Schlaf, Kindlein, schlaf – Autismus und Melatonin

schlafen2Ein Thema, das sicher viele Familien mit autistischen Kindern betrifft, ist das besondere Schlafverhalten, bzw. das Nicht-Schlafen.

Niklas machte niemals auch nur einen Mittagsschlaf, er schläft bis heute nicht zuverlässig durch. Bis er vier Jahre alt war, gab es nur die Möglichkeit abzuwarten, bis er doch mal vor Erschöpfung die Augen schloss. Wann das war, war nicht vorherzusehen und auch nicht wie lange er dann schlafen würde.

Man wird sehr dünnhäutig mit dauerndem Schlafentzug (da erzähle ich sicher nichts Neues) und ich reagierte zunehmend gereizt auf Mütter, die sich darüber beklagten, dass ihre Kinder jetzt mit drei Jahren mittags nicht mehr schlafen oder nachts gelegentlich aufwachen. Sicher ist dies aus der Situation der jeweiligen Familie verständlich, aber sehr unschön wird es, wenn ich auf Nachfrage erzählte, wie sich das Schlafverhalten bei uns gestaltet und ich mir mit fetten Ringen unter den Augen immer und immer wieder von denselben Müttern anhören musste, wie entsetzlich es doch ist, dass die Kinder mittags nicht mehr Ruhe geben. Vielleicht kennt Ihr das.

Eine große Hilfe kam dann mit Melatonin in unser Leben. Irgendwo schnappte ich auf, dass manchen Menschen – und Autisten besonders oft – dieses Hormon, das den Kick zum Einschlafen gibt und den Tag-Nacht-Rhythmus steuert, fehlt. Nach ausführlichen Recherchen entschieden wir, die Gabe von Melatonin verantworten zu können und der Versuch startete sofort erfolgreich. Niklas schlief ein, ganz normal. Er schlief zwar nicht durch und das auch bis heute mit 16 Jahren nicht zuverlässig, aber es gab ab sofort einen Zeitpunkt am Abend, an dem wir uns darauf verlassen konnten, dass ein Stück Normalität in den Tag-Nacht-Rhythmus eintrat. Ein Stück Lebensqualität für alle: weniger verzweifelte Erschöpfung bei Niklas vor Übermüdung-und-doch-nicht-schlafen-können und die Sicherheit einer kleinen Ruhe-Oase für den Rest der Familie.

Wie gesagt, bedeutet das Einschlafen mit Melatonin nicht, dass damit auch durchgeschlafen wird. Das Kind schläft nicht tiefer oder länger, es schläft möglicherweise nur besser ein.
Für uns bedeutet das auch heute immer noch, dass Nächte regelmäßig schon ab 2 Uhr nachts zu Ende sein können. Dann ist einer von uns Eltern gefordert, weil Niklas nicht unbeaufsichtigt durchs Haus tigern kann. So ein schlafender Tiger wäre mir da manchmal durchaus lieber.

tiger
Einen kleinen Trost für Eltern, denen es mit kleinen Kindern momentan auch noch so geht, habe ich aber trotzdem: die kurzen Nächte sind deutlich seltener geworden, bei uns noch etwa ein bis zwei Mal pro Woche. 😉

Noch einmal zurück zum Thema Melatonin: Eine Empfehlung möchte ich nicht aussprechen, jeder sollte selbst abwägen, ob der Versuch den Tag-Nacht-Rhythmus mit Hilfe von Melatonin zu regeln angezeigt ist. Ich kenne viele Kinder, bei denen Melatonin gut wirkt, aber auch viele, bei denen keine Wirkung erkennbar ist. Der Wikipedia-Artikel über Melatonin ist gut und informativ, macht Euch am besten selbst ein Bild.

Mir sind auch Familien bekannt, bei denen sich die Eltern in jeder Nacht abwechseln, weil sich kein normaler Rhythmus einstellt und die Kinder nicht unbeaufsichtigt sein können.
In Nächten, in denen wir durchs Haus marschieren, denke ich oft an diese Familien, die das seit Jahrzehnten nahezu jede Nacht haben und – so blöd das klingt – dann lässt es sich für mich ein bisschen besser durchstehen.

