Autismus und die Feiertage

Wichtel im Baum

Wichtel in unserem Weihnachtsbaum

Die Strategie, die wir am 24.12. gefahren waren, hielten wir auch an den folgenden Tagen so bei, als wir bei Omas und Opas eingeladen waren.
Am 25.12. ging es Niklas zwei Stunden lang gut,am 26.12. vier Stunden und am 27.12., als bei uns zuhause viele Freunde zu Besuch waren, funktionierte es mit open-end prima mit vertrauten Rückzugsbereichen.

Wir reagierten immer sofort, wenn wir merkten, dass die Situationen kippten (rw) und versuchten gar nicht erst, die Besuche noch länger hinauszuzögern. So konnten wir verhindern, dass es sich zu Overloads und Meltdowns hochschaukelte.
Es war mal wieder die Haltung und das Sich-selbst Justieren auf die Situation bezogen, die entscheidend waren. So haderten wir nicht damit, dass wir gerne noch länger geblieben wären, sondern freuten uns über die Zeit, die schön gewesen war.
Immer klappt das natürlich nicht, den Eindruck möchte ich hier gar nicht erst erwecken. Aber in diesem Jahr ging es ganz gut.

Ansonsten sind die Ferien, wie auch sonst, davon geprägt, dass immer einer bei Niklas ist, ihn beschäftigt, beaufsichtigt, sich um ihn kümmert. Da bleibt wenig Raum für etwas anderes. Umso schöner für uns alle, wenn mal Besuch kommt und für Abwechslung sorgt.

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Zwei Leserbriefe erreichten mich an den Feiertagen, die ich Euch in kleinen Auszügen (selbstverständlich mit Erlaubnis) zeigen möchte:

„Liebe Ella,

…. dann kam der erste Feiertag und wir trafen uns mit der Familie. Es klappte eigentlich gut. Mein Mann und ich wechselten uns beim Essen ab, einer lief immer unserer autistischen Tochter hinterher, der andere aß mit den anderen am Tisch. Als alle fertig waren mit Essen, saßen sie bequem auf ihren Stühlen und wir liefen und aßen weiter abwechselnd. Das sind Situationen, die ich nicht verstehe. Warum wechseln sie uns dann nicht ab? Dann, wenn sie doch fertig sind mit Essen? Ist das Ignoranz oder Überforderung? Kann man über eine mögliche Überforderung nicht sprechen, als schweigend und glotzend auf den Stühlen sitzen zu bleiben und uns zuzusehen, wie wir versuchen, die Situation alleine zu händeln? Mich würde interessieren, ob es anderen auch so geht und wie Ihr damit umgeht…..

liebe Grüße, Marianne“

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„Liebe Ella,

das erste Weihnachten seit Langem ohne Meltdown, weil wir Reizüberflutung, viele Menschen und das Knistern von Papier usw. berücksichtigten. Mein Sohn ist fünf Jahre alt, frühkindlicher Autist, spricht nicht, bisher war es immer schrecklich bei solchen Feiern. Seit ich Deinen Blog lese, verstehe ich viel besser, auf was ich achten muss. Danke Dir und auch allen, die ihre Erfahrungen hier teilen. Danke von Herzen.

Alles Liebe, Tessa.“

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Zum Weiterlesen:

Wie wir mit Michel aus Lönneberga durch den Weihnachtsabend kreiselten

Fingerfood und Gedankencrunchy an Weihnachten

 

One comment

  • Dominique Hansel

    Hi…ja bei uns auch das erste Jahr ohne Stress an den Feiertagen und in den Ferien….auch wir achten viel intensiver auf pausen, auf Rückzug, auf Max Bedürfnisse und Wünsche. Gut, einige „Freunde“ haben wir weniger, die Familie wundert sich über die Geschenkeberge für einen 7Jährigen Asperger (er hat aber doch sonst nix denken wir uns, und er liebt Geschenke).Jetzt zwischen den Tagen renovieren wir, eigentlich totaler Stress immer hier (nis ist da wo es sonst ist), aber wir gehen jeden Tag schwimmen mittendrin, wenn wir merken er braucht Pause oder mag nicht mehr (das ist grade sein Lieblingshobby), dann ruht die Baustelle halt 2-3 Std und gut ist. WIR werden durch Max auch entschleunigt, tut uns auch gut muss ich sagen ! Auf weitere schöne Festivitäten ! Guten Rutsch euch allen !

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