Dimension

Das Foto habe ich in der Nähe des Nordkapps in Norwegen aufgenommen.

Der Gedanke reifte im Laufe der Jahre…..

 

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2 comments

  • Jana

    … wunderbarer Impuls … mich beschäftigt auch seit Jahren die Frage der sozialen Isolation bzw. meiner subjektiven Auffassung von gefühlter zunehmender „Vereinsamung“ und um der Traurigkeit nicht so viel Raum schenken zu müssen, versuche ich diesbezüglich fortwährend einen Perspektivwechsel…

    Ich habe bei den Sozialpsychologen mal ein Erklärungsmodell von einem Herrn Puls gefunden. Der hat von einem „interaktiven Dilemma der Einsamkeit“ gesprochen. In seiner Theorie bilden sich auch ungewollt unter dem Einfluss von Isolation soziale Verhaltensmuster und Gefühle heraus, die vom allgemeinen gesellschaftlichen Standard abweichen. Das wiederum impliziert, dass „Einsame“ Einstellungen vertreten, die aus der Perspektive der Norm als destruktiv erscheinen können und sie für die Normalen dann auch nicht attraktiv erscheinen lassen.

    Irgendwie erschien mir das total plausibel und ich gab mir nun die Schuld für meine gefühlte Vereinsamung und versuchte für die Normalität noch attraktiver zu sein. Besonders was die aktive Freizeitgestaltung anbelangt (sofern man denn überhaupt eine hat), empfand ich dies als Dilemma. Aus Angst noch die letzten Freunde zu verlieren, verfiel ich also in einen seltsamen Aktionismus. Beim Versuch eine möglichst aktive Freizeitgestaltung aufrecht zu erhalten, zehrten sich jedoch Kraftreserven auf und wurde die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit erreicht. Lustigerweise musste ich obendrein feststellen, dass ich mich dadurch nicht weniger einsam, nur weniger allein fühlte. Die Diskrepanz zwischen meinem und dem Leben der Anderen wurde irgendwie noch größer, weil ich nicht wirklich auftanken konnte und die chronische Erschöpfung zunahm.

    Naja und durch diesen Leidensdruck bin ich auch auf die Frage der Dimension gekommen; Dimension ist ja sowas wie ein Freiheitsgrad und der Raum wird von einem selbst bestimmt. Und mir wurde bewusst, dass ich versucht habe den Radius im gesellschaftlichen Raum so groß wie möglich zu halten, dabei wurde aber mein innerer Raum kleiner und der zum Universum auch.

    Inzwischen kann ich es manchmal schon genießen, Verabredungen nur mit mir selbst zu treffen.

    Mir gelingt es auch zunehmend mich von Menschen, Dingen und Sichtweisen zu lösen, die mir nicht gut tun. Ich mache in freien Stunden fast nur noch Dinge, die mein Herz erfreuen und versuche im Hier und Jetzt zu leben, obwohl die Zukunftsangst wellenartig wohl immer mal anfluten wird.

    Die Kunst liegt wohl auch darin sich nicht mehr nach ´nem anderen Leben zu sehnen. Früher hatte ich mir öfter ein Leben ohne Haftpflichtschäden, ohne schlaflose Nächte, ohne Ängste … gewünscht. Jetzt bin ich dankbar für jede Begegnung, die im Hier und Jetzt passiert, ohne mein konstruiertes Zutun.

    Und ich habe festgestellt, dass die Dimension der inneren Freiheit manchmal schon so groß ist, dass sie die Einsamkeit frisst, weil Dinge einfach passieren können …

    • Silke

      Liebe Jana, das hast Du ganz wundervoll beschrieben. Danke für Deinen Beitrag. ♥

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