Ich werde oft nach Bezugsquellen für das Melatonin gefragt: etwas aufwändig und teuer ist der Bezug per internationalem Rezept in der Apotheke (ich weiß nicht, ob es inzwischen leichter geworden ist, gehe aber davon aus, dass es in Deutschland immer noch verschreibungspflichtig ist). Man kann auch im Internet bestellen, dabei muss man aber aufpassen, dass man keine Mischpräparate wählt. Wir lassen uns reines Melatonin regelmäßig von Freunden, Bekannten oder Familie aus USA, Kanada oder den Niederlanden mitbringen. Dort steht es als Nahrungsergänzungsmittel neben den Vitamin-C-Tabletten in der Drogerie.

Es kann übrigens auch bei einem Jetlag helfen und soll bei regelmäßiger Einnahme schön machen und besonders jung halten – nein, ich habe es noch nicht ausprobiert. 🙂

***

Zum Weiterlesen:

Wie geht man mit Schlafdefizit um? Interview mit dem Schlafforscher Dr. Weeß

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25 comments

  • Anika

    Kommentar meines Sohnes auf die Frage, warum er nicht einfach die Augen zu macht und so vielleicht zur Ruhe kommen kann: „Nee, das geht nicht. Ich muss warten, bis die Augen von alleine zugehen“.

    Hinzukommt, dass auch heute noch (mit fast 14) ein Nachtlicht brennen MUSS.

    Mittlerweile ist das i pad die Einschlafhilfe. Er guckt im Bett noch einen (oder zwei oder drei oder…..) Videos. Sagt, dass er damit runterkommt und das einfach zum Einschlafen BRAUCHt! Jetzt hat unser KJP uns erklärt, dass das blaue Licht des i pad wachhält und man auf das gelbe Licht einstellen soll, ab einer bestimmten Uhrzeit (geht in den Einstellungen). Durchschlafen tut er, aber das mit dem ins Bett gehen und einschlafen müssen, weil am nächsten Tag um 6 der Wecker klingelt…..

    Im übrigen hat Sohnemann bereits mit 4 Monaten den zweiten Mittagsschlaf verweigert. Mit 6 Monaten war gar nicht mehr an Mittagsschlaf zu denken. Bettgehzeit war dennoch nicht vor 22.00 Uhr und ich habe einige Nächte ab 3.00 spielendmit meinem hellwachen Kind im Kinderzimmer gesessen.

    Anekdote am Rande: Kommentar der Schwiegermutter: Du musst einfach nur Konsequent sein und ihn hinlegen und schreien lassen, irgendwann muss er doch dann mal einschlafen (ich denke, du kennst auch das Buch: jedes Kind kann schlafen lernen!?). Meine Konseuqenz war dann, dass ich Schwiegermütterlein gerufen habe, als ich wieder mal im Wäscheberg stand und völlig verzweifelt war, weil Kind nun mal nicht schlafen wollte. Schwiegermutter kam, nahm den Bengel, legte ihn in sein Bett und kam zu mir ins Wohnzimmer. Nach zwei Minuten hielt sie es nicht mehr aus, nahm Söhnchen aus dem Bett, kam ins Wohnzimmer, legte diesen 48 cm kleinen Wurm zwischen ihre warmen, behaglichen großen Großmutterbrüste und Kind schlief. Aufgestanden, ins Bett gelegt und das Spiel ging von vorne los. Nach dem dritten Mal, nahm sie ihn, legte ihn wieder an seinen Lieblingskuschelplatz ( ja genau zwischen Großmutters große weiche…….) setzte sich zu mir, ließ ihn dort schlafen und meinte zu mir: dat Kind braucht ne kleine Sau im Bett. Der kann nicht ohne. (Sie kommt aus Norddeutschland vom Bauernhof, das mit der Sau ist nicht wörtlich zu verstehen). Soviel zu Konsequenz.

