Eltern“. Mit diesem zweiten Buch hoffte ich, das zu veröffentlichen, was ich mir selbst als Mutter eines kleinen autistischen Jungen etwa 15 Jahre zuvor gewünscht hätte, ein Praxisbuch zum Thema mit viel Wissen und Alltagserfahrung. Ich hoffe sehr, dass es vielen Familien helfen kann.

Sehr gerne war ich fast vier Jahre lang zu Lesereisen unterwegs, erzählte aus Blog und Büchern und kam mit vielen sehr lieben Menschen ins Gespräch. Es war eine tolle, intensive Zeit, die aber auch viel Organisation und Unterstützung zuhause erforderte. Anfang letzten Jahres war es soweit, dass ich dieses Angebot leider nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Lediglich in meiner ehrenamtlichen Arbeit im Nürnberger Land bin ich hin und wieder noch unterwegs, aber für ausgedehntere Reisen für „Ellas Blog“ reichen die Ressourcen zur Zeit leider nicht aus.
Allerdings brachte mich das auf eine neue Idee…

… das Entwickeln von intensiveren Online-Angeboten

Denn nicht nur ich habe das Problem, Auswärtstermine nur schwer organisieren zu können, sondern auch meine Leserinnen und Leser, die pflegeintensive Kinder haben oder z.B. alleinerziehend sind, können selten Veranstaltungen außer Haus wahrnehmen. So beschloss ich, mehr Online-Angebote zu schaffen und dami zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen (rw).
Als erstes intensivierte ich meine Aktivitäten mit meinem Newsletter, der bis vor etwa einem Jahr eher dahindümpelte. Inzwischen versorge ich meine Abonnenten regelmäßig mit den aktuellsten Informationen, Beiträgen, Linktipps und vielem mehr.
Danach erstellte ich den ersten Onlinekurs, das „Starterkit Autismus Grundwissen“. Es war mir von Anfang an wichtig, dass dieses Angebot kostenlos ist, damit wirklich jeder, der sich darüber informieren möchte, die Möglichkeit hat. Und der Kurs wird richtig gut angenommen. Darüber freue ich mich sehr.
Und seit Beginn dieses Jahres ist nun auch der „Onlinekurs Autismus und Schule“ verfügbar. Wegen der laufenden Kosten für so eine Kursplattform und der vielen Stunden, die ich dafür investiert habe, berechne ich für diesen Kurs einen für Fortbildungsangebote diesen Umfangs relativ geringen Beitrag.

vom Hobby zum Beruf

Damit sind wir auch beim Thema angelangt, dass sich „Ellas Blog“ mit der Zeit zu einem kleinen Unternehmen entwickelt hat. Von ein paar Stunden in der Woche am Anfang hat sich mein Zeitkontingent für den Blog mehrmals vervielfacht. Und um die vielfältigen Angebote und Services zur Verfügung stellen zu können und alle Datenschutzanforderungen zu erfüllen, braucht es einen gewissen finanziellen Aufwand.
Vor allem das Thema Datenschutz hat mich und viele andere Blogger und Webseitenbetreiber wegen der DSGVO im letzten Jahr den letzten Nerv gekostet. Nicht wenige haben ihre Seiten gelöscht, weil vor allem Einzelpersonen, Einzelunternehmer und Personen, die ehrenamtlich eine Webseite betreiben, mit den vielen Bestimmungen und deren Umsetzung alleine gelassen wurden.
Mit den Sozialen Medien, v.a. Facebook & Co. ist es immer noch schwierig, was den Datenschutz betrifft. Daher bin ich froh, dass sehr viele meiner sog. Follower bereits den Newsletter abonniert haben, weil dieser auch im Fall der Fälle, dass ich mich aus datenschutzrechtlichen Gründen von Social Media verabschieden sollte, erhalten bleibt.

Ein neues Angebot steht in den Startlöchern…

Ja, das verrate ich Euch auch im Laufe der Jubiläumswoche. Es gibt nämlich demnächst ein weiteres Angebot, über das sich einige von Euch sicher freuen werden. Aber das verrate ich Euch heute noch nicht.

Dafür gibt es aber noch…

… ein großes Dankeschön an Euch!

Niklas beim Haareschnuppern

Ohne Euch, das treue Lesen, das Besuchen meiner Veranstaltungen, das Kaufen meiner Bücher, das Buchen der Onlinekurse und die vielen Mails, die Ihr täglich an mich schickt, und und und wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Und so muss ich mich manchmal selbst zwicken, weil ich es nicht glauben kann, was hier durch uns alle entstanden ist. Und ich bin dankbar dafür, dass ich das tun darf, was ich mir schon als kleines Kind erträumt hatte: Schreiben, schreiben, schreiben.
Dass es vor allem ein Blog mit allem, was daran hängt, sein würde, hatte ich mir natürlich nicht vorstellen können. Aber nun ist es so – und es ist gut so!

Den größten Anteil hat natürlich Niklas daran, denn der ist wirklich der Knaller! Und nicht mehr wegzudenken! Und einfach unverwechselbar! Und großartig so, wie er ist.

Danke fürs Lesen.
Von Herzen alles Gute für Euch und Eure Familien,

Silke alias Ella

Und nicht vergessen: das Gewinnspiel der Jubiläumswoche läuft noch. Wenn Du teilnehmen möchtest, bitte HIER ENTLANG.

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