Mit dem Finger über die Alpen nach Italien reisen

Das Niklas-fast-schon-erwachsen-Womo

Wer diesen Blog regelmäßig verfolgt, weiß, dass wir oft mit unserem WoMo unterwegs sind: Das können Kurztripps sein, aber auch längere Reisen, vor allem nach Skandinavien. Meistens klappt es nach ein paar Eingewöhnungstagen richtig gut, wir sind alle im „Womo-Modus“ und vagabundieren durch die Gegend – normalerweise immer nur einen Tag an einem Ort und dann weiter. Da Niklas immer dieselben vier Wände um sich herum hat, macht es nichts, dass wir herumfahren – für uns hat sich das als optimale Möglichkeite zu reisen herausgestellt.

Kürzlich wollten wir für ein Wochenende ins Altmühltal und die Fränkische Alb fahren (liegt ja bei uns um die Ecke) und es wurde leider zu einer Katastrophe. Niklas tobte, schrie und warf mit allem um sich, was er finden konnte. Dazu gebärdete er „Norwegen“ und „Schiff“.
„Nein, wir machen nur einen kurzen Ausflug. Nach Norwegen fahren wir erst wieder im Sommer“, erklärten wir mehrfach. Aber es half alles nichts – die Panik war groß und wir mussten unseren geplanten Drei-Tage-Kurztripp nach einem Tag abbrechen, weil gar nichts mehr ging.

Das Tolle an Niklas ist, dass wir mit ihm gut sprechen können, wenn die Katastrophen-Situationen vorüber sind. Als er sich zuhause beruhigt hatte, erklärte er uns per Gebärdensprache, dass er auf keinen Fall Schiff fahren wollte. Die Fährüberfahrten sind meistens stressig für ihn, v.a. wegen der Lautsprecherdurchsagen auf dem Schiff, und er konnte nicht richtig einordnen, ob wir nun wirklich zu einem Kurztripp oder doch zu einer längeren Reise aufgebrochen waren. Offenbar hatten wir ihn nicht gründlich genug vorbereitet. Es fehlte ihm an Sicherheit, der Plan war für ihn nicht klar.

Als wir das dann begriffen hatten, überlegten wir, wie solche Situationen in Zukunft zu vermeiden sind und wir werden die Zeitblöcke „Schule – Ferien – Wochenenden“ besser visualisieren. Habt Ihr eine Idee, mit welchen Hilfsmitteln man das am Besten realisieren könnte? Es muss eine Variante sein, die man nicht zerreißen und aufessen kann 🙂

Eine andere Idee haben wir prompt umgesetzt und die möchte ich Euch gerne weitergeben: Wir haben eine sogenannte Relief-Karte gekauft. Das ist eine Karte von Europa, auf der man Berge, Flüsse und Meere fühlen kann. Man fährt mit dem Finger auf der Karte herum und erspürt dabei, wo man bei einer Reise ein Gebirge überqueren muss und wo vielleicht auch eine Fährüberfahrt ansteht, weil ein Meer zwischen zwei Gebieten liegt.
Diese Karte hat sich sofort als Hit herausgestellt. Niklas fährt mit seinem Finger in der Gegend herum und kann inzwischen sofort zeigen, wo Norwegen und Italien sind.
Sehr interessiert wollte er auch erfahren, wo Ägypten ist, denn von dort kommt ein Student, der eine Weile bei uns wohnte. Nun versteht Niklas auch viel besser, dass sein alter Freund erst in ein Flugzeug steigen muss, um über das Mittelmeer zu uns zu kommen, um ihn zu besuchen.

Sicher ist so eine Karte immer noch sehr abstrakt, aber wir haben das Gefühl, dass es die Zusammenhänge besser verdeutlicht und hoffen, dass Niklas in Zukunft nicht mehr so „in der Luft hängen wird“ (rw), wenn wir zu einer kurzen oder auch längeren Reise aufbrechen und er sich vorher auf der Karte ansehen und erspüren kann, wo es hingehen wird.

Ich denke, dass aus der Not heraus eine tolle Idee geboren wurde – vielleicht ist sie ja auch was für Euch 🙂

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