    Letztendendes habe ich ihn bis zum 3 LJ fest im Tragetuch eingewickelt den ganzen Tag getragen, sogar gestillt, denn irgendwann fand dann Selbstbedienung statt. Hmmm und ja, das mit dem Stillen wäre dann noch ein anderes Thema. Ist auch sehr schön, weil ja auch hier sich die Gemüter gerne erhitzen.

    • fischer

      Ich habe schon von Baby an gewußt das bei meinem Sohn was nicht stimmt. Nur helfen könnte mir hier keiner. Er ist jetzt 8 und wir haben seit August die Diagnose autismus Spektrums Störung. Dieser Block hilft mir vieles zu verstehen auch rückblickend. Danke dafür das es ihn gibt.
      Zu dem Thema schlafen, mein Zwerg hat schon als Baby kaum am Tage geschlafen. Er war irgendwie immer wach. Und Mittagsschlaf was ist das? Nachts hat er schon immer sehr aktiv geschlafen und wenig. Momentan noch weniger als sonst. Hin und wieder läuft er auch einfach los. Ich bin alleinerziehende Mama, was das heißt bzw. Bedeutet kann man sich ja dann vorstellen. Umso dankbarer bin ich für diesen Block. Wir ziehen jetzt auch in eine neue Stadt wo es passende Hilfe und vielleicht sogar eine passende schule gibt für ihn/ uns. Vielleicht wird dann einiges einfacher. DANKE nochmal.

    • Silke

      Hallo, ich danke Dir sehr für Deinen Kommentar und freue mich, dass der Blog Dir hilft – wenn das der Fall ist, ist es optimal 🙂 Dir und Deinem Sohn wünsche ich alles alles Gute für den Neustart in einer anderen Stadt, LG Silke alias Ella 🙂

    • Silke

      Liebe Anika, vielen Dank für den Einblick in Euer Tragetuch-Bauernhof-Einschlaf-Ritual-Leben 🙂
      Freut mich, dass Du Deine Erfahrung mit uns teilst, LG Silke alias Ella

  • Danke, das passt grade gut- mein Mann sitzt im Flieger in die USA ^^
    Wir werden es mal ausprobieren, denn mein Großer schläft einfach nicht unter 2 Stunden ein, So lange wälzt er sich… aber wir können ihn ja nicht schon um 18.30 ins Bett stecken, damit er um 20.30 endlich schläft… (er ist 11….)

    Liebe Grüße
    Katha

  • Zarinka

    Betrifft dieses besondere Schlafverhalten denn vorwiegend nur autistische Kinder?

    Von meinen beiden Kindern ist der eine zwar Autist (Aperger), das jüngste ist es jedoch definitiv nicht. Und dennoch hatten beide von Anfang an ein etwa gleiches Schlafverhalten.

    Zwar schlief mein A Kind auch schon mal an manchen Tagen um die Mittagszeit, jedoch wehe wenn es dann zu lange geschlafen hatte und wieder wach wurde.

    Das waren dann stets sehr unangenehme Augenblicke…da es nämlich erst einmal für eine ganze Weile völlig durcheinander und sehr sehr schlecht gelaunt war. (Und dies hat sich bis heute nicht geändert.)

    Bei meinem jüngsten Kind war dies jedoch nie der Fall…es war sofort nach dem Aufwachen immer gut drauf und bester Laune. Und daran hat sich bis heute nichts geändert.

    Unsere beiden Kindern haben (als sie noch Kleinkind waren) sehr lange Zeit zusammen mit uns in einem Zimmer geschlafen. So konnten wir alle insgesamt (zumindest etwas) ein wenig besser zur Ruhe kommen.

