Beschreibung, Entstehung, Wahrnehmung

Was ist Autismus?

Autismus beschreibt eine Variante der Entwicklung des Gehirns, die sich besonders in den Bereichen der Wahrnehmung und der Kommunikation zeigt. Aufgenommene Reize und Informationen werden anders verarbeitet als das gemeinhin der Fall ist. Diese Veränderung hat Auswirkungen auf alle Alltagsbereiche.
Man spricht von einem Autismus-Spektrum, das bisher in drei grobe Bereiche gegliedert ist:
–    Frühkindlicher Autismus
–    Atypischer Autismus
–    Asperger-Autismus

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Die Bezeichnungen werden voraussichtlich 2017 im neuen ICD-11  abgeschafft, da die Übergänge fließend sind. Es ist dann die Rede von Autismus-Spektrum-Störung in milder, mittlerer oder schwerer Ausprägung in Hinblick auf
–    soziale Interaktion
–    Kommunikation
–    repetitive Verhaltensweisen
–    fixierte Interessen

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Weiterführende Informationen zur Einordnung der Diagnose im bisherigen ICD-10 und DSM-V

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Wie entsteht Autismus?

Die Ursachen für die Entstehung von Autismus sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es spielen mit Sicherheit mehrere Faktoren eine Rolle. Genetische Einflüsse und wahrscheinlich biologische Abläufe vor, während und nach der Geburt können die Entwicklung des Gehirns beeinflussen und Autismus auslösen. Dabei kommt es zu einer Veränderung der Entwicklung des Nervensystems, wobei die genauen Mechanismen noch nicht erforscht sind.

Autismus entsteht ganz sicher nicht durch Erziehungsfehler oder familiäre Konflikte. Weitere Faktoren werden diskutiert und kontinuierlich erforscht.

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einige Kennzeichen autistischer Wahrnehmung:

Für verschiedene Altersgruppen existieren jeweils Kataloge mit Symptomen, die auf eine mögliche Diagnose im Autismus-Spektrum hindeuten. Diese Symptome sind zunächst wie Warnhinweise zu verstehen und müssen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden, bevor eine gesicherte Diagnose gestellt werden kann. Es muss nicht jedes Symptom auftreten und umgekehrt ist nicht jedes Symptom automatisch ein Hinweis auf Autismus. Für Kleinkinder sind hier zum Beispiel neben weiteren zu nennen: wenig Blickkontakt, kein Zeigen mit dem Finger, keine Rollenspiele und wenig Interesse an Interaktion mit Anderen.

Sinneseindrücke treten zu stark, zu schwach oder verzögert auf
sehen, schmecken, hören, riechen, fühlen

Man spricht manchmal von einem fehlender „Partyfilter“, weil die Eindrücke nicht gefiltert werden können, alles ist gleich laut, gleich hell usw. Das Sich-Konzentrieren auf ein Gespräch wird dann nahezu unmöglich. Das Kind wirkt evtl. wie taub, weil es das Gesprochene nicht filtern kann.

Synästhesie als besondere Form der Wahrnehmung bedeutet, dass sich verschiedene Sinnesbereiche vermischen.
Man schmeckt z.B. etwas Angenehmes oder auch Unangenehmes auf der Zunge, wenn man ein bestimmtes Wort hört.

Mimik und Körpersprache können nicht automatisch gedeutet werden. Das führt zu Missverständnissen.

 

Auf der nächsten Seite wird dieses Thema noch vertieft: veränderte Wahrnehmung führt zu ungewohntem Verhalten

 

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