Kakaoooo!

„Kakaaaaaaaaooooo!“ tönt es aus Niklas´ Zimmer.

Ich wühle mich aus den Kissen und linse auf den Wecker: 4.30 Uhr. Oh nein.

„Kakakaooooo!“ Das war noch etwas lauter.

Och nee, ich ziehe die Decke über den Kopf und hoffe, dass ein Kakaowunder geschieht und wir noch ein wenig schlafen können.

„Kakakakakakaooooooo!“ das klingt jetzt wie ein brunftiger Elch mit sehr tiefer Stimme.

Ich will es nicht wahr haben, muss aber zugleich grinsen, weil es so schön ist, Niklas´ Stimme zu hören. Kakao gehört zum umfangreichen Wortschatz meines 16jährigen Sohnes, der da lautet: Ja, Mama, Papa, Kakao, Manna (für seine Schwester), Butta (Butter) und Ap-Ap (Apfel). Eigentlich feiern wir immer ein kleines Fest und freuen uns, wenn er parallel zum Gebärden eines seiner Wörter spricht…. denke ich und döse noch ein wenig.

Füßetrappeln und ein elefantentrompetenmäßiges „KAKAAAAAKAKAAAAOO“ reißen mich wieder aus dem Halbschlaf.
Ich springe auf die Füße – bin ich ja geübt drin – meistens irgendwann zwischen 2 und 5 Uhr – und eile Niklas entgegen.
„Hallo, mein Schatz, was machst Du denn schon hier? Es ist noch gaaaanz früh, alle schlafen noch.“
„Kakao“, etwas leiser als zuvor
„Ja gleich, ok? Wir ruhen uns noch ein bisschen aus und dann frühstücken wir.“

Es klappt tatsächlich, dass er sich nochmal hinlegt und ich schlüpfe auch ganz leise unter meine warme Decke. 4.45 Uhr. Bitte, bitte, noch ein bisschen schlafen…nur ein bisschen…..

„Kaaaaaaaaaaaaaaaaaaakaaaaaaaaaaaaaaaaaakao!
Kakakakao!
Kaaaaaaaaaaaaaaakaaaaaaaaaaaaaoooo!“ Das war wieder der Elch. Ein richtiges Elchkonzert!

kakaoIch schrecke hoch – 5.30 Uhr. Immerhin! Puh! Das geht ja. Trotzdem hoffe ich, dass ich noch ein paar Minuten geschenkt bekomme, nur noch ein paar klitzekleine Minütchen.
Dann Füßetrappeln. Ich bin nicht schnell genug, um ihn nochmal abzufangen, und schon steht Niklas an meinem Bett, zieht die Decke weg, beugt sich zu mir runter, sieht mich an, säuselt: „Kakaooo?“ und tippt mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf sein linkes Handgelenk, was so viel heißt wie: „Ist jetzt endlich Zeit für Kakao?“

„Ja, ist gut. Jetzt stehen wir auf“, brummele ich. Der Schulbus kommt zwar erst um 7.15 Uhr und es ist noch viel Zeit, aber ich sehe ein, dass er aufstehen will. Und wenn Niklas aufsteht, dann stehen wir alle auf, so ist dann nun mal.

Eine halbe Stunde später sitzen wir beim Frühstück: Marmeladentoast und Kakao.
Ich lobe Niklas nochmal, wie toll er „Kakao“ sagen kann und wie super er nach der Uhrzeit für´s Frühstück gefragt hat. Er sieht mich an, schiebt den Kakaobecher weg und gebärdet „Wasser“.

Kakao2Aha. Soso. Freundchen. 🙂
Na dann, trinke ich eben selbst den so leidenschaftlich bestellten Kakao und sage: „Oh danke, dann kann ich ja den leckeren Kakao trinken“.
Kurz bevor der Schulbus kommt, schlürfen wir beide zufrieden: Kakao und Wasser. 🙂

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One comment

  • R. Köhler

    Ja, das frühe Aufstehen kenne ich vom Enkel (6J.). Egal wie spät, ob 5:15 oder 6:00 Uhr heißt es: „Opa, aufstehen, spielen.“ Auf die Bitte, dann geh doch in dein Zimmer und spiele, gibt es nur eine Antwort: „Nein, du kommst mit“.
    Und dann gehe ich mit und frage mich, was soll ich hier? Er spielt nämlich gut allein.

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