    Da ich zur damaligen Zeit (und nicht nur mein Mann) ja selbst auch noch berufstätig war, gab es sehr oft Zeiten wo ich selbst manchmal abends überhaupt nicht zu Bett gekommen bin…und somit oft dann ohne Schlaf gehabt zu haben, im Anschluss direkt zur Arbeit gefahren bin. (Beginn meiner Arbeitszeit war eigentlich um 6 Uhr in der Frühe…so ging ich dann in diesen Zeiten jedoch schon um 4 Uhr zur Arbeit.)

    War das eine Kind endlich mal eingeschlafen, wurde kurze Zeit darauf das andere wach…und so wechselte sich das oft fast stündlich ab…das eine Kind schlief wieder ein, und das andere wurde dann dafür wieder wach.
    Das konnte manchmal so gar Wochen lang so gehen.

    Und ja, dieser ständige Schlafentzug zerrt wirklich sehr an den Nerven.

    Auch ich selbst schlafe noch heute nicht immer durch…dennoch komme ich damit heute etwas besser klar. Damals jedoch war es für uns alle eine ziemlich harte Zeit.

    Schön dass es da heutzutage ein Mittel gibt welches (bei einigen Menschen) zumindest ein wenig den Tag-Nacht-Rhythmus ins „Gleichgewicht“ zu bringen scheint.

    • Silke

      Liebe Zarinka, auch Dir herzlichen Dank für Deine Erfahrungen. Zu Deiner Eingangsfrage: bestimmt betrifft dieses Problem nicht nur Autisten, aber ich höre es verstärkt aus dieser Richtung, daher habe ich das Thema aufgegriffen. Ganz liebe Grüße, Silke alias Ella

  • raga

    gehe mit dir ella!
    für uns auch die einzige Möglichkeit dass Sohnemann sich nicht ewig hin und her wälzt, sondern einschlafen kann..Ist auch nicht immer gleich, aber wenn nicht etwas spezielles war oder am folgetag etwas ansteht, dann in der Regel wirklich super! Wir haben nun auch seit ein paar Jahren Melatonin und wenn ich früher davon gewusst hätte, dann bestimmt schon vorher versucht!
    Mein Sohn wird bald 14 Jahre, mit durchschlafen ist meistens gut, und wenn er erwacht, dann findet er in der Regel den rank wieder, ausser wenn es gegen morgens zugeht oder er nicht in meinem bett schläft..
    Ach ella: hast du irgendwo auch einen Artikel zu Körper Hygiene (selbstständig duschen etc)?
    Alles Gute euch allen <3

    • Silke

      Das freut mich, dass Melatonin Deinem Sohn hilft.
      Nein, bisher gibt es keinen „Hygiene-Dusch-Artikel“, aber ich werde das auf meine To-Do-Liste aufnehmen, danke für den Tipp 🙂

  • Alessia

    Ich bin erwachsene Autistin (Asperger) und kenne das leider auch immer noch zu gut. Etwa 1-2 Mal die Woche, besonders oft bei Vollmond wache ich etwa um 2 Uhr auf und kann dann nicht mehr oder nur noch kurz wieder einschlafen. Das zehrt wirklich sehr an den Kräften und den Nerven. (auch an denen meiner Familie) und ist besonders lästig weil es mit schöner Regelmäßigkeit dann auftritt, wenn ich am nächsten Morgen um 6 aufstehen muss (obwohl mein Dienstplan dies nur an EINEM Tag in der Woche vorsieht). Ich versuche es oft mit Musik, oder lesen oder Meditationsübungen, was aber auch nicht immer funktioniert, besonders wenn man dann sich selbst noch mehr fertig macht so von wegen DU MUSST JETZT SCHLAFEN IN VIER STUNDEN KLINGET DOCH DER WECKER. -. – Ich werde mal das Melatonin googlen, vielleicht könnte mir das ja auch helfen!

    Außerdem habe ich mir einen neuen Rost und eine neue Matraze für mein Bett bestellt, die so verspricht die Produktbeschreibung, die kleinsten Körperbewegungen an den Körper zurückgeben und somit das Raum/Lage Empfinden und das Empfinden für die eigenen Körpergrenzen verbessern soll und damit für mehr/bessere Entspannung sorgen soll. Noch ist beides nicht eingetroffen, aber ich hoffe dass auch das etwas helfen wird.

