Ich bin ja sooo kreativ, wenn ich renne! – Wie „Ella“ manchmal Beiträge schreibt

LaptopManchmal erreichen mich Zuschriften, in denen ich gefragt werde, wann ich denn eigentlich die vielen Beiträge schreibe.
Gute Frage – nächste Frage 🙂

Nein – im ernst, manchmal weiß ich selbst nicht, wann ich eigentlich diese oder jene Zeile verfasst habe. Aber einen Plan habe ich schon – einen, an denen ich auch versuche, mich zu halten und meistens – naja manchmal – klappt das auch, vor allem vormittags, wenn ich weitgehend ungestört arbeiten kann.

Es sammeln sich viele Ideen an, dann kommen Zuschriften mit Gastbeiträgen oder Themenvorschlägen von Euch, Interviewpartner wollen betreut und befragt, Mails beantwortet und Lesungen organisiert werden. Da kommt schon einiges zusammen.

Ein Redaktionsplan sieht zum Beispiel so aus:

Redaktionsplan

 

Aber ich wollte Euch ja eigentlich erzählen, warum ich manchmal renne, um kreativ zu sein, ober eher: warum ich manchmal nur kreativ sein kann, während ich renne, oder öhm: warum mir manchmal nichts anderes übrig bleibt, als dann kreativ zu sein, wenn ich renne.
Na, Ihr wisst schon, was ich meine!

Schrank mit SchubladenWenn Niklas zuhause ist, geht kein Weg daran vorbei, dass die Strecken durchs Haus mit ihm gemeinsam zurückgelegt werden: hoch, runter, an den Kühlschrank, unters Sofa, in die Schubladen (also nur die Nase, weil´s da angeblich so gut stinkt), über den Tisch, auf die Indoor-Schaukel, auf den Drehstuhl, vor dem Heizkörper rutschend (das Wasser da drin klingt nämlich so super!), immer öfter aus eigenem Antrieb aufs Klo (Jipiiieh! Also Niklas meine ich natürlich), naja und so weiter.

Solange die Laune dabei gut ist, kann man das alles mitmachen. Solange man ausgeschlafen ist, auch. Aber wehe, wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, dann kann man das nur aushalten, in dem man zwar rennt, aber gedanklich mit etwas befasst ist, das sich in meinem Fall „Kreativität und Schreiben“ nennt.
Immer wieder ertappe ich mich dann dabei, dass meine Finger auf meinen Oberschenkeln trommeln, weil ich innerlich einen Text tippe. Und meine Gedanken schlagen dann Purzelbäume, bewegen Ideen, Titelzeilen und Neuerungen für den Blog hin und her, während mein Hintern mal wieder vor der Waschmaschine hin und herrutscht (die dreht sich nämlich so herrlich schön, aber das Waschmittel gehört nicht mitten in die Wäsche und das muss ich so nebenbei – naja eigentlich hauptberuflich – verhindern).

Manchmal ist dann so viel Neues in meinem Kopf, dass ich Angst habe, die Ideen wieder zu verlieren und ich versuche dann, die Route durchs Haus so zu beeinflussen, dass sie mal kurz am PC vorbeiführt, damit ich ein paar Zeilen auftippen kann.
Oder wenn das nicht geht, huschen meine Augen auf der Suche nach Stift und Zettel hin und her (ist aber die schlechtere Lösung, weil die immer sonstwo landen und hinterher nicht mehr auffindbar sind und gelegentlich sogar aufgegessen werden).

LaptopWenn ich es dann tatsächlich mal an den PC geschafft haben sollte, darf ich mich dabei nicht hinsetzen, sonst gibt´s ein Drama (Mama könnte ja auf die Idee kommen, länger da sitzen zu bleiben) und dann kommt nach spätestens 20 Sekunden die Gebärde „ausmachen“ und nach weiteren fünf Sekunden nochmal „ausmachen“ und dann… naja, Ihr könnte es Euch vorstellen. Ich konzentriere mich immer noch dWaschmaschinearauf, dass ich das Geschriebene auch ja abspeichere, bevor es wieder losgeht Richtung Stinkeschubladen.

So, jetzt wisst Ihr, wie ein Teil meiner Texte geschrieben wird. Frage beantwortet? 😉

Gut, dann bin ich mal wieder unterwegs – zur Waschmaschine, um Schlimmeres zu verhindern – ciao 🙂

***

P.S.: Wenn Ihr Lust habt, noch mehr über mich und die Schreiberei zu erfahren, schaut mal hier entlang zum Interview bei ideas4parents. Da habe ich noch mehr erzählt. 🙂

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6 comments

  • Maike Schulte

    Hallo Silke,
    wie sieht es denn aus, wenn du deine Gedanken ins Handy diktierst / sprichst? Kurz draufgesprochen und dann wieder in der Hosentasche verschwinden lassen. Oder hat Niklas etwas dagegen?
    LG Maike

    • Silke

      Oooooh, Handys sind ziemlich „böse“, denn da könnten ja Töne rauskommen. Aber die Idee ist trotzdem nicht schlecht, vielleicht kann ich mal kurz um die Ecke huschen und …. ich versuch´s mal . Danke 🙂

  • Maike Schulte

    Eine alternative könnte auch ein Diktiergerät sein, das macht keine Töne. 😉

    • Silke

      Ja, das wissen wir beide 😉 Aber der junge Mann traut doch so einem Ding nicht 😉 Ich versuchs mal und gebe wieder Bescheid – danke Dir.

  • Hallo Silke,

    ich möchte dir an dieser Stelle meinen Dank aussprechen. Zum einen, weil ich es bewundernswert finde, dass du dir diese viele Arbeit überhaupt „antust“, obwohl die Pfege deines Sohnes ja an sich schon einem Vollzeitjob gleichkommt.

    Zum anderen hat mich immer beeindruckt, wie wertschätzend und verständnisvoll du über Autisten schreibst, ohne die schwierigen und belastenden Seiten zu verschweigen. Es gibt viele Blogs und Websiten über Autismus, aber diese Gratwanderung (weder übertrieben zu idealisieren noch überrieben zu problematisieren) bekommt nicht jeder hin.

    • Silke

      Dankeschön, es freut mich sehr, dass es so ankommt und Worte wie Deine motivieren dazu, weiterzumachen. LG 🙂

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