vom Trösten

Ein Kind trösten zu dürfen, ist etwas Schönes. Das nachlassende Schluchzen und das Sich-Anschmiegen, das Ruhiger-werden. Natürlich meine ich damit Situationen, die nicht so tragisch sind, in denen es sich um einen blauen Fleck, eine Schramme oder eine verpasste Fernsehsendung handelt.

Wie fühlt es sich an, wenn das Kind sich nicht trösten lassen will?

Das bekam ich in den ersten zehn Jahren mit Niklas oft zu spüren, denn er schluchzte dann alleine vor sich hin und ich konnte auch nicht wirklich einschätzen, wie schlimm dasjenige ist, das ihn so traurig macht. Niemand durfte zu ihm, man sollte auf Abstand bleiben und ich hatte oft das Gefühl, dass ich ihm so gern helfen möchte, aber es nicht darf. Es dauerte eine Weile bis ich das begriff, aber dann respektierte ich es selbstverständlich und tröstete ihn gedanklich mit etwas Abstand, blieb in dem Radius, den er auch als angenehm empfand.

Wenn du das kennst und möglicherweise traurig darüber bist, dass diese tröstende Nähe zu deinem Kind nicht möglich ist, dann habe ich einen kleinen Lichtblick parat.

teddy-1113120_960_720Seit Niklas in der Pubertät ist, hat sich das nach und nach gewandelt. Er sucht immer häufiger meine Nähe und möchte getröstet werden, wenn er traurig ist. Inzwischen haben wir ein so inniges Verhältnis und so eine Nähe zueinander aufgebaut, wie nie zuvor. Wie so oft, brauchte es einfach Zeit, ohne Drängen und Bedrängen.

Und auch umgekehrt ist er sehr aufmerksam, wenn ich traurig bin oder gar weine. Meistens irritiert es ihn und ich soll sofort aufhören. Es kommt dann die Gebärde für „Stop“ oder „Schluss mit Weinen“.
Sein Trösten sieht zwar nicht so aus, dass er mich umarmt, aber ich merke, wie er sich dann zurücknimmt, Rücksicht übt und wenn er mir seine Füße auf den Schoß legt, damit ich sie kneten und kraulen „darf“, dann ist das seine Art, mir seine Nähe zu schenken und Trost zuzusprechen 🙂

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„Wer Trost spendet, pflanzt Blumen, die erst später blühen.“ (Thomas Holtbernd)

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