    Ich wünsche allen schlaflosen Autisten und Angehörigen alles Gute, es ist zumindest beruhigend zu wissen, dass man nicht alleine ist.

    • Silke

      Liebe Alessia, vielen herzlichen Dank, dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Du als Autistin kannst es nochmal viel authentischer beschreiben, was da in Dir vorgeht. Ich wünsche Dir geruhsame Nächte mit dem neuen Bett, LG Silke alias Ella 🙂

  • Stine

    Ich kann den Versuch mit Melatonin nur empfehlen. Meiner Meinung nach bewirkt das Hormon jedoch absolut auch eine Verbesserung der Schlafqualität. Meine Tochter ist jetzt 21, sie hat seit sie ca. 12 Monate alt war massive Pavor Nocturnus Attacken – sie schreit dann panisch, schlägt um sich, wirkt teilweise hellwach, ist aber nicht weckbar und am nächsten Tag weiss sie von nichts mehr. Sie hat eine Asperger Diagnose, schon von Geburt an zeigte sie deutliche Anzeichen. Das Melatonin bekommen wir vom Arzt verschrieben, zahlen müssen wir es allerdings selbst. Es verhilft meiner Tochter wirklich zu einem besseren Tag-Nachtrythmus und sie wacht nicht mehr so panisch auf, wie ohne. Ich habe das Gefühl, es hilft im Ganzen, den Szresspegel etwas zu senken.

    • Silke

      Liebe Stine, das ist toll zu hören, dass das Melatonin bei Euch in mehrfacher Hinsicht Verbesserungen erzielt. Alles Gute weiterhin, Silke 🙂

  • Dorothee

    Hallo, uns wurde Melatonin vom Schlaflabor einer Kinderklinik verschrieben. Leider hat es nicht gewirkt und ich war total verzweifelt, da es für mich die „letzte Rettung“ war.
    Mein Sohn war zu dem Zeitpunkt 9 Jahre und hat bis dahin noch keine Nacht „normal“ geschlafen. Monate später habe ich es wieder ausprobiert, ebenfalls erfolglos. Dann habe ich ihm irgendwann das Melatonin gegeben und ihn wieder zu mir mit ins Bett genommen. Und er hat geschlafen! Jetzt ist er 14 und schläft mit Melatonin seit ca. 7 Monaten alleine in seinem Zimmer.

    • Silke

      Danke, liebe Dorothee, für das Mitteilen Deiner Erfahrung. Das macht manchen Eltern sicherlich Mut, es auch öfter zu versuchen. LG Silke

  • Anna

    Liebe Silke, meiner Tochter hilft Melatonin auch, es brauchte aber ewig bis ich auf Melatonin kam, 8 Jahre, allein mit Firma und dem autistischen Kind, vom Vater nur hetzende Kommentare, dass ich das eigenmächtig ohne Arzt verordnen würde, ER hätte sich erkundigt, da gäbe es auch harmlose Päparate auf pflanzlicher Basis (ich glaube, es gab nichts, was ich bis dahin noch nicht probiert habe)…. Wenn sie alle 2 Wochen ein Mal bei ihm schläft, muss ich mir am nächsten Tag anhören (oder sollte ich ihn bemitleiden?) dass sie so schlecht schlief und daher darf sie auch nicht bei seinem jüngeren Kind schlafen, unsere (schlechte) Tochter könne ja ihre (gute) Tochter wecken…. Alleine schlafen in einer solchen Atmosphäre ist nicht einfach, aber ich bin so angewiesen auf diese wenigen Stunden, dass ich dennoch ihre Zeit bei ihm unterstütze. Und er kann sich dann im Gegensatz zu mir 13 Nächte regenierieren, seine Arbeit fordert ihn (zumindest zeitlich) auch weniger. Und da gibt es hinter ihm jemanden für den Haushalt im Gegensatz zu unserem Leben, wo Kind, Firma, Haushalt alleine an mir hängen. Übrigens bekam meine Tochter Autismus (noch) nicht diagnostiziert sondern (nur) ein heftiges ADS, – warum? Weil er (!) die Fragebögen entsprechend ausfüllte 🙂 Unsere Tochter Autistin – niemals und in seiner Starrheit entdecke ich auch in ihm einen nicht anders könnenden Autisten.

