Leserbrief: „… es kommt drauf an, was an Geräuschen noch dazu kommt…“

Liebe Silke, lieber Leserinnen und Leser von „Ellas Blog“,

der Beitrag „Autismus und Misophonie“ gefällt mir richtig gut. Er fasst so gut zusammen, was ich täglich als Autistin erlebe. Ich möchte nur noch eine Kleinigkeit aus eigenem Erleben hinzufügen, weil sie so wichtig ist und andere es vielleicht ebenso empfinden.

Manche Geräusche kann ich durchaus aushalten, obwohl sie tendenziell unangenehm sind. Dann kommt es darauf an, was noch hinzu kommt. Bei manchen Kombinationen ist es dann so schlimm, dass ich keine Chance mehr habe, mich und mein Tun zu kontrollieren.
Dabei kann es sein, dass das Geräusch, das hinzukommt, für sich gesehen kein Problem darstellt, aber eben erst in Kombination. Meine Umwelt versteht dann immer überhaupt nicht, was los ist und es heißt dann: „Das Klimpern des Autoschlüssels hat Dir doch noch nie was ausgemacht.“
Ja, das mag schon sein, aber in Kombination mit der Säge aus dem Nachbarsgarten ist es reine Folter.

Daher, liebe Eltern und Bezugspersonen, denkt bitte immer im großen Ganzen. Es gibt Geräusche und Kombinationen aus Geräuschen und Tönen, die uns möglicherweise aus der Fassung bringen. Wir meinen das nicht böse. Es schmerzt einfach und wir können nichts dafür, wenn wir dann impulsiv reagieren. Es hängt auch immer davon ab, wieviel Kraft noch vorhanden ist nach einem anstrengenden Tag, an dem man vielleicht schon andere Dinge aushalten musste.

Danke für diesen wundervollen Blog,
viele liebe Grüße
Inken

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