Ellas Blog on Tour – der erste Lofotentag am Raftsund und am Muschelstrand

Die Lofoten sind jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes. Die Berge haben hier Gesichter, das Meer erzählt Geschichten und die Strände streicheln die Seele. Klingt pathetisch, vielleicht auch kitschig, aber das ist es, was ich mit diesen Inseln verbinde.

Im Nordosten begrenzt der Raftsund die Lofoten, bildet eine faszinierende Schneise hin zum Festland. Der Sund hat eine magische Anziehungskraft für uns, so dass wir eigentlich immer erst hier abbiegen und ihn entlangfahren, bevor wir auf die Inseln übersetzen.

 

Ziemlich weit am hinteren Ende des Raftsunds liegt Digermulen – ein Ort, den Maler, Schriftsteller und Künstler lieben, weil es so malerisch liegt und das Licht sich hier in ganz besonders schöner Weise bricht.
So lebt hier auch bereits seit 25 Jahren der Hamburger Maler Christian-Ivar Hammerbeck, den wir besuchten. Vor zwei Jahren waren wir schon einmal in seinem Atelier am Raftsund, trafen ihn aber leider nicht persönlich an. Dieses Jahr verabredeten wir uns via Facebook und plauderten ein wenig. Er ist so ein angenehmer und sympathischer Mann und ich bewundere sehr, wie er dort in Digermulen lebt.
Niklas wollte den hügeligen Weg zu seinem Haus nicht laufen, zumal der Wind auch sehr in den Bäumen rauschte, so kam Christian dann zum Womo, um auch Niklas zu begrüßen. Anschließend meinte Niklas per Gebärden, dass das ein „lieber, cooler Maler“ war 🙂

Übrigens wollte Niklas auch gerne mal für ein Foto im Womo posieren und suchte sich dieses Motiv aus:

Straße nach Arnstein, die noch hinter Digermulen an den Rand der Lofoten führt:

Nach unserem Besuch am Raftsund fuhren wir weiter zu unserem „Muschelstrand“ am Grunnforfjorden. Hier ist es vor allem bei Ebbe wunderschön, weil man so weit rauslaufen kann. Ich erinnerte mich daran, wie wir hier vor 12 Jahren waren, als Niklas gerade soeben mit fünf Jahren gelernt hatte, zu laufen. Er stapfte damals durch den Ebbestrand, stopfte sich ab und zu eine Ladung Meeresmatsch in den Mund und war überglücklich, selbst durch die Pfützen platschen zu können. Damals waren auch noch seine Schwester und ihre Freundin mit im Urlaub dabei. Die beiden sammelten unzählige Muscheln an diesem Nachmittag und seitdem ist das bei jedem Urlaub hier oben „unser Muschelstrand“, den wir besuchen.

 

Manchmal bleiben wir nur kurze Augenblicke an Orten, weil Niklas immer weiter will, aber das macht nichts, denn wir speichern innerlich alles so intensiv ab, dass es sich auch zuhause immer wieder abrufen lässt.

 

Unser Nachtlager schlugen wir auf der Insel Gimsøya auf – bei einem kleinen Strand, an dem auch Pferde weiden. Niklas erinnerte sich natürlich sofort daran und freute sich über den Platz. Leider wurde in der Nähe kräftig an einem Haus gearbeitet, die Sägen und das Hämmern waren nicht zu überhören, und so erlebten wir den ersten Meltdown des Urlaubs. Zuhause kommt es leider immer mal wieder vor und auch im Urlaub ist man davor nicht sicher. Schwierig ist es im Womo, weil man dann keine Ausweichmöglichkeiten hat und wie in einem gläsernen Käfig sitzt. Wieder mal musste ich mich über Menschen ärgern, vor allem über diese „Miracoli-Familien“ (wo die Kinder immer brav am Tisch sitzen, wenn die Mama zum Essen ruft), die nichts anderes zu tun haben, als sich die Hälse zu verrenken und zu gaffen. Mal gucken, was denn da los ist, ist sicherlich normal, aber das sensationslüsterne Gehabe macht mich wahnsinnig.
Wir ergriffen die Flucht. Packten nochmal alle Sachen ein, fuhren ein Stück, damit Niklas zur Ruhe kommen konnte und verbrachten dann an einem einsamen Ort am Strand die Nacht.

Mal sehen, was die nächsten Tage und Nächte bringen. Hei, hei, Ihr Lieben. 🙂

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