    • Silke

      Liebe Anna, natürlich musst Du auch mal schlafen dürfen, sonst sind Deine Akkus bald leer. Ich kenne Dich und Deine Familie nicht, aber ich denke, dass Du Dich für die Gabe des Melatonins nicht rechtfertigen musst. Wenn es Deinem Sohn hilft, dann ist das ein Zeichen dafür, dass er es braucht, sonst würde es keinerlei Wirkung zeigen.
      Es klingt sehr aufreibend, mit was Du Dich gedanklich herumplagst, daher wünsche ich Dir eine möglichst friedliche, glückliche Zukunft, herzlich Silke alias Ella 🙂

  • Ilka Berghoff

    Hallo Zusammen!
    Unser Sohn,9 Jahren alt und frühkindlich autistisch hat auch ein immenses Einschlafproblem. Mit Melatoningaben versuchen wir es auch.
    Wie hoch dosiert ihr denn? Die CircadinTabletten haben 2 mg…..
    Danke Ilka

  • Liebe Silke alias Ella,
    danke für Deinen Bericht. Er hat mich auf Melatonin gebracht. Mein Sohn wird jetzt sogar müde und hat eine wesentlich verkürzte Einschlafzeit mit Melatonin! 🙂 Und es beeinflusst nicht nur die Einschlafzeit positiv!

    Das hat mich veranlasst, selbst einen Artikel auf meiner Internetseite, mit der ich Impulse für ein glücklicheres Leben geben möchte, zu schreiben. Ich werde dann auch deinen Bericht auf meiner Seite http://www.besee.de verlinken. Mein Artikel über Melatonin kommt in den nächsten Tagen online.

    Danke und <3-liche Grüße Martina von beseeltes Wissen

  • Sabine Schmidt

    Hallo,
    als Antwort auf Ilkas Frage: mein 9jähriger Sohn braucht 5mg, die übliche 2-3 mg Dosierung nützt bei ihm nicht.
    Aber mit 5mg gehts ihm deutlich besser allgemein, achja, und Schlafzimmer abdunkeln ist wichtig!
    Ich bestelle bei wls in den Niederlanden, der Preis pro mg ist günstig.

  • Sabine Schmidt

    Achja, und Melatonin verbessert bei meinem Sohn auch massiv den Tiefschlaf: er liegt nicht mehr kopfunter im Bett, deckt sich nicht mehr auf, fällt nicht mehr aus dem Bett etc.
    Durch den verbesserten Tiefschlaf ist es bei meinem Sohn, bei dem Autismus-Anteile als Komorbidität einer anderen Grunderkrankung (Tourette) vorliegen, so, dass sich die Gesamt-Symptomatik sehr gebessert hat.
    Vor Melatonin hatten wir in ärztlicher Absprache alle möglichen pflanzlichen Mittel auch sehr hochdosiert ausprobiert – ohne Wirkung.
    Seit ca. 6 Monaten nimmt er nun Melatonin – und unser aller Lebensqualität hat sich enorm gesteigert, mein Sohn ist auch viel entspannter, seit er gut schlafen kann 🙂
    Er nimmt das Melatonin ca. 1,5 Stunden vor dem Schlafengehen ein.
    Zu Tablet u.Ä. vor dem Schlafengehen: ist bekanntlich kontraproduktiv für die Schlafwellen des Gehirns, aber ich kenne auch bestens die Situationen wo man kaum drum herum kommt, man ist ja auch nur Mensch und begrenzt belastbar…………. dann wirklich unbedingt das blaue Licht weg! Geht z.B. im Opera Mini Browser mit einer eingebauten Nacht-Funktion.
    Aber am besten Fernsehen und andere Bildschirme vor dem Schlafen vermeiden………

