25 Tipps für die Kommunikation mit Autistinnen und Autisten

Kommunikation ist ein zentrales Thema für alle Menschen.

Kommunikation ist ein besonders wichtiges Thema für Autistinnen und Autisten.

Die besondere und andere Art der Informationsverarbeitung von Autistinnen und Autisten wirkt sich auch auf die Kommunikation aus:

  • auf das Verständnis von Sprache, weil sie oft wörtlich verstanden wird, losgelöst von anderen Ebenen wie Körpersprache, Tonlage und Metaphern
  • auf das Verwenden von Verbalsprache, so dass manche Autistinnen sie gar nicht verwenden, andere besonders bewusst und ausgewählt und wieder andere echolalisch oder unauffällig oder nur situativ
  • auf den Einsatz alternativer Kommunikationsmethoden wie Talkern, Buchstabentafeln, Bildkarten oder Gebärden
  • auf die Fähigkeit nonverbale Kommunikationsbotschaften entschlüsseln zu können

Gelingende Kommunikation ist äußerst wichtig,

  • um Bedürfnisse, Freude, Wünsche, Ängste, Sorgen, Pläne und Gefühle mitteilen zu können.
  • um Missverständnisse auszuräumen oder im besten Fall gar nicht erst aufkommen zu lassen.
  • für ein gelingendes Miteinander und gerade im Bereich Autismus, um Overloads und Meltdowns vorzubeugen.

Ganz gleich, auf welche Art und Weise eine Autistin oder ein Autist kommuniziert, ob sie oder er spricht oder nicht spricht, zeitweise mutistisch ist, ein Gymnasium oder eine Förderschule besucht –
es gibt ein paar Rahmenbedingungen, mit denen alle Beteiligten zu einer gelingenden Kommunikation beitragen können:

 

1) Abläufe und Aufforderungen visualisieren (auch bei „Sprechern“, schafft Sicherheit)

2) klare Sprache verwenden, keine Floskeln, Metaphern, Redewendungen, keine Ironie

3) nicht automatisch davon ausgehen, dass sprechende AutistInnen alles verstehen

4) Zusammenhänge verdeutlichen (ggf. nachfragen und sich vergewissern)

5) Entschleunigen, Zeit geben, Antworten geduldig abwarten (innerlich bis zehn zählen)

6) Hintergrundgeräusche minimieren

7) nicht durcheinander sprechen

8) Übergänge bewusst gestalten und erklären, Themen nicht zu schnell wechseln

9) bei wichtigen Themen eine vertraute Umgebung wählen

10) sich regelmäßig vergewissern, ob Zusammenhänge und Inhalte verstanden wurden

11) nicht von eigenen Gewohnheiten ausgehen, Erwartungshaltung anpassen

12) aufmerksam für Echolalien und Floskeln sein, die nicht in den Zusammenhang gehören

13) einen für alle angenehmen Körperabstand einhalten

14) Stimming akzeptieren, weil es der Konzentration und dem Ausfiltern störender Reize dienen kann

15) wichtige Botschaften nicht über Mimik und/oder Körpersprache transportieren

16) beim Auftreten von mutistischen Phasen Pausen einlegen oder den Raum wechseln, die Situation verändern und/oder Personen austauschen

17) für angenehmes Licht sorgen

18) das Ende eines Gesprächs aktiv anbieten (nicht auf Smalltalk oder Floskeln warten)

19) nach Möglichkeit vorher ankündigen, wie lange ein Gespräch dauert und wer teilnimmt

20) das Thema eines Gesprächs abgrenzen

21) Teilnehmer an Gruppengesprächen vorher mitteilen, Gruppen möglichst klein halten

22) kein Smalltalk als Pausenfüller

23) späteren Zeitpunkt und schriftliche Kommunikation anbieten, wenn ein Gespräch ins Stocken gerät, aber wichtig ist

24) Wahlmöglichkeiten für Entscheidungen visualisieren

25) nicht Körpersprache und Mimik des Autisten interpretieren, sondern das Gesprochene für sich sehen und verstehen

 

In der Bibliothek hier auf Ellas Blog findet Ihr die Tipps als Handout zum Download, zum Beispiel als Gedächtnisstütze für Euch selbst oder gerne auch zum Weitergeben.

 

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