  • Maria

    Unser Sohn schlief, als er so 5 bis 8 Jahre alt war nur von 23.00 bis 3.00, das war`s dann definitiv.
    Dann begannen wir mit Melatonin, 1mg am Abend, also relativ wenig, immer besorgt von Bekannten in den USA im drugstore. Das klappte auf Anhieb sehr gut und die Schlafenszeit dehnte sich auf 10 bis 12 Stunden ohne Unterbrechung. Als M. ca. 17 Jahre alt war, ließen wir das Melatonin weg, der Schlafrhythmus blieb. Heute, mit fast 28 bleibt er an den Wochenenden, an denen er bei uns ist, so lange liegen, bis er unsere Jalousie hochgehen hört. Manchmal hat er dann schon auf seiner Zimmercouch gelegen (sehe ich an den zerdrückten Kissen) und einfach rücksichtsvoll gewartet.
    Also nie aufgeben oder verzweifeln, es gibt immer irgendwann Licht am Ende des Tunnels und Vieles ist möglich, was man sich momentan gar nicht vorstellen kann. Es entwickelt sich IMMER etwas weiter.
    Wir haben M. übrigens nach Ende der Melatoningabe komplett beim Arzt durchchecken lassen und es gab keine Schäden.

  • oktomammie

    Unser schlief zwar als Baby/ kleinkind mittags und bis in den Kindergarten rein. Dennoch durfte dann kein mucks geschehen da er einen leichten schlaf hatte. Heutzutage ist es so das er abends nicht zur Ruhe kommt und eben auch abend seine zwänge hat. Am Wochenende ist es ja wurscht da muss man ja nicht zeitig aufstehen aber an schultagen ist es schon ein alltäglicher kampf ihn zur gewohnten Zeit zum schlafen zu bringen und morgens (schultagen) aus dem Bett zu bekommen. Wir haben uns mal wieder für Melatonin als saft entschieden. Es wirkt zwar schlafanstoßend aber bei uns nur am Anfang der Therapie habe ich so den Eindruck. Dennoch bin ich skeptisch was die dauermedikation des Melatonin angeht. Ich denke mir das dies mit dem vielen tagesreizen zusammenhängt und unsere auties einfach zu viel verarbeitet müssen oder sie haben vor etwas Angst das sie am ein bzw. durchschlafen hindert. Mein Sohn erzählt mir z. B. Manchmal er hat schlecht geträumt. Vielleicht ist es so das unsere auties schlecht träumen und deswegen ständig nachts aufwachen bzw. Sie haben Angst einzuschlafen weil sie meinen es passiere dann etwas ganz schreckliches. Ich vermute nur.

  • Eveline Spiller

    Uns hat das Melatonin sprichwörtlich gerettet. Mein Sohn (Asperger) ist mittlerweile 15, aber vor 4 Jahren hat er plötzlich aufgehört zu schlafen. Ist stundenlang wachgelegen ohne einzuschlafen und ist auch die halbe Nacht im Vorraum auf- und abgetigert. Wir waren alle an unseren Grenzen. Ich habe es mit Homöopathie, Kräutern, Bachblüten etc. versucht- nichts hat geholfen. Bis mich ein Arzt auf das Melatonin brachte Das war ein Segen, da er davon rasch einschlafen kann und auch die Schlafqualität in der Nacht besser wurde. Mir ist aufgefallen, dass letzteres einige Zeit gebraucht hat. Er nimmt es immer noch zu Schulzeiten, am Wochenende und in den Ferien nimmt er es nicht mehr. Wir leben in Österreich, da ist Melatonin ab 2mg rezeptpflichtig. Er nimmt das Präparat Circadin- ich habe es vonder Krankenkasse bewilligen lassenaufgrubd seiner Diagnose und zahle daher nur Rezeptgebühr. Das Präparat ist sonst recht